Famous People » Politiker, Sänger, Schauspieler » Melina Mercouri

Mit dem zahllos gecoverten Schlagerklassiker „Ein Schiff wird kommen“ wird die eigenwillige Schönheit weltberühmt – Melina Mercouri feiert in den fünfziger und sechziger Jahren als Schauspielerin und Sängerin große Erfolge. Die charismatische Griechin gilt als eine der Mitbegründer der panhellenischen Bewegung und initiiert als griechische Kulturministerin die Idee der Kulturhauptstädte Europas

Melina Mercouri wird am 18. Oktober 1920 in Athen geboren – sie stammt aus einer angesehenen großbürgerlichen Familie. Ihr Großvater ist dreißig Jahre lang Stadtoberhaupt Athens und ihr Vater Stamatis Merkouris ist Abgeordneter im griechischen Parlament und kurze Zeit Innenminister von Griechenland. Das Mädchen wächst nach der Trennung ihrer Eltern beim Großvater auf, der von ihrem Wunsch, Schauspielerin zu werden, nicht viel hält.

Nach dem Abitur heiratet Melina Mercouri 1939 den Geschäftsmann Pan Charakopos, besucht eine Schauspielschule und startet am griechischen Nationaltheater in Athen mit kleineren Auftritten ihre Schauspielkarriere. Von Kritikern als zu jung, zu groß, zu blond, ungeschickt und talentlos abgelehnt geht sie nach dem Ende ihrer kurzen Ehe in die damalige Theatermetropole Paris, kehrt jedoch schon bald ernüchtert zurück.

Ihr Filmdebüt feiert Melina Mercouri 1955 im griechischen Spielfilm „Stella“ – der Streifen erhält den Preis der amerikanischen Filmkritik für den besten ausländischen Film des Jahres. 1955 lernt sie den amerikanischen Regisseur Jules Dassin kennen und heiratet ihn 1966. Nach einigen weiteren unbedeutenden Filmen wie „Celui qui doit mourir“ („Der Mann, der sterben muß“, 1956), „The Gypsy And The Gentleman“ („Dämon Weib“, 1957) und „La loi“ („Wo der heiße Wind weht“, 1958) hat Melina Mercouri 1960 in „Pote tin kyriaki“ („Sonntags… nie!) unter der Regie ihres Ehemannes Jules Dassin ihren Leinwanddurchbruch. Für ihre Rolle des lebenslustigen Hafenmädchens Ilya gewinnt sie in Cannes den „Darstellerpreis“ der Filmfestspiele und wird für einen „Oscar“ als „Beste Hauptdarstellerin“ nominiert. Der von Manos Hadjidakis komponierte Titelsong „Never On Sunday“ („Ein Schiff wird kommen“) wird von zahlreichen Sängerinnen wie Nana Mouskouri, Lale Andersen, Dalida, Lys Assia und Caterina Valente gecovert und erhält die Auszeichnung für die beste Filmmusik.

Danach kann man Melina Mercouri in „Vive Henri IV, vive l’amour“ („Das Bett des Königs“, 1961), in „Il giudizio universale“ („Das Jüngste Gericht findet nicht statt“, 1961) an der Seite von Vittorio Gassman, Anouk Aimée, Lino Ventura und Silvana Mangano, in „Phaedra“ (1961) und neben Maximillian Schell und Peter Ustinov in „Topkapi“ (1964) sehen. Ein letztes Mal steht Melina Mercouri in „A Dream of Passion“ („Traum einer Leidenschaft“, 1978) vor der Filmkamera.

Nach der Machtübernahme der Obristen 1967 in Griechenland und dem Beginn der Militärdiktatur begibt sich Melina Mercouri ins französische Exil. Sie nimmt öffentlich Stellung gegen die griechischen Machthaber, worauf ihr die griechische Staatsbürgerschaft entzogen wird. Erst nach dem Sturz der Militärs 1974 kann die Schauspielerin in ihre Heimat zurückkehren und startet eine zweite Karriere als Politikerin – 1977 wird sie erstmals als Abgeordnete der sozialistischen PASOK-Partei ins griechische Parlament gewählt. 1981 ernennt sie der neugewählte griechische Ministerpräsident Andreas Papandreou zur Kulturministerin, das Amt bekleidet sie mit einer kurzen Unterbrechung bis 1994. Während ihrer Amtszeit setzt sie sich unter anderem für die – leider erfolglose – Rückbringung des Parthenon-Frieses vom Britischen Museum in London nach Griechenland sowie für die Einrichtung der jährlichen Kulturhauptstadt Europas ein.

Am 6. März 1994 stirbt Melina Mercouri nach einer Operation im New Yorker Memorial-Hospital an den Folgen einer Krebserkrankung. An ihr kulturpolitisches Engagement erinnert der alljährlich verliehene „Melina-Mercouri-Preis“ für die Bewahrung von Kulturlandschaften.

Tipp:

Diesen Artikel weiterempfehlen:

Schreiben Sie einen Kommentar