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Mit seiner legendären und stilbildenden Band „The Smiths“ schreibt er in den achtziger Jahren Popgeschichte – Morrisseys Songtexte drehen sich um Themen wie soziales Außenseitertum, Tierrechte und mehrdeutige Sexualität und bestechen durch Selbstironie, Offenheit und ungeheuren Wortwitz. In seiner bis heute andauernden Solo-Karriere schafft sich der Sänger eine enorme Fangemeinde

Steven Patrick Morrissey wird am 22. Mai 1959 in Davyhulme – einem Vorort von Manchester – als Sohn der irisch-katholischen Einwanderer Elizabeth Dwyer und Peter Morrissey geboren und wächst in Stretford auf. Schon in jungen Jahren beginnt er Schallplatten von diversen Sängern zu sammeln, liest Oscar Wilde und beschließt mit elf Jahren, Vegetarier zu werden. In seiner Jugend – die von Depression und Frustration geprägt ist – nimmt er Antidepressiva und Schlafmittel und zieht sich immer mehr zurück.

Durch seine Kenntnisse der Popgeschichte und einer folgenden musikjournalistischen Tätgkeit ist Morrissey in seiner Heimatstadt bald kein Unbekannter mehr, er spielt in einigen lokalen Musikbands, lernt 1982 den Gitarristen Johnny Marr kennen und gründet mit ihm und dem Bassisten Andy Rourke sowie dem Schlagzeuger Mike Joyce die Band „The Smiths“. Johnny Marr schreibt die Musik, Morrissey die Texte. Mit eingängigem Pop, eleganten Melodien und kontroversen Texten avancieren „The Smiths“ bald zu einer der einflussreichsten britischen Pop-Bands der achtziger Jahre – heute geben viele bekannte Bands wie „Franz Ferdinand“, „Oasis“, „The Killers“, „Suede“, „Belle And Sebastian“ und „Muse“ die „Smiths“ als wichtige Einflussquelle an. Insgesamt veröffentlicht die Gruppe während der Zeit ihres Bestehens vier Studioalben, drei Compilation-Alben und ein Live-Album. Bereits 1987 trennt sich die Band wegen diverser Meinungsverschiedenheiten.

Anfang 1988 veröffentlicht Morrissey seine erste eigene Single „Suedehead“ und sein erstes Soloalbum „Viva Hate“, welche sofort in den englischen Charts aufsteigen. Diverse mäßig erfolgreiche Alben folgen wie „Bona Drag“ (1990), „Kill Uncle“ (1991) und „Your Arsenal“ (1992). Um den eigenwilligen Sänger herum entsteht bald ein Starkult, wie ihn vorher nur John Lennon, Elvis Presley, Mick Jagger und David Bowie erleben. 1991 geht Morrissey auf eine erfolgreiche Welt-Tournee, das 1994 veröffentlichte Album „Vauxhall And I“ erreicht wieder eine Top-Platzierung in den britischen Charts und wird als das beste seiner Solokarriere angesehen.

Im Laufe seiner Karriere ist Morrissey oft scharfer Kritik ausgesetzt – seine Texte seien zu zweideutig, er wird pädophiler Andeutungen beschuldigt – auch wirft man ihm Rassismus vor. Seine zynischen Bemerkungen zu Musikerkollegen wie George Michael, Madonna, Britney Spears („Broccoli Spears“), Janet Jackson, Whitney Houston, Elton John, Robert Smith und sein ehemaliges Idol David Bowie („David Showie“) stoßen nicht immer auf Zustimmung – auch die britischen Royals kommen bei ihm nicht gut weg – so bezichtigt er die britische Königsfamilie wiederholt des Ignorantentums und der selbstverliebten Dummheit. Seine Abneigung gegen die Windsors und ihre Wurzeln wird in seinem Lied „Irish Blood, English Heart“ besonders deutlich zur Schau getragen.

2004 erscheint sein Album „You Are The Quarry“, welches von Fans und Kritik gleichermaßen begeistert aufgenommen wird. Vier Single-Auskopplungen – „Irish Blood, English Heart“, „First Of The Gang To Die“, „I Have Forgiven Jesus“ sowie das Duett mit seiner Freundin Nancy Sinatra „Let Me Kiss You“ stoßen im Vereinigten Königreich bis in die Top 10 vor. 2009 erscheint dann „Years Of Refusal“, was ebenfalls recht erfolgreich ist.

Morrissey wird oft nachgesagt homosexuell zu sein, der Sänger äußert sich dazu nur vage: „Ich finde es äußerst langweilig, dass in unserer Gesellschaft so viel Wert auf Sexualität gelegt wird. Begriffe wie Heterosexualität, Bisexualität und Homosexualität kann ich nicht akzeptieren. Sie sind nur Vorsilben, die dem Wort ‚Sexualität‘ vorangestellt werden. Es ist daraus zu folgern, dass es große Unterschiede zwischen den Menschen gibt, und das stimmt nicht. Eigentlich brauchen alle Menschen genau das Gleiche. Ich kann Heterosexualität auf keinen Fall anerkennen. Sie existiert nicht, und ich bin davon überzeugt, Homosexualität existiert auch nicht.“

„Mozzer“, wie er von seinen Fans liebevoll genannt wird, verbindet eine Hassliebe zu seinem Heimatland – 1998 zieht er nach Los Angeles und wohnt dort am legendären Sunset Boulevard, zurzeit lebt er in Rom.

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