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Als einer der größten Soul-Interpreten aller Zeiten bringt er epochale Musik von Weltrang hervor – Marvin Gaye ist der erfolgreichste Sänger der Detroiter Hitschmiede Motown-Records und erlangt mit einfühlsamen Songs wie „What’s Going On“ und „Sexual Healing“ Weltruhm

Marvin Gaye kommt als Marvin Pentz Gay am 2. April 1939 in Washington, D.C. zur Welt. Das „e“ fügt er später zu seinem Nachnamen hinzu um Sam Cooke zu imitieren, der dasselbe getan hat. Er hat einen älteren Halbbruder, Michael Cooper, eine ältere und eine jüngere Schwester und einen jüngeren Bruder, Frankie Gaye. Als Sohn eines Priesters der konservativ-christlichen Sekte „House Of God“ singt Marvin Gaye früh im Schulchor und lernt Klavier und Schlagzeug zu spielen. Nach seinem Schulabschluss tritt er in die US-Luftwaffe ein. Danach spielt er in diversen Bands, bis er schließlich vom Motown-Gründer Berry Gordy Jr. für eine Solokarriere engagiert wird. 1961 heiratet Marvin Gaye dessen Schwester Anna Gordy.

Bis 1963 veröffentlicht der Sänger drei weniger erfolgreiche Singles, erst die Songs „Stubborn Kind Of Fellow“, „Hitch Hike“ und „Can I Get A Witness“ avancieren zu veritablen Hits. Nach seinem großen Erfolg mit „Pride & Joy“ (1963) ist Marvin Gaye zunehmend unzufrieden mit der Rolle des romantischen Schnulzeninterpreten, in die er sich bei „Motown Records“ gezwungen sieht. Bis 1965 bringt der Sänger neununddreißig Top-40-Songs für „Motown“ heraus, darunter Duette mit Mary Wells, Kim Weston und Tammi Terrell. Zusammen mit Tammi Terrell hat Marvin Gaye viele große Hits, wie „Ain’t No Mountain High Enough“ (1967), „Your Precious Love“ (1967), „Ain’t Nothing LikeThe Real Thing“ (1968) und „You’re All I Need To Get By“ (1968) – 1969 landet Marvin Gaye mit „I Heard It Through The Grapevine“ den bis dato größten Hit für „Motown“. 1970 stirbt seine Duettpartnerin Tammi Terrell im Alter von vierundzwanzig Jahren an einem Gehirntumor – Marvin Gaye hält bei der Beerdigung eine bewegende Rede und fällt danach in tiefe Depressionen.

1971 veröffentlicht Marvin Gaye sein legendäres Album „What’s Going On“, welches als eines der denkwürdigsten Soul-Alben seiner Zeit und von Kritikern als eines der besten Pop-Alben aller Zeiten bezeichnet wird. Aufgrund der musikalischen Arrangements sowie der kritischen Texte unterscheidet sich das Album von anderen damaligen Produktionen des Genres und insbesondere der bisherigen Motown-Produktionen. Mit „Mercy Mercy Me“, „Inner City Blues“ und „What’s Going On“ befinden sich darauf drei Top-10-Hits.

1973 erscheint das Album „Let’s Get It On“ (1973), was in den Charts sehr erfolgreich ist. Danach tut sich Marvin Gaye mit Diana Ross zusammen um „Marvin & Diana“ herauszubringen, auch veröffentlicht er den Soundtrack zu „Trouble Man“. 1975 erscheint „I Want You“, im selben Jahr scheitert seine Ehe. Aufgrund unterlassener Unterhaltszahlungen zwingt ein Gerichtsurteil den Sänger 1976, ein weiteres Album aufzunehmen und die Tantiemen daraus seiner Ex-Frau zu überschreiben. Bei dem Album handelt es sich um das sehr persönliche „Here, My Dear“ (1978).

1980 tritt Marvin Gaye beim Montreux Jazz Festival auf. Nach einer weiteren gescheiterten Ehe zieht er zunächst nach Hawaii und – als er Probleme mit der amerikanischen Steuerbehörde bekommt – 1981 schließlich ins belgische Ostende. Dort beginnt Marvin Gaye an „In Our Lifetime“ zu arbeiten, welches das Ende seiner Zusammenarbeit mit Motown markiert. 1982 erscheint „Midnight Love“ – das auf dem Album enthaltene „Sexual Healing“ entwickelt sich 1983 zu einem seiner größten Hits. Selbstbewusst, dynamisch, frisch und inspiriert führt Marvin Gaye den Soul in die achtziger Jahre. Doch als er von Belgien in die USA zurückkehrt, haben seine Dämonen ihn wieder – Marvin Gaye kämpft mit seiner Kokainsucht und droht nach Auseinandersetzungen mit seinem Vater mehrfach damit sich umzubringen. Am 1. April 1984 wird Marvin Gaye einen Tag vor seinem fünfundvierzigsten Geburtstag von seinem Vater erschossen – dieser wird dafür wegen Totschlags zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Nach seinem frühen Tod erweisen zahlreiche Musiker und ehemalige Kollegen dem Sänger in ihren Werken ihre Reverenz – unter anderem „The Commodores“ in „Nightshift“ (1985) und Diana Ross in „Missing You“ (1984). 1987 wird Marvin Gaye in die „Rock And Roll Hall Of Fame“ aufgenommen. Der Sänger hat eine Tochter – Nona.

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