Famous People » Sänger » Rex Gildo

Als Traum aller Schwiegermütter singt und tanzt sich Rex Gildo ab den sechziger Jahren in die Herzen seiner vorwiegend weiblichen Fans, mit Hits wie „Fiesta Mexicana“ und „Der letzte Sirtaki“ feiert er große Erfolge – der ungekrönte deutsche Schlagerkönig legt eine erstaunliche Karriere hin und endet tragisch

Rex Gildo kommt am 2. Juli 1936 als Ludwig Franz Hirtreiter im niederbayerischen Straubing zur Welt – er ist das fünfte und jüngste Kind eines Münchner Kaufmanns und einer Sekretärin. Nach eigenen Angaben ist er als Kind Mitglied bei den „Regensburger Domspatzen“ und absolviert nach dem vorübergehenden Besuch einer Handelsschule an der „Otto-Falckenberg-Schule“ in München eine Ausbildung in Schauspiel, Gesang und Tanz – Recherchen wiederlegen dies jedoch später.

Nach Jobs als Statist erhält Rex Gildo 1956 eine erste Bühnenrolle an den „Münchner Kammerspielen“, danach spielt er im Film „Immer wenn der Tag beginnt“ (1957) neben Ruth Leuwerik – 1958 erhält er seine erste Hauptrolle an der Seite des damaligen Teenager-Idols Cornelia Froboess im Film „Hula-Hopp, Conny“. Danach folgen Auftritte in zahlreichen seichten Schlagerfilmen, in denen Rex Gildo sich mehr oder weniger selbst spielt – bis in die siebziger Jahre hinein agiert er unter anderem in Filmen wie „Ja, so ein Mädchen mit sechzehn“ (1959), „Mit 17 weint man nicht“ (1959), „Meine Nichte tut das nicht“ (1960), „Marina“ (1960), „Schlagerparade“ (1960), „O sole mio“ (1960) „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n“ (1961), „Tanze mit mir in den Morgen“ (1961), „Café Oriental“ (1962), „Jetzt dreht die Welt sich nur um dich“ (1964), „Was ist denn bloß mit Willi los?“ (1970) und „Unsere Tante ist das Letzte“ (1972).

Ende der fünfziger Jahre erhält Rex Gildo einen Plattenvertrag und hat 1960 seinen ersten musikalischen Erfolg mit dem Titel „Sieben Wochen nach Bombay“. In den folgenden Jahren singt er Duette mit den Kolleginnen Conny Froboess, Vivi Bach und Angèle Durand – 1960 nimmt er mit Angèle Durand und dem Lied „Abitur der Liebe“ am deutschen Vorentscheid zum „Eurovision Song Contest“ teil und 1961 führt er mit „Speedy Gonzales“ wochenlang die deutschen Hitparaden an. Nach der Trennung des „Traumpaares“ Froboess/Gildo feiert er mit Gitte Hænning als Duo „Gitte & Rex“ seine größten Erfolge – ihre Hits „Vom Stadtpark die Laternen“, „Zwei auf einer Bank“, „Jetzt dreht die Welt sich nur um dich“ und „Süß wie Schokolade“ halten sich monatelang in den deutschen Charts.

Nach der Trennung von Gitte Hænning feiert Rex Gildo bis in die frühen achtziger Jahre mit Hits wie „Rosen brauchen Sonnenschein“, „Ein Ring aus Gold“, „Dondolo“, „Hast du Angst vor der Liebe“, „Memories“, „Fiesta Mexicana“, „Der Sommer ist vorbei“, „Marie, der letzte Tanz ist nur für dich“ und „Der letzte Sirtaki“ große Erfolge. Seinen letzten Charthit hat er 1981 mit „Wenn ich je deine Liebe verlier’“.

1981 ist Rex Gildo Gastgeber der Fernsehshow „Gestatten: Rex Gildo“. Mit dem Abklingen der Schlagerwelle wird es auch um Rex Gildo ruhiger – Mitte der achtziger Jahre produziert Dieter Bohlen mit ihm den nur mäßig erfolgreichen Titel „Du ich lieb‘ dich“, danach wechselt er mehrfach die Plattenfirmen und hat noch einige kleinere Erfolge mit Titeln wie „Mexikanische Nacht“, „Was ist schon eine Nacht“, „Verrückt, verliebt und atemlos“, „Toujours Amour“ und „Bella Madalena“.

In den folgenden Jahren hält sich Rex Gildo mit kleineren Auftritten über Wasser – dem Schlagerrevival der neunziger Jahre, das augenzwinkernd und ironisch die alten Hits salonfähig macht – verweigert er sich.

1999 stürzt Rex Gildo, der seit 1974 mit einer Cousine verheiratet ist, nach einem Streit mit seinem Lebensgefährten aus einem Fenster seiner Münchner Wohnung – auf Grund der Umstände und den Zeugenaussagen wird von einem Suizid ausgegangen. Rex Gildo wird auf dem „Münchner Ostfriedhof“ beigesetzt.

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