Famous People » Schauspieler » Richard Widmark

Im Laufe seiner langen Karriere wirkt der markante Blonde in knapp achtzig Filmen mit, vorzugsweise als Schurke vom Dienst in zahlreichen Western-Produktionen – Richard Widmark steht neben den großen Stars der goldenen Hollywood-Ära vor der Kamera und zählt gut drei Jahrzehnte lang zu den populärsten und profiliertesten Schauspielern seiner Zeit

Richard Widmark wird am 26. Dezember 1914 in Sunrise im US-Bundesstaat Minnesota als Sohn des schwedischstämmigen Handelsvertreters Carl H. Widmark und dessen Frau Ethel Mae Barr geboren – er wächst in Sioux Falls im US-Bundesstaat South-Dakota sowie in anderen Kleinstädten in Illinois und Missouri auf. Nach seinem Schulabschluss studiert er Jura sowie Philosophie, Sprachen und dramatische Kunst – mit knapp dreißig Jahren wird er als Dozent für Sprachen und Dramaturgie an die Universität Lake Forrest im US-Bundesstaat Illinois berufen, die er zwei Jahre später als außerordentlicher Professor wieder verlässt.

Schon früh begeistert sich Richard Widmark für die Schauspielerei – 1943 debütiert er am New Yorker Broadway in der Theaterproduktion „Kiss And Tell“, danach arbeitet als Sprecher für Radiosendungen, bevor er 1947 in „Kiss Of Death“ („Der Todeskuss“) an der Seite von Karl Malden als Filmschauspieler debütiert. Für seinen Auftrittt in dem Thriller gewinnt er 1948 einen „Golden Globe“ als „Bester Nachwuchsdarsteller“. Seitdem zählt Richard Widmark zu den profiliertesten Hollywood-Stars – häufig wird er auf Verbrecherrollen festgelegt, in denen er Gangsterbosse, Ganoven und Zyniker verkörpert. Erst in den fünfziger Jahren gelingt es ihm, sich dem Kriminellen-Klischee zu entziehen und sich als vielseitiger Hauptdarsteller auch in anderen Genres zu etablieren.

Richard Widmark spielt unter anderem in „Yellow Sky“ („Herrin der toten Stadt“, 1948) neben Gregory Peck und Anne Baxter, in „Panic In The Streets“ („Unter Geheimbefehl“, 1950) neben Barbara Bel Geddes, in „Halls Of Montezuma“ („Okinawa“, 1951) mit Jack Palance, in „The Frogmen“ („Die Froschmänner“, 1951), in „Red Skies Of Montana“ („Die Feuerspringer von Montana“, 1952), in „Don’t Bother To Knock“ („Versuchung auf 809“, 1952) an der Seite von Marilyn Monroe und Anne Bancroft, in „Pickup On South Street“ („Polizei greift ein“, 1953) neben Thelma Ritter, in „Broken Lance“ („Die gebrochene Lanze“, 1954) mit Spencer Tracy und Robert Wagner, in „Garden Of Evil“ („Der Garten des Bösen“, 1954) neben Gary Cooper, in „Saint Joan“ („Die heilige Johanna“, 1957) mit Jean Seberg, in „The Law And Jake Wade“ („Der Schatz des Gehenkten“, 1957) mit Robert Taylor, in „The Tunnel Of Love“ („Babys auf Bestellung“, 1958) neben Doris Day, in „Warlock“ (1959) an der Seite von Henry Fonda und Anthony Quinn, in „The Alamo“ („Alamo“, 1960) neben John Wayne, in „The Secret Ways“ („Geheime Wege“, 1961) mit Sonja Ziemann und Senta Berger, in „Judgment At Nuremberg“ („Das Urteil von Nürnberg“, 1961) an der Seite von Spencer Tracy, Burt Lancaster, Marlene Dietrich, Maximilian Schell, Judy Garland und Montgomery Clift, in „Cheyenne Autumn“ („Cheyenne“, 1964) mit Karl Malden, in „Alvarez Kelly“ (1966) mit William Holden, in „The Way West“ („Der Weg nach Westen“, 1967) an der Seite von Kirk Douglas, Robert Mitchum und Sally Field, in „Murder On The Orient Express“ („Mord im Orient-Express“, 1974) neben Lauren Bacall, Ingrid Bergman, Jacqueline Bisset, Sean Connery und Anthony Perkins, in „Twilight’s Last Gleaming“ („Das Ultimatum“, 1977) neben Burt Lancaster, in „The Domino Principle“ („Das Domino Komplott“, 1977) neben Gene Hackman und in „Bear Island“ („Die Bäreninsel in der Hölle der Arktis“, 1979) neben Donald Sutherland, Vanessa Redgrave und Christopher Lee.

Ab den achtziger Jahren wird es ruhiger um Richard Widmark – 1987 ist er in Volker Schlöndorffs „Ein Aufstand alter Männer“ zu sehen und 1991 hat er im Politthriller „True Colors“ („Der Preis der Macht“) seinen letzten Auftritt vor einer Filmkamera.

2005 erhält Richard Widmark den „Los Angeles Film Critics Association Career Achievement Award“ für sein Lebenswerk – auch wird er mit einem Stern auf dem „Hollywood Walk Of Fame“ geehrt.

Richard Widmark engagiert sich auch politisch – unter anderem setzt er sich gegen ein liberales Waffenrecht und gegen den Vietnamkrieg ein.

Von 1942 bis zu ihrem Tod 1985 ist Richard Widmark mit der Drehbuchautorin Jean Hazlewood verheiratet – 1945 wird das einzige Kind, Anne Heath Widmark, geboren. 1999 heiratet der Schauspieler Susan Blanchard, die zuvor mit Henry Fonda verheiratet ist.

Richard Widmark verbringt seinen Lebensabend zurückgezogen auf seiner Farm in Connecticut. Er stirbt nach längerer Krankheit am 24. März 2008 auf seinem Landsitz im Alter von dreiundneunzig Jahren.

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