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Mit seinen grellbunten Filmen katapultiert er Spanien in die Gegenwart – ohne Kultregisseur Pedro Almodóvar sähe das Land heute anders aus. Mit schrägem Humor porträtiert er gesellschaftliche Randerscheinungen und spiegelt in seinen Filmen alles Schrille, Exaltierte und Hedonistische der achtziger und neunziger Jahre wieder

Pedro Almodóvar wird am 24. September 1949 in Calzada de Calatrava in der Provinz Ciudad Real/La Mancha geboren. Als er acht Jahre alt ist, zieht seine Familie in die spanische Provinz Extremadura, wo er einige katholische Schulen besucht – die schlechten Erfahrungen mit seiner religiösen Erziehung lassen ihn bereits als Kind am Glauben zweifeln.

Früh beginnt sich Pedro Almodóvar für Filme zu interessieren – regelmäßig besucht er das Kino in der Provinzhauptstadt Cáceres. Mit sechzehn Jahren zieht er nach Madrid, wo er die Filmhochschule besucht und sich ins pulsierende Leben stürzt – die spanische Hauptstadt bietet damals trotz Einschränkung durch das Franco-Regime viel Aufregendes, er hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und arbeitet einige Jahre als Büroangestellter bei einer Telefongesellschaft.

Nach Feierabend entfaltet Pedro Almodóvar sein künstlerisches Talent – er schreibt Kurzgeschichten, gründet die Rockband „Almodóvar & McNamara“ und vollendet 1980 seinen ersten abendfüllenden Spielfilm „Pepi, Luci, Bom y otras chicas del montón“.

In den folgenden Jahren entstehen weitere Filme und Pedro Almodóvar etabliert sich in der spanischen Filmlandschaft als feste Größe – in „Laberinto de pasiones“ („Labyrinth der Leidenschaften“, 1982), „Entre tinieblas“ („Das Kloster zum heiligen Wahnsinn“, 1983), „¿Qué he hecho yo para merecer esto?“ („Womit habe ich das verdient?“, 1984), „Matador“ (1986) und „La ley del deseo“ („Das Gesetz der Begierde“, 1987) versammelt er ein Ensemble von charismatischen Schauspielern. Einige davon wie Rossy de Palma erlangen Kultstatus, andere wie Marisa Paredes, Carmen Maura und Victoria Abril etablieren sich als europäische Charakterdarsteller oder schaffen wie Antonio Banderas und Penélope Cruz den Sprung nach Hollywood.

Seinen internationalen Durchbruch als Filmregisseur hat Pedro Almodóvar 1988 mit „Mujeres al borde de un ataque de nervios“ („Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“) – das Werk wird mit europäischen Filmpreisen nur so überhäuft. Auf die bissige Beziehungsparodie „¡Átame!“ („Fessle mich!“, 1990) und das Mutter-Tochter-Drama „Tacones lejanos“ („High Heels – Die Waffen einer Frau“, 1991) folgt 1993 die Mediensatire „Kika“ (1993), in welcher der Regisseur das heikle Kunststück gelingt, eine minutenlange Vergewaltigungsszene als komische Slapstick-Nummer erscheinen zu lassen. In „La flor de mi secreto“ („Mein blühendes Geheimnis“, 1995) und „Carne trémula“ („Live Flesh – Mit Haut und Haar“, 1997) mit Javier Bardem macht sich dann wieder ein melodramatischer Zug bemerkbar.

1999 feiert Pedro Almodóvar den größten Erfolg seiner Karriere – der Film „Todo sobre mi madre“ („Alles über meine Mutter“) mit Cecilia Roth, Marisa Paredes und Penélope Cruz wird mit dem „Oscar“ als „Bester Fremdsprachiger Film“ sowie einem „Golden Globe“, einem „César“, drei „Europäischen Filmpreisen“, dem „David de Donatello“, zwei „BAFTA-Awards“, sieben „Goyas“ und diversen weiteren Preisen ausgezeichnet.

Auch „Hable con ella“ („Sprich mit ihr“, 2002) mit Geraldine Chaplin wird mit einem „Oscar“ ausgezeichnet. 2004 erscheint „La mala educación“ („Schlechte Erziehung“), in welchem sich Pedro Almodóvar mit der katholischen Kirche auseinandersetzt. Für „Volver“ („Zurückkehren“, 2006) werden Pedro Almódovar und die Hauptdarstellerin Penélope Cruz erneut mit mehreren Filmpreisen geehrt. 2009 erscheint „Los abrazos rotos“ („Zerrissene Umarmungen“) mit Blanca Portillo, 2011 „La piel que habito“ („Die Haut in der ich wohne“), 2013 „Los amantes pasajeros“ („I’m So Excited“) und 2016 mit „Julieta“ Pedro Almodóvars bislang letzter Film.

In den Filmen von Pedro Almodóvar spielen die Themen Homosexualität und Transsexualität eine zentrale Rolle – da der Regisseur jedoch lange Zeit nicht öffentlich über seine Homosexualität spricht und die Schwulenbewegung nie offiziell unterstützt, wird er von spanischen Lesben- und Schwulenverbänden kritisiert. Dennoch hat er nach wie vor eine große homosexuelle Fangemeinde.

Für sein künstlerisches Schaffen wird Pedro Almodóvar neben etlichen internationalen Filmpreisen mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. 1997 wird er in die „Französische Ehrenlegion“ aufgenommen.

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