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Er gilt als das Chamäleon unter den Popmusikern, als exzentrischer Sonderling wirkt er neurotisch und manchmal geradezu verstört – gerade deswegen hat Moby mit seinen gefühlvollen Songs und Club-Hits in den vergangenen Jahren eine enorme Fangemeinde um sich geschart. Mit seinen sphärischen und melancholischen Liedern erreicht der Musiker weltweit höchste Chart-Positionen

Moby wird als Richard Melville Hall am 11. September 1965 im New Yorker Stadtteil Harlem geboren und wächst im US-Bundesstaat Connecticut auf. Sein Ur-Ur-Großonkel ist Herman Melville, der Autor von „Moby Dick“ – daher der Künstlername des Musikers.

Die erste Single von Moby „Time’s Up“ erscheint 1990, die er zusammen mit Jared Hofmann – dem Gründer des New Yorker Labels „Instinct Records“ – unter dem Namen „The Brotherhood“ produziert. Mobys erster Top-Ten-Hit in den britischen Charts heißt „Go“ und erscheint 1991. Der Song basiert auf Angelo Badalamentis „Laura Palmer’s Theme“ aus der Fernsehserie „Twin Peaks“. Daraufhin macht Moby sich einen Namen als Remixer von Künstlern wie Michael Jackson, „Pet Shop Boys“, Brian Eno, „Depeche Mode“, „Erasure“ und „The B-52’s“.

1995 gründet Moby sein eigenes Plattenlabel „Trophy-Records“, auf dem er ausschließlich eigenes Material veröffentlicht – das Label bringt es zwischen 1995 bis 1997 auf fünf Maxi-Veröffentlichungen.

Zum internationalen Star wird Moby Ende 1999 mit seinem Album „Play“ auf dem Gospel-Gesänge mit Elektro-Pop mischt. Das Album erweist sich zunächst als wenig erfolgreich, bis es sich etwa ein Jahr nach der Erstveröffentlichung zum Millionen-Seller entwickelt. Hilfreich dabei ist die Veröffentlichung der Single „Why Does My Heart Feel So Bad“, die in vielen Ländern zum Chart-Hit wird. Mit seinen Songs erreicht er jetzt auch das Massenpublikum jenseits der Techno-Clubs.

Mitten in die Vorbereitungen zum neuen Album „18“ platzt der New Yorker Terror-Anschlag des 11. September – Moby, der in unmittelbarer Sichtweite zum World Trade Center wohnt, ist geschockt. Auf seiner Homepage versucht er seine Gedanken zu ordnen und teilt sie mit seinen Fans – dabei gibt er sich verletzlicher als man ihn gemeinhin einschätzt.

Auf seinem neuen Album „18“, das im Frühjahr 2002 erscheint stellt Moby sein Talent für träumerische Melodien erneut unter Beweis.

2002 tritt Moby zur Abschlussveranstaltung der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City auf und spielt seinen Hit „We Are All Made Of Stars“ in einer etwas abgeänderten Version, die nie offiziell erscheint.

Im Jahr 2005 bringt Moby mit „Hotel“ ein weiteres Album heraus – im Song „Lift Me Up“ setzt er sich mit religiösem Fundamentalismus auseinander.

Neue Moby-Songs gibt es dann wieder auf „Last Night“, das 2008 erscheint. Vor der Veröffentlichung beschreibt Moby das neue Album als „Eclectic Dance Record“ und meldet der Presse, dass er diesmal etwas ganz neues gewagt hätte. Das ganz im Achtziger-Retro produzierte „Disco Lies“ wird weltweit ein erfolgreicher Clubhit. Nach „Wait For Me“ (2009) und „Destroyed“ (2011) erscheint 2013 Mobys aktuelles Album „Innocents“.

Moby setzt sich für Tierrechte ein und lebt ausschließlich vegan, was so gar nicht zum technoiden Selbstverständnis von Party, Drogen und Happiness passt. Seine Weisheiten tauchen in den Booklets der CDs auf, selbstverständlich auch mal mit dem Zusatz versehen, dass dies seine eigenen Gedanken sind, die man nicht unbedingt teilen muss, um die Musik zu mögen – und umgekehrt. Neben seiner Musik-Karriere betreibt Moby in New York City das vegane Restaurant „Teany“.

Moby wirkt in der Tat manchmal wie ein echter Nerd – dabei scheint der Musiker mit sich und seiner Umwelt zufrieden zu sein. Es gibt im Moment keinen Popstar, gegen den sich so wenig einwenden lässt wie Moby. Es ist ihm geradezu anzuhören, dass er Freude und Erfüllung in seiner kleinen und beschaulichen Moby-Welt, die ab und zu eine Platte absondert. Er genießt einfach, was er tut – immerhin hat der Mann mittlerweile mehr als zwanzig Millionen Platten verkauft – anders kann man es sich wohl kaum erklären.

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