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In den siebziger Jahren liefert Nile Rodgers den Soundtrack für das gesellschaftlich erstarkende schwarze Amerika – mit „Le Freak“, „We Are Family“ und „Good Times“ schafft er zeitlos-elegante Klassiker, die noch heute jede Tanzfläche füllen und sich wohltuend vom üblichen Einheitsbrei der Disco-Ära abheben. Bis ins neue Jahrhundert hinein beeinflusst der New Yorker Gitarrist das internationale Musikgeschehen

Nile Rodgers wird am 19. September 1952 im New Yorker Stadtteil Bronx geboren und wächst in Harlem auf. Nach seinem Musikstudium ist er zu Beginn der siebziger Jahre Teil der Studioband der Vorschulserie „Sesamestreet“ („Sesamstraße“), danach gehört er zum Hausorchester des New Yorker Apollo-Theaters. Auf seiner Gitarre begleitet er dort Stars wie Aretha Franklin, Betty Wright und Ben E. King. 1971 lernt er Bernard Edwards kennen und gründet 1976 mit ihm und den beiden Sängerinnen Norma Jean Wright und Alfa Anderson die Band „Chic“, die mit Hits wie „Dance, Dance, Dance“, „My Feet Keep Dancing“, „My Forbidden Lover“ und „Good Times“ den unbeschwerten Sound zum kosmopolitischen Nachtleben der siebziger Jahre liefert.

Einer Legende nach entsteht 1977 der größte Hit von „Chic“ – „Le Freak“ – als Nile Rodgers und Bernhard Edwards eines Abends vom Türsteher der legendären New Yorker Diskothek „Studio 54“ abgewiesen werden. Frustriert komponieren sie eine Melodie, an deren Anfang „Fuck off“ steht. Da dies jedoch nicht dem Mainstream entspricht, beschließen sie den Text abzuändern und den Song als „Le Freak“ zu veröffentlichen – der Titel erreicht in zahlreichen Ländern den ersten Platz und ist bis heute die meistverkaufte Single der Plattenfirma WEA Records.

Nebenher produzieren Nile Rodgers und Bernhard Edwards für die Girl-Group „Sister Sledge“ die Hits „He’s The Greatest Dancer“, „Lost In Music“ und „We Are Family“ und der Motown-Diva Diana Ross schneidern sie 1980 ihr Erfolgsalbum „Diana“ mit den Megasellern „I’m Coming Out“ und „Upside Down“ auf den Leib. Im selben Jahr feiert die französische Sängerin Sheila als Disco-Formation „Sheila B Devotion“ mit dem von Nile Rodgers und Bernhard Edwards komponierten „Spacer“ ein Comeback, die britische Band „Queen“ baut auf der Basslinie von „Good Times“ ihren Hit „Another One Bites The Dust“ auf und die Rap-Gruppe „Sugarhill Gang“ verwendet den gleichen Song um 1980 mit „Rappers Delight“ den ersten Rap-Titel der Musikgeschichte an die Spitze der internationalen Charts zu katapultieren. Damit beanspruchen Nile Rodgers und Bernhard Edwards zu Recht, die Geburt des Hip-Hop entscheidend vorbereitet zu haben.

In den achtziger Jahren ist Nile Rodgers mitverantwortlich für zahlreiche Pophits – er produziert für David Bowie die Klassiker „Let’s Dance“ und „China Girl“ und für Madonna den Welthit „Like A Virgin“. Zusammen mit Bernard Edwards stellt er seine Fähigkeiten Popstars wie „Duran Duran“, Mick Jagger, Robert Palmer, Al Jarreau, Rod Stewart, Tina Turner, „INXS“, „Sly & The Family Stone“, Aretha Franklin, Grace Jones, Stevie Wonder, „The B-52’s“, Eric Clapton, Seal, Sting, Joss Stone, Paula Abdul und Debbie Harry zur Verfügung.

Nile Rodgers gilt als erster Musiker und Produzent, der sowohl mit afro-amerikanischen als auch mit weißen Künstlern Musik produziert, die kommerziell erfolgreich und wegweisend ist. Die Karriere seiner Band „Chic“ endet nach dem Ausklingen der Disco-Welle bereits zu Beginn der achtziger Jahre – 1992 startet die Gruppe mit dem Album „Chic-ism“ und den Hits „Chic Mystique“ und „Your Love“ ein recht erfolgreiches aber kurzes Comeback. 1996 touren „Chic“ zum zwanzigjährigen Jubiläum durch Japan, wo Bernard Edwards in einem Hotel in Tokio an einer Lungenentzündung stirbt.

Schon länger plant Nile Rodgers die Veröffentlichung eines neuen „Chic“-Albums – einen Vorgeschmack darauf liefert 2001 die Single „Let’s Bounce“. 2005 werden „Chic“ in die „Dance Music Hall Of Fame“ aufgenommen und 2007 tritt die Gruppe bei den „Night Of The Proms“ in Antwerpen auf.

2013 zeigt sich Nile Rogers zusammen mit Pharrell Williams verantwortlich für den Welterfolg der Single „Get Lucky“ des französischen Electro-Duos „Daft Punk“.

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