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Mit Kraft und Selbstbewusstsein repräsentiert sie in den sechziger Jahren ein völlig neues Frauenbild und wird damit zur Ikone einer ganzen Generation – zusammen mit Lee Hazlewood feiert sie große Erfolge, ihre Hits sind charmante Pop-Perlen, die das quirlige Lebensgefühl der Sixties auf unnachahmliche Weise wiedergeben

Nancy Sinatra wird am 8. Juni 1940 in Jersey City im US-Bundesstaat New Jersey als Tochter von Frank Sinatra und dessen erster Ehefrau Nancy Barbato geboren. Ihre professionelle Musikkarriere beginnt in den frühen sechziger Jahren, als sie bei der Plattenfirma ihres Vaters einen Vertrag unterschreibt. Ihre erste Single „Cuff Links And A Tie Clip“ erscheint 1961, diverse Songs folgen – allesamt Flops. Mehr Glück hat sie nur Italien – dort platziert sich „Like I Do“ hoch in den Charts.

Anfang der sechziger Jahre lernt Nancy Sinatra den Sänger und Songschreiber Lee Hazlewood kennen, der bislang mit mäßigem Erfolg eigene Platten aufnimmt und für Dean Martin den Hit „Houston“ schreibt. Er komponiert für Nancy Sinatra den Song „So Long, Babe“, der als ihr erster Achtungserfolg auf dem 86. Platz der US-Charts landet.

1966 gelingt Nancy Sinatra mit dem Song „These Boots Are Made For Walking“ der Durchbruch, der Song wird in den folgenden Jahren immer wieder gecovert und sie wird über Nacht zum gefeierten Star – Nancy Sinatra gehört zu den ersten Solokünstlerinnen, die sich in der Popwelt erfolgreich etablieren können.

1966 übernimmt Lee Hazlewood die komplette Produktion von Nancy Sinatras Debut-Album „Boots“ – neben seinen Kompositionen enthält das Werk auch einige bemerkenswerte Coverversionen, darunter „Day Tripper“ von den Beatles, „It Ain’t Me Babe“ von Bob Dylan und „Flowers On The Wall“ von den Statler Brothers. Für „Boots“ und die darauf enthaltene Single kann Nancy Sinatra in den USA je eine „Goldene Schallplatte“ in Empfang nehmen.

Noch im gleichen Jahr erscheint das nicht weniger erfolgreiche Album „How Does That Grab You?“, aus dem die Single „How Does That Grab You, Darlin‘?“ ausgekoppelt wird. Darauf ist erstmals ein Duett von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood („Sand“) sowie das Remake von Chers Klassiker „Bang Bang“ zu hören. Weitere Hits der Sängerin sind „Friday’s Child“, „In Our Time“ und „Sugar Town“.

1966 erscheint das dritte Album von Nancy Sinatra „Nancy In London“ und 1967 das Duett mit Lee Hazlewood „Summerwine“, das sich zu einem phänomenalen Erfolg entwickelt und sich bis heute allgemeiner Beliebtheit erfreut.

Auch Nancy Sinatras Vater Frank hilft seiner Tochter beim Aufbau ihrer Musikkarriere. 1967 nimmt er mit ihr das Duett „Something Stupid“ auf – der Song erklimmt in Großbritannien und den USA die Chartspitze. „Something Stupid“ wird von bösen Zungen auch der Inzest-Song genannt“, so die Sängerin in einem Gespräch. Im selben Jahr nimmt sie für den „James-Bond“-Film „You Only Live Twice“ („Man lebt nur zweimal“) das gleichnamige Titellied auf – der Song entwickelt sich zum Welthit.

Das dann folgende gemeinsame Album von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood „Nancy & Lee“ verkauft sich ebenfalls hervorragend, erhält gute Kritiken und gilt bis heute als Klassiker der sechziger Jahre. Hits wie „Jackson“, „Lady Bird“ und „Some Velvet Morning“ markieren gleichzeitig den Höhepunkt von Nancy Sinatras musikalischer Karriere.

Mehrfach versucht sich Nancy Sinatra auch als Schauspielerin – allerdings entwickelt sich ihr Bemühen nicht gerade zu den Meilensteinen der Cineastik. Neben einigen unbedeutenden TV-Rollen bleiben vor allen Dingen die Kino-Erfolge „Marriage On The Rocks“ (1965) mit Dean Martin und „Speedway“ (1968) mit Elvis Presley in Erinnerung. Roger Corman dreht mit ihr einen Vorläufer des späteren „Easy Rider“ – „Die wilden Engel“ (1966). Die Sängerin kommentiert den Film später: „Mit diesem Film begann meine hoffnungsvolle Filmkarriere und endete zugleich“.

Bereits 1968 überschreitet die Gesangskarriere Nancy Sinatras ihren Zenit – mit „Drummer Man“ verabschiedet sie sich 1969 auf einem sehr unrühmlichen Platz 98 aus den amerikanischen Single-Charts. Nur in Europa gelingt ihr mit „Things“ – einem Duett mit Dean Martin – noch ein annehmbarer Hit. 1970 spielen Vater und Tochter Sinatra noch zwei weitere, nur mäßig erfolgreiche Duette ein – „Life Is A Trippy Thing“ und „Feelin‘ Kinda Sunday“

1995 posiert Nancy Sinatra im Alter von vierundfünfzig Jahren für den „Playboy“.

2004 erscheint ein neues Album von Nancy Sinatra – das von Kritikern vielgelobte Werk „Nancy“ enthält auch ein Duett mit dem britischen Song-Genie Morrissey, der in ihrer Nachbarschaft lebt – „Let Me Kiss You“. Beide Künstler verbindet eine längere Freundschaft.

2006 bekommt Nancy Sinatra einen eigenen Stern auf dem „Hollywood Walk Of Fame“.

Nancy Sinatra, deren zweiter Mann 1985 an Krebs stirbt, ist Mutter von zwei Töchtern – Amanda und Angela. Sie lebt im kalifornischen Beverly Hills, betreibt dort jahrelang eine Modeboutique und engagiert sich im Vorstand der „Frank Sinatra Foundation“.

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