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Er ist Rennfahrer, Lebensmittel-Magnat und Philanthrop und gehört zu den großen Hollywoodstars des vorigen Jahrhunderts – in seiner langen Filmkarriere schafft Paul Newman in Rollen von sympathischen Antihelden und zornigen Verlierern ein bis dahin nicht gekanntes Männerbild

Paul Leonard Newman kommt am 26. Januar 1925 in Shaker Heights im US-Bundesstaat Ohio – einem Vorort von Cleveland – zur Welt. Er ist der Sohn einer slowakisch-stämmigen Mutter und eines deutsch-jüdischen Vaters, der ein Sportartikel-Geschäft besitzt.

Bereits in jungen Jahren sammelt Paul Newman erste schauspielerische Erfahrungen an einem Kindertheater in Cleveland. Nach dem Tod seines Vaters – zu dem er ein gespanntes Verhältnis hat – erbt er das Geschäft und betreibt es zunächst zusammen mit seiner ersten Ehefrau Jacqueline Witte. Die Ehe hält nicht lange und Paul Newman beginnt 1949 ein Schauspielstudium an der Yale Drama School in New York. 1953 wird er an Lee Strasbergs legendärem Actors Studio zugelassen und verdient sich bald mit ersten Jobs in Fernsehsendungen und am Broadway seinen Lebensunterhalt – schon bald erhält er seinen ersten Filmvertrag in Hollywood.

1954 spielt Paul Newman in „The Silver Chalice“ („Der silberne Kelch“) den griechischen Sklaven Wassili – der große Durchbruch gelingt ihm mit seinem dritten großen Film „Somebody Up There Likes Me“ („Die Hölle ist in mir“, 1956). Darin offenbart Paul Newman Starqualitäten – sein sportlicher Körper und seine blauen Augen machen ihn bald in Hollywood zu einem gefragten Schauspieler. 1957 erhält er einen „Golden Globe Award“ als „Bester Nachwuchsdarsteller“ und 1958 heiratet er die Schauspielerin Joanne Woodward. Neben James Dean, Marlon Brando und Steve McQueen verkörpert Paul Newman fortan die neue Generation von Hollywood-Schauspielern, die gegen die Generation ihrer Väter aufbegehrt.

Zu Paul Newmans wichtigsten und bekanntesten Filmen gehören „The Long, Hot Summer“ („Der lange heiße Sommer“ 1958), „Cat On A Hot Tin Roof“ („Die Katze auf dem heißen Blechdach“, 1958) neben Elizabeth Taylor, „Exodus“ (1960) mit Eva Marie Saint, „The Hustler“ („Haie der Großstadt“, 1961), „Sweet Bird Of Youth“ („Süßer Vogel Jugend“, 1962) mit Geraldine Page, „Hud“ („Der Wildeste unter Tausend“, 1963), „Harper“ („Ein Fall für Harper“, 1966), „Torn Curtain“ („Der zerrissene Vorhang“, 1966) mit Julie Andrews, „Hombre“ („Man nannte ihn Hombre“, 1967), „Cool Hand Luke“ („Der Unbeugsame“, 1967), „Butch Cassidy And The Sundance Kid“ („Zwei Banditen“, 1969) mit Robert Redford, „The Life And Times Af Judge Roy Bean“ („Das war Roy Bean“, 1972) mit Anthony Perkins, „The Sting“ („Der Clou“, 1973) mit Robert Redford, „The Towering Inferno“ („Flammendes Inferno“, 1974) mit Steve McQueen, „Slap Shot“ („Schlappschuss“, 1977), „The Verdict“ („Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, 1982), „The Color Of Money“ („Die Farbe des Geldes“, 1986) mit Tom Cruise, „Nobody’s Fool“ („Auf Dauer unwiderstehlich“, 1994) mit Jessica Tandy sowie seine letzte große Filmrolle in „Road To Perdition“ (2002) neben Tom Hanks.

Paul Newman erhält zehn „Oscar“-Nominierungen und zwei Ehren-„Oscars“ – der Film „The Sting“ („Der Clou“, 1973) erhält die Auszeichnung 1973 als „Bester Film“, 1986 erhält der Schauspieler die begehrte Trophäe für seine Rolle in „The Color Of Money“ („Die Farbe des Geldes“, 1986). Bei den „Golden Globe Awards“ 2006 wird Paul Newman für die „Beste Nebenrolle“ in „Empire Falls“ ausgezeichnet.

Mit seinem Lebensmittelkonzern „Newman’s Own“ verdient Paul Newman Millionen – einen Großteil der Gewinne spendet er für wohltätige Zwecke. Auch als Rennfahrer sorgt Paul Newman für Schlagzeilen, seit er die Leidenschaft für Motorsport 1969 bei den Dreharbeiten zu „Indianapolis“ entdeckt. Mit siebzig Jahren kommt er als ältester Fahrer, der ein professionelles Rennen gewinnt, ins Guinness-Buch der Rekorde.

Paul Newman ist für seine vielen wohltätigen Unternehmungen bekannt – er ruft unter anderem die „Scott Newman Foundation“ und das „Hole-in-the-Wall Gang“-Projekt für krebskranke Kinder ins Leben. „Ich finde es nicht außergewöhnlich oder nobel, ein Philantrop zu sein. Nur die gegenteilige Haltung finde ich verwirrend“ sagt er. Anlass für sein soziales Engagement ist die Trauer um seinen einzigen Sohn, der 1978 an einer Überdosis Rauschgift stirbt. Auch politisch ist Paul Newman seit den sechziger Jahren als aktiver Teilnehmer der Bürgerrechtsbewegung engagiert. Er unterstützt Abrüstungskampagnen während des Kalten Krieges und nutzt seine Popularität, um Spendengelder zu sammeln. Auf Präsident Nixons berüchtigter „Feindesliste“ steht er auf Rang 19, was er einmal als eine seiner besten Auszeichnungen preist.

Paul Newman ist von 1958 bis zu seinem Tod mit der Schauspielerin Joanne Woodward verheiratet – aus seinen beiden Ehen hat er fünf Töchter und einen Sohn.

Paul Newman stirbt mit fünfundachtzig Jahren am 26. September 2008 in seinem Haus in Westport im US-Bundesstaat Connecticut an den Folgen eines Krebsleidens.

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