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Er ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Musiker, seine Songs wie „Freiheit“, „Sexy“, „Es geht‘ mir gut“ und „Wieder hier“ sind längst Pophymnen – Marius Müller-Westernhagen verkauft in seiner über dreißigjährigen Karriere unzählige Platten, er füllt die größten Konzertarenen des Landes und etabliert sich in diversen Kinofilmen als gefragter und vielseitiger Charakterdarsteller

Marius Müller-Westernhagen kommt am 6. Dezember 1948 in Düsseldorf zur Welt – der Sohn des Schauspielers Hans Müller-Westernhagen und der Angestellten Liselotte Müller-Westernhagen wächst zusammen mit seiner zwei Jahre älteren Schwester im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt auf. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt besucht er zunächst das „Humboldt-Gymnasium“, muß die Schule jedoch aufgrund mangelnder Disziplin wieder verlassen. Nach dem Erlangen der Mittleren Reife absolviert Marius Müller-Westernhagen auf Druck der Mutter die Höhere Handelsschule. Mit vierzehn Jahren verliert er seinen Vater, das Verhältnis zur Mutter ist jahrelang angespannt.

Nachdem Marius Müller-Westernhagen mit fünfzehn Jahren im Fernsehfilm „Die höhere Schule“ (1963) neben Ida Ehre seinen ersten Filmauftritt hat, entscheidet er sich zunächst, Schauspieler zu werden – doch widmet er sich gleichzeitig der Musik. Er bringt sich das Gitarrenspiel bei, absolviert eine klassische Gesangsausbildung und erlangt als Sänger der Düsseldorfer Band „Harakiri Whoom“ erste lokale Bekanntheit. Anfang der siebziger Jahre zieht Marius Müller-Westernhagen nach Hamburg, wo er zeitweise mit Otto Waalkes und Udo Lindenberg in einer Wohngemeinschaft lebt. 1972 veröffentlicht er die Single „Gebt Bayern zurück an die Bayern“, die nach massiven Protesten wieder vom Markt genommen wird. 1974 erhält Marius Müller-Westernhagen seinen ersten Plattenvertrag und 1975 erscheint sein nur wenig beachtetes Debüt-Album „Das erste Mal“.

Größere Bekanntheit erlangt Marius Müller-Westernhagen 1976 im Film „Aufforderung zum Tanz“ in der Rolle des LKW-Fahrers „Theo Gromberg“ – seinen großen Durchbruch feiert er dann 1980 in der Fortsetzung „Theo gegen den Rest der Welt“. Der Film avanciert 1980 mit drei Millionen Zuschauern zum erfolgreichsten deutschsprachigen Film des Jahres und zählt nach wie vor zu den kommerziell erfolgreichsten deutschen Nachkriegsfilmen.

Parallel zur Kinokarriere feiert Marius Müller-Westernhagen 1978 mit dem Album „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ auch seinen musikalischen Durchbruch. Die auf dem Album enthaltene Single „Dicke“ löst einen Skandal aus – ihm wird vorgeworfen, sich über fettleibige Menschen lustig zu machen.

Mit den folgenden Alben „Sekt oder Selters“ (1980), „Stinker“ (1981), „Das Herz eines Boxers“ (1982), „Geiler is’ schon“ (1983), „Die Sonne so rot“ (1984), „Lass uns leben“ (1985) und „Lausige Zeiten“ (1986) kann Marius Müller-Westernhagen trotz der erfolgreichen Single „Hier in der Kneipe fühl ich mich frei“ sowie einiger Tourneen, auf denen er sich als als exzellenter Live-Künstler präsentiert, nicht an den Erfolg von „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ anknüpfen. 1985 beteiligt sich Marius Müller-Westernhagen neben zahlreichen anderen deutschen Musikern am Charity-Projekt „Band für Afrika“.

Zu einem Imagewechsel kommt es 1987 – Marius Müller-Westernhagen wandelt sich vom burschikosen Rebellen zum gutgekleideten und etwas arroganten Gentleman, was zunächst bei einigen Fans für Irritationen sorgt. Die in jenen Jahren veröffentlichten Alben „Westernhagen“ (1987), „Halleluja“ (1989) und das Doppelalbum „Westernhagen live“ (1990) markieren jedoch den Höhepunkt in der Karriere von Marius Müller-Westernhagen – die Alben verkaufen sich insgesamt über 1,5 Million mal und mit den Hits „Sexy“, „Weil ich dich liebe“ und „Fertig“ stürmt Marius Müller-Westernhagen die deutschsprachigen Charts. Sein 1990 veröffentlichtes Lied „Freiheit“ gilt als Hymne der deutschen Wiedervereinigung. 1993 erscheint das Album „Jaja“, das mit drei „Echos“, einem „Silver Screen Award“ für das Musikvideo „Krieg“ sowie einem „Bambi“ geehrt wird. In jenen Jahren füllt Marius Müller-Westernhagen nicht nur die größten Hallen der Republik, sondern auch – als erster deutschsprachiger Künstler überhaupt – ganze Fußballstadien. 1994 veröffentlicht der Sänger das Album „Affentheater“ und 1998 erschein „Radio Maria“.

Gegen Ende der neunziger Jahre wird es ruhiger um Marius Müller-Westernhagen – 1999 erklärt der Sänger mit einem letzten Konzert in Hamburg seinen vorläufigen Abschied von den Stadion-Bühnen und 2000 erscheint die Greatest-Hits-Sammlung „So weit…“.

Nach einer längeren Pause veröffentlicht Marius Müller-Westernhagen 2002 das Album „In den Wahnsinn“, 2005 erscheint „Nahaufnahme“, 2009 das blues-lastige Album „Williamsburg“ und 2010 die Live-CD „Hottentottenmusik“ – die Verkaufszahlen dieser Alben bleiben jedoch hinter früheren Erfolgen zurück.

Für sein gesellschaftspolitisches Engagement wird Marius Müller-Westernhagen 2001 mit dem „Bundesverdienstkreuz am Bande“ ausgezeichnet.

Nach Beziehungen mit den Schauspielerinnen Katrin Schaake – mit der er Tochter Sarah „Mimi“ hat – und Polly Eltes in den siebziger und achtziger Jahren heiratet Marius Müller-Westernhagen 1988 das Model Romney Williams, das den Sohn Giulio aus einer früheren Beziehung mit in die Ehe bringt und in Berlin lebt. 2014 gibt das Paar das Ende der Ehe bekannt.

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Ein Kommentar zu “Marius Müller-Westernhagen”

  1. Winfried sagt:

    Schöner Artikel über Marius 🙂 Ich habe mich tierisch geärgert, als ich erfahren habe, dass seine Tour dieses Jahr bereits vorbei ist, sie schien echt gut gelaufen zu sein ( http://www.koeln-portal.info/nachrichten/westernhagen-is-back/144 ). Weiß jemand, ob für nächstes Jahr ebenfalls eine Tour geplant ist? Würde mir einen DER deutschen Sänger überhaupt gerne noch einmal live ansehen.

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