Ihm gelingt in nur wenigen Jahren der Schritt vom angehimmelten Boy-Group-Clown zum ernsthaften Popsänger – Robbie Williams gilt als erfolgreichster europäischer Popstar der Gegenwart. Der charismatische Brite singt Duette mit Kylie Minogue und Nicole Kidman, macht den angestaubten Swing wieder populär, wird mit unzähligen Preisen ausgezeichnet und füllt bei ausverkauften Konzerten ganze Stadien
Robert “Robbie” Peter Maximillian Williams wird am 13. Februar 1974 im englischen Newcastle-under-Lyme/Staffordshire geboren. Seine Eltern führen in der Provinz einen Pub namens “Red Lion” – als er drei Jahre alt ist trennen sie sich und er zieht mit seiner Mutter und seiner Schwester nach Stoke-on-Trents, wo er die Schule besucht. Der hyperaktive, als Klassen-Clown verschriene Junge gilt als schwer erziehbar. Einzig seine Theateraufführungen bleiben dem Schulpersonal in positiver Erinnerung. Im Pub seiner Eltern bietet der kleine Robbie erste Kostproben seines späteren Talents. Mit sechzehn Jahren bricht Robbie Williams die Schule ab und geht 1989 als Komparse an ein Provinztheater, daraufhin erhält er erste kleinere Rollen in Theaterstücken und Musicals. Nebenbei absolviert er ein Kurzpraktikum bei “BBC Radio Stoke” und arbeitet kurzzeitig als Fensterrahmenverkäufer.
1990 entdeckt seine Mutter eine Zeitungsannonce, in der Mitglieder für eine Boygroup gesucht werden und meldet ihren Sohn zum Auswahlverfahren an. Zunächst nur als Ersatz unter Vertrag genommen, wird Robbie Williams schon bald festes Mitglied der Casting-Band “Take That”. Die Gruppe wird die erfolgreichste Boygroup der neunziger Jahre und Robbie Williams ihr populärstes Mitglied. Für ihn beginnt ein harter Lebensrhythmus, denn die Band wird professionell in Gesang und Tanz ausgebildet. Auch der Ernährungsplan wird festgelegt und private Beziehungen vertraglich untersagt. “Take That” landen in Europa diverse Hits und entwickeln sich zu heißgeliebten Teenageridolen. Nach diversen Alkohol- und Drogenexzessen wird dem Sänger 1995 geraten, die Band zu verlassen. Daraufhin werden in Deutschland Seelsorge-Hotlines eingerichtet, um enttäuschte Fans zu trösten. Ohne ihr populärstes Mitglied löst sich die Pop-Band 1996 auf.
In den folgenden Jahren verfällt Robbie Williams dem Alkohol und dem Kokain – er unternimmt Entziehungskuren, unter denen er dramatisch leidet. “Kokain sei das grausamste, das Menschen je erfunden haben” so der Sänger.
Im August 1996 erscheint die erste Solo-Single von Robbie Williams – “Freedom” – eine Cover-Version des George Michael-Hits. Sie hinterlässt keinen bleibenden Eindruck und Robbie Williams wird das gleiche Schicksal vorhergesagt, wie diversen anderen ehemaligen Boygroup-Mitgliedern, die auf Solo-Pfaden wandeln und dann in der Versenkung verschwinden.
1997 bringt Robbie Williams sein erstes Solo-Album “Life Thru A Lens” heraus, was von der Kritik wohlwollend angenommen wird. Die CD entsteht in Zusammenarbeit mit Guy Chambers, der dem Sänger auch auch auf seinen zukünftigen Alben erfolgreich die Songs auf den Leib schneidert. Im Herbst 1997 kann Robbie Williams seinen ersten Hit verbuchen – “Angels”, welcher ihn als ernsthaften Sänger etabliert und ihm zudem 1998 den begehrten “Brit-Award” beschert.
Das darauffolgende Album “I’ve Been Expecting You” erklimmt im Oktober 1998 direkt den ersten Platz der Charts. Vorausgegangen ist die Single “Millennium” sowie “No Regrets” in Zusammenarbeit mit Neil Tennant von den “Pet Shop Boys”.
Robbie Williams’ musikalische Vorstöße in den USA erregen dort zu seinem Leidwesen bis in die heutige Zeit nur mäßiges bis überhaupt kein Interesse.
1999 erschein sein Album “Sing When You’re Winning” und wird erneut ein Erfolg. Darauf enthalten ist ein Duett mit Kylie Minogue, “Kids”, sowie das mit einem umstrittenen Video inszenierte “Rock DJ”. Sein drittes Soloalbum und die anschließende Tournee etablieren Robbie Williams endgültig als weltweiten Superstar.
Gedacht als Hommage an Robbie Williams’ großes Vorbild Frank Sinatra und mit der Absicht, dessen Musik einer jüngeren Generation nahezubringen, bringt der Sänger im Frühjahr 2000 das Album “Swing When You’re Winning” heraus. Darauf enthalten sind Sinatra-Wiederauflagen, interpretiert von einem zur Höchstform auflaufenden Robbie Williams. Unter anderem das Duett “Something Stupid” mit Nicole Kidman und Frank Sinatras zu Unrecht in Vergessenheit geratene, anrührende Ballade “It Was A Very Good Year”. Die CD und die dazugehörige Live-DVD “Live At The Albert” entwickeln sich zu einem absoluten Verkaufsknüller. Swing ist in Europa wieder “up to date” und der Erfolg findet unzählige Nachahmer. Robbie Williams erntet viel Kritikerlob für dieses Album und erreicht neben seinen “alten” Anhängern auch eine neue und ältere Zielgruppe.
Das nächste Album “Escapology” erscheint 2002 – die darauf enthaltene Single “Feel” entwickelt sich zu Robbie Williams’ größten Hit. Wenig später trennt sich der Sänger von seinem Songschreiber Guy Chambers, um in Zukunft mit Stephen Duffy zusammenzuarbeiten. Duffy ist in den achtziger Jahren für kurze Zeit Mitglied bei “Duran Duran” und schafft es 1985 mit “Kiss Me” in die britischen Charts. Die Zusammenarbeit der beiden verläuft zunächst recht erfolgreich – das 2005 erscheinende Album “Intensive Care” verkauft sich gut, der Hit “Tripping” erklimmt das erste Mal die Top-Position der deutschen Charts. Das 2006 erscheinende Album “Rudebox” wird fast ausschließlich im Dance/Electro-Stil gehalten, enthält sowohl musikalisch als auch bei den Songtiteln einige Anspielungen auf die Popkultur der achtziger Jahre – die Verkaufszahlen sind eher mäßig und Robbie Williams verordnet sich eine kreative Pause. Er siedelt nach Los Angeles, um sich dort nach eigenen Angaben der Ufo-Forschung zu widmen.
2009 erscheint das Album “Reality Killed The Video Star” – die Songs werden unter anderem von Guy Chambers und Mark Ronson geschrieben, produziert wird das Album von Trevor Horn. Neben diversen Show-Größen nimmt auch Robbie Williams am 2. Juli 2005 an dem von Sir Bob Geldof initiierten “Live 8 Festival” teil.
2009 wird Robbie Williams zum “MTV Greatest Superstar” gekürt und 2010 kommt es zur langersehnten Wiederverinigung des Sängers mit seiner ehemaligen Band “Take That”. Das im selben Jahr veröffentlichte Album der Gruppe “Progress” wird ein enormer Erfolg – die ausgekoppelte Single “The Flood” erreicht die obersten Plätze der europäischen Charts.
Zitat: “Bräute heißen meist Mäuschen – im Verlauf der Ehe werden die Tiere dann immer größer.”