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Mit seinem runden und fröhlichen Gesicht ist er prädestiniert für zurückhaltende und gutmütige Rollen, er spielt in mehreren Filmklassikern mit und schafft mit „Gandhi“ ein Meisterwerk – wie kaum ein anderer britischer Regisseur und Schauspieler prägt Richard Attenborough die internationale Kinolandschaft des vergangenen Jahrhunderts

Richard Samuel Attenborough wird am 29. August 1923 im englischen Cambridge geboren, wo er zusammen mit seinem Bruder – dem späteren Naturdokumentarfilmer David Attenborough – aufwächst. Mit siebzehn Jahren geht er nach London um dort die Royal Academy Of Dramatic Arts zu besuchen, 1942 gibt er am Londoner West End Theatre sein Schauspieldebüt.

Während des Zweiten Weltkrieges dient Richard Attenborough drei Jahre lang bei der Royal Air Force, danach wendet er sich wieder der Schauspielerei zu. In den vierziger und fünfziger Jahren ist er in rund dreißig Filmen zu sehen – darunter „In Which We Serve“ (1942), „A Matter Of Life And Death“ („Irrtum im Jenseits“, 1946), „Brighton Rock“ (1947), „The Magic Box“ („Der wunderbare Flimmerkasten“, 1951) neben Maria Schell, „Sea Of Sand“ („Die schwarzen Teufel von El Alamein“, 1958), „The League Of Gentlemen“ („Die Herren Einbrecher geben sich die Ehre“, 1960) und „SOS Pacific“ („Dicke Luft und heiße Liebe“, 1959) mit Eddie Constantine und Eva Bartok.

Der große Durchbruch gelingt Richard Attenborough 1963 mit dem Klassiker „The Great Escape“ („Gesprengte Ketten“) an der Seite von Steve McQueen, Charles Bronson, James Coburn und James Garner. Danach folgen Auftritte in Filmen wie „Séance On A Wet Afternoon“ („An einem trüben Nachmittag“, 1964), „Guns At Batasi“ („Schüsse in Batasi“, 1964) neben Mia Farrow, „The Flight Of The Phoenix“ („Der Flug des Phoenix“, 1965) mit James Stewart, Hardy Krüger und Ernest Borgnine, „The Sand Pebbles“ („Kanonenboot am Yangtse-Kiang“, 1966) neben Steve McQueen und Candice Bergen, „Doctor Dolittle“ („Doktor Dolittle“, 1967) mit Rex Harrison und Norma Varden, „And Then There Were None“ („Ein Unbekannter rechnet ab“, 1974) an der Seite von Charles Aznavour, Stéphane Audran und Gert Fröbe, „Rosebud“ („Unternehmen Rosebud“, 1975) neben Peter O’Toole und Isabelle Huppert, „Brannigan“ („Brannigan – Ein Mann aus Stahl“, 1975) mit John Wayne und „The Human Factor“ („Der menschliche Faktor“, 1979).

Gegen Ende der sechziger Jahre ist Richard Attenborough verstärkt als Regisseur und Produzent tätig – unter anderem inszeniert er „A Bridge Too Far“ („Die Brücke von Arnheim“ (1977) mit Dirk Bogarde, James Caan, Michael Caine, Sean Connery und Gene Hackman, „A Chorus Line“ (1985) mit Michael Douglas, „Cry Freedom“ („Schrei nach Freiheit“, 1987) mit Denzel Washington und Kevin Kline, „Chaplin“ (1992) mit Robert Downey junior und Geraldine Chaplin und „Shadowlands“ (1993) mit Anthony Hopkins und Debra Winger. Seinen größten Erfolg als Regisseur feiert Richard Attenborough 1982 mit „Gandhi“ – das beeindruckende Monumentalwerk über den indischen Freiheitskämpfer wird mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichnet, darunter mit acht „Oscars“.

1993 ist Richard Attenborough in „Jurassic Park“ erstmals wieder als Schauspieler zu sehen – Regisseur Steven Spielberg erfüllt sich damit nach eigenen Angaben einen lebenslangen Traum.

Zuletzt spielt Richard Attenborough in „Miracle On 34th Street“ („Das Wunder von Manhattan“, 1994), „Hamlet“ (1996) an der Seite von Kenneth Branagh, Kate Winslet, Julie Christie, Jack Lemmon, Robin Williams und Gérard Depardieu, in „Elizabeth“ (1998) neben Cate Blanchett, Fanny Ardant, Geoffrey Rush und Joseph Fiennes und in „Joseph And The Amazing Technicolor Dreamcoat“ (1999). Die letzte Regiearbeit von Richard Attenborough ist „Closing The Ring“ (2007) mit Shirley MacLaine und Christopher Plummer.

Für sein soziales Engagement erhält Richard Attenborough 1983 den „Martin-Luther-King-Friedenspreis“ – außerdem ist er UNICEF-Botschafter, Ehrenbürger der Stadt Leicester, Ehrendoktor und Kanzler der Universität von Sussex, „Kommandeur des Ordre des Arts et des Lettres“, Ritter der Ehrenlegion und Träger des indischen „Padma-Bhushan-Ordens“. 1967 wird Richard Attenborough zum „Commander Of The Order Of The British Empire“ und 1976 von Königin Elisabeth II. zum „Knight Bachelor“ ernannt. Seit den neunziger Jahren hat er einen Sitz als Labour-Mitglied im Londoner House Of Lords.

Seit 1945 ist Richard Attenborough mit der Schauspielerin Sheila Sim verheiratet, mit der er drei Kinder hat. Seine Enkeltochter Lucy Elizabeth kommt 2004 bei der Tsunami-Katastrophe in Südasien ums Leben, seine Tochter Jane Mary gilt seitdem als vermisst.

Sir Richard Attenborough stirbt am 24. August 2014 im Alter von neunzig Jahren in einem Seniorenheim im englischen Cambridge.

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