Famous People » Sänger, Schauspieler » Marilyn Monroe

Viele sehen in Marilyn Monroe allein die männerbetörende Blondine und naive Hollywood-Sexbombe – das schauspielerische Talent, das sie in Klassikern wie „Manche mögen’s heiß“, „Wie angelt man sich einen Millionär“ und „The Misfits“ an den Tag legt, wird nur selten gewürdigt. Heute gilt die kalifornische Filmschönheit als archetypisches Sexsymbol und als populärste Film-Ikone aller Zeiten

Marilyn Monroe wird am 1. Juni 1926 in Los Angeles als Norma Jeane Mortenson geboren. Sie ist die Tochter der ledigen Filmcutterin Gladys Pearl Baker und verlebt eine freudlose Kindheit. Ihre psychisch labile Mutter, die noch zwei Kinder aus einer früheren Ehe hat, gibt das Mädchen für etwas Geld zu Nachbarn, wo es religiös erzogen wird. 1934 wird die beste Freundin ihrer Mutter ihr Vormund – diese schickt sie 1935 für einige Monate ins Waisenhaus von Los Angeles. Im Alter von sechzehn Jahren wird Norma Jeane 1942 mit dem fünf Jahre älteren Nachbarn James Dougherty verheiratet – deswegen muss sie die Schule verlassen und auf einen Abschluss verzichten.

Ab 1944 arbeitet Norma Jeane in der Montageabteilung einer Rüstungsfabrik, wo sie als Fotomodell entdeckt wird. Die ersten Fotos erscheinen mit Hilfe des Majors Ronald Reagan Mitte 1945 in der Frontzeitung „Yank“ der US-Army – schnell avanciert sie zu einem beliebten Pin-up-Girl. 1945 macht sie eine Ausbildung zum Mannequin und erscheint 1946 erstmals auf der Titelseite einer überregionalen Zeitschrift. Sie färbt sich die brünetten Haare platinblond und nennt sich fortan Marilyn Monroe – der Name ist eine Kombination aus dem Vornamen der Tänzerin Marilyn Miller und dem Geburtsnamen ihrer Mutter.

Nach dem Krieg kann Marilyn Monroe erste kleine Filmrollen ergattern – in „The Shocking Miss Pilgrim“ (1947) spielt sie eine Telefonistin, man kann sie in „Dangerous Years“ (1947), in „Scudda Hoo! Scudda Hay!“ (1948) und in „Ladies Of The Chorus“ („Ich tanze in dein Herz“, 1948) – wo sie auch stimmliche Qualitäten beweist – sehen. Ihre erste bedeutende Nebenrolle hat sie im Marx-Brothers-Film „Love Happy“ (1949).

Größere Bekanntheit erlangt Marilyn Monroe durch ihren Auftritt als ambitionierte Nachwuchs-Aktrice in „All About Eve“ („Alles über Eva“, 1950) an der Seite von Bette Davis, Celeste Holm, George Sanders und Thelma Ritter und als Geliebte eines Gangsters in „Asphalt-Dschungel“ (1959).

Ihre bemerkenswerte Leinwandpräsenz und ihr offensiver Sex-Appeal verschaffen Marilyn Monroe bald zahlreiche Rollenangebote – so spielt sie ihre erste anspruchsvolle Filmrolle neben Barbara Stanwyck in Fritz Langs Milieustudie „Vor dem neuen Tag“ (1952). Zu einem mittleren Skandal kommt es 1952, als ein Kalenderblatt mit der völlig unbekleideten Marilyn Monroe veröffentlicht wird. Auf die Frage eines Reporters: „Hatten Sie wirklich nichts an?“ antwortet die Schauspielerin „Doch! Das Radio!“ und rettet mit der schlagfertigen Bemerkung ihre gerade begonnene Karriere – der Kalender wird ein enormer finanzieller Erfolg.

Durch die nächsten Filmrollen wird der Ruf Marilyn Monroes als naive-blonde Sexbombe zementiert – neben Richard Widmark gibt sie in „Don’t Bother To Knock“ („Versuchung auf 809“, 1952) ein psychopathisches Kindermädchen, sie spielt in „We’re Not Married!“ („Wir sind gar nicht verheiratet“, 1952) an der Seite von Ginger Rogers und Zsa Zsa Gabor und in „Monkey Business“ („Liebling, ich werde jünger“, 1952) neben Cary Grant. Ihren großen Durchbruch feiert Marilyn Monroe 1953 an der Seite von Joseph Cotten in „Niagara“ – der Film begründet endgültig ihren Status als Hollywoodstar. Als freizügige Lorelei Lee verdreht sie dann 1952 im Filmklassiker „Gentlemen Prefer Blondes“ („Blondinen bevorzugt“) neben Jane Russell sämtlichen Männern den Kopf – dort trägt sie auch ihren bekanntesten Song „Diamonds Are A Girl’s Best Friend“ vor. An der Seite von Lauren Bacall und Betty Grable kann man Marilyn Monroe 1953 in „How To Marry A Millionaire“ („Wie angelt man sich einen Millionär?“) in der Rolle der kurzsichtigen Pola sehen. 1954 kommt „River Of No Return“ („River Of No Return“) in die Kinos – in dem Western ist sie Filmpartnerin von Robert Mitchum. Während der Dreharbeiten kommt es zu Streitigkeiten mit dem Regisseur Otto Preminger – „Marilyn Monroe ist wie Lassie. Mit ihr muss man vierzehn Mal die gleiche Szene drehen, bevor sie an der richtigen Stelle bellt“ sagt er.

1954 entsteht die Hommage an den Komponisten Irving Berlin „There’s No Business Like Show Business“ („Rhythmus im Blut“) nach dem gleichnamigen Theaterstück – Marilyn Monroe spielt darin einen Revuestar. Im darauf folgenden Jahr agiert Marilyn Monroe neben Tom Ewell als aufreizende Nachbarin in „The Seven Year Itch“ („Das verflixte siebte Jahr“) – die Szene aus dem Film, in der ihr Kleid über einem New Yorker U-Bahn-Schacht hochwirbelt, geht in die Kinogeschichte ein.

1956 geht Marilyn Monroe nach New York, um unter dem Schauspiellehrer Lee Strasberg und dessen Frau am Actors Studio das berühmte „Method Acting“ zu erlernen, mit dem schon Marlon Brando und James Dean berühmt werden. Für ihre darauf folgende Rolle als Saloon-Sängerin Cherie in „Bus Stop“ erhält sie viel Lob, ihr in London an der Seite von Laurence Olivier gedrehter Film „The Prince And The Showgirl“ („Der Prinz und die Tänzerin“, 1957) wird kein großer Erfolg – Marilyn Monroe erhält für ihre Leistung jedoch den italienischen Filmpreis „David di Donatello“ und wird für einen britischen „BAFTA-Award“ nominiert.

Mit Billy Wilders Komödien-Klassiker „Some Like It Hot“ („Manche mögen’s heiß“, 1959) legt Marilyn Monroe dann ihr Meisterwerk ab – an der Seite von Tony Curtis und Jack Lemmon geht sie als verführerische Ukulele-Spielerin und Sängerin eines Damenorchesters in die Filmgeschichte ein. In dem Streifen trägt sie auch ihre berühmten Lieder „I’m Through With Love“ und „I Wanna Be Loved By You“ vor. 1960 folgt der nur mäßig erfolgreiche Streifen „Let’s Make Love“ („Machen wir’s in Liebe“) mit Yves Montand und 1961 der letzte Film mit Marilyn Monroe – in „The Misfits“ („Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“) kündigt sich für die Schauspielerin an der Seite von Clark Gable und Montgomery Clift endlich der lang ersehnte Wechsel ins Charakterfach an.

Ein letztes Mal steht Marilyn Monroe für den unvollendeten Film „Somethings Gotta Give“ vor der Kamera – die Dreharbeiten ziehen sich endlos hin, da sie krankheitsbedingt kaum mehr am Filmset erscheint. Noch während der Dreharbeiten hat Marilyn Monroe bei der Geburtstagsfeier des US-Präsidenten John F. Kennedy im Madison Square Garden ihren letzten öffentlichen Auftritt – sie singt für ihn „Happy Birthday, Mr. President“.

Marilyn Monroe ist dreimal verheiratet – nach ihrer frühen Ehe mit James Dougherty heiratet sie 1954 den populären Baseballstar Joe DiMaggio. Die Ehe dauert nur neun Monate, wegen gegenseitiger seelischer Grausamkeit werden beide wieder geschieden. 1956 heiratet Marilyn Monroe den bekannten Dramatiker Arthur Miller – in ihm sieht sie einen Beschützer und Vaterersatz, fürsorglich kümmert sie sich um seine Kinder aus erster Ehe. Nach zahlreichen Ehestreitigkeiten lassen sich beide 1961 ohne gegenseitige Ansprüche scheiden.

Marilyn Monroe leidet Zeit ihres Lebens an Depressionen und Selbstzweifeln – immer öfter greift sie zu Alkohol und Psychopharmaka. Während ihrer letzten sieben Lebensjahre befindet sie sich kontinuierlich in ärztlicher und psychoanalytischer Behandlung.

Marilny Monroe stirbt am 5. August 1962 im Alter von sechsunddreißig Jahren an einer Medikamenten-Überdosis in ihrem Haus in Los Angeles – ein Suizid wird bis heute nicht ausgeschlossen. Sie wird im engsten Familien- und Freundeskreis auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles beigesetzt.

Bis heute halten sich hinsichtlich des frühen Todes von Marilyn Monroe hartnäckig diverse Verschwörungstheorien – angeblich soll John F. Kennedy sie durch die CIA habe ermorden lassen, da seine Affäre mit ihr eine Gefahr für sein Amt gewesen sei, doch Marilyn Monroe äußert sich in Interviews nie über eine Affäre mit dem US-Präsidenten.

Tipp:

Diesen Artikel weiterempfehlen:

Schreiben Sie einen Kommentar