Sie gilt als beste Schauspielerin ihrer Generation und kann mit mehr als zehn “Oscar”-Nominierungen auf eine eindrucksvolle Karriere zurückblicken. Meryl Streep wählt ihre Rollen mit Bedacht aus, ihrer verletzlichen und geheimnisvollen Aura kann sich kaum ein Kinobesucher entziehen – dennoch ist die Schauspielerin erstaunlich bodenständig geblieben
Meryl Streep kommt als Mary Louise Streep am 22. Juni 1949 in Baskin Ridge im US-Bundesstaat New Jersey zur Welt. Ihre Mutter arbeitet als Grafikerin, ihr Vater – der aus den Niederlanden stammt – in einem Pharma-Unternehemen. Meryl Streep wächst mit zwei jüngeren Brüdern in der Nähe von Bernhardsville in New Jersey auf. Dort studiert sie Theater am “Vassar College” und schließt mit einem “Master Of Fine Arts” an der Universität in Yale ab. Sie geht nach New York und hat 1976 erste Theatererfolge am “Phoenix Theater” in Arthur Millers “A Memory Of Two Mondays” und in Tennessee Williams’ “27 Wagons Full Of Cotton”. Zum Star wird Meryl Streep dann im Broadway-Musical “Happy End” – singen kann sie mindestens genauso gut wie spielen. Die Kritiker überschlagen sich und sagen der jungen Künstlerin eine große Zukunft voraus.
Ihre erste Filmrolle hat Meryl Streep 1977 in “Julia” an der Seite von Jane Fonda, in der TV-Mini-Serie “Holocaust” (1978) – wofür sie ihren ersten Emmy erhält – sowie im Antikriegsdrama “The Deer Hunter” (“Die durch die Hölle gehen”, 1978). Für ihre Darstellung wird sie für den “Oscar” als beste Nebendarstellerin nominiert. 1979 spielt sie neben Diane Keaton in Woody Allens “Manhattan” und mit Dustin Hoffman im Scheidungsdrama “Kramer vs. Kramer” (“Kramer gegen Kramer”) – wofür ihr der erste “Oscar” verliehen wird.
Auch in den achtziger Jahren setzt Meryl Streep ihre Karriere fort – in Filmen wie “The French Lieutenant’s Woman” (“Die Geliebte des französischen Leutnants”, 1981) mit Jeremy Irons, in “Sophie’s Choice” (“Sophies Entscheidung”, 1982) mit Kevin Kline, in “Silkwood” (1985) mit Cher, in “Out Of Afrika” (“Jenseits von Afrika”, 1985) mit Robert Redford, in “Ironweed” (“Wolfsmilch”, 1987) mit Jack Nicholson und in “Postcards From The Edge” (“Grüße aus Hollywood”, 1990) mit Shirley McLaine kann man sie sehen.
In den Rollen, die Meryl Streep in den neunziger Jahren spielt, beweist sie eine enorme Vielseitigkeit. In der Komödie “Death Becomes Her” (“Der Tod steht ihr gut”, 1992) mit Goldie Hawn, in Isabelles Allendes “The House Of Spirits” (“Das Geisterhaus”, 1993) neben Glenn Close, in “The Bridges Of Madison County” (“Die Brücken am Fluß”, 1995) an der Seite von Clint Eastwood, in “Marvin’s Room” (“Marvins Töchter”, 1996) mit Leonardo di Caprio und in “Musik Of The Heart” (1999) spielt sie völlig unterschiedliche Rollen.
Die Schauspielerin spielt neben Julianne Moore und Nicole Kidman in “The Hours” (2002) und mit Denzel Washington in “The Manchurian Kandidate” (2004). Zu Begeisterungsstürmen reißt Meryl Streeps Auftritt die Kritiker in der hochgelobten Mini-Serie “Angels In America” (“Engel in Amerika”, 2003) hin. Dort tritt sie neben Emma Thompson und Al Pacino in vier verschiedenen Rollen auf – als Rabbi, Engel, Witwe und als Ethel Rosenberg.
Meryl Streep spielt in “Prime” (“Couchgeflüster”, 2005) neben Uma Thurman, im letzten Film von Robert Altman “A Prairie Home Companion” (“Last Radio Show”, 2006) mit Lily Tomlin, in “The Devil Wears Prada” (“Der Teufel trägt Prada”, 2006) neben Anne Hathaway, im Politthriller “Lions For Lamps” (“Von Löwen und Lämmern”, 2007) und in der Musical-Verfilmung “Mamma Mia!” (2008). Für die Darstellung der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher in “The Iron Lady” (2011) wird Meryl Streep 2012 mit einem dritten “Oscar” geehrt.
Im Juni 2009 wird Meryl Streep von der “Princeton University” der Ehrendoktor “Doctor Of Fine Arts” verliehen.
Keine andere Schauspielerin wird so oft für den “Oscar” nominiert wie Meryl Streep – dreimal gewinnt sie die begehrte Trophäe. Der “Golden Globe” wird ihr sechsmal verliehen, dreiundzwanzig wird sie nominiert. Meryl Streep gilt als bodenständig, es gelingt ihr, sich vom Glamourbusiness weitestgehend fernzuhalten – sie empfindet sich weder hübsch noch prominent, sondern als Hausfrau, die in ihrer Freizeit Filme dreht.
Mit ihrem Ehemann Don Gummer – mit dem sie seit 1978 verheiratet ist – lebt sie in den Bergen von Connecticut.
Zitat: “Ich bin eine Schauspielerin, die nach der Arbeit nach Hause geht.”