Er ist ein Mann mit vielen Gesichtern – ob genialer Schauspieler, Ex-Knasti, Frauenschwarm, Madonnas Exmann, gefeierter Regisseur und Friedens- und Umweltaktivist – Sean Penn macht eine erstaunliche Verwandlung vom skandalumwitterten “Bad Boy” Hollywoods zum gefragten Charakterdarsteller durch und zählt heute zu den profiliertesten und charismatischten Schauspielern der Gegenwart
Sean Justin Penn wird am 17. August 1960 im kalifornischen Santa Monica geboren. Als Sohn des Regisseurs Leo Penn und der Schauspielerin Eileen Ryan wächst er in Malibu auf, sein älterer Bruder Michael ist Musiker, sein 2006 verstorbener jüngerer Bruder Chris war ebenfalls Schauspieler. Schon seit frühester Kindheit hegt Sean Penn den Wunsch, vor der Kamera zu stehen – mit seinen Freunden Charlie Sheen, Emilio Estevez und Rob Lowe dreht er schon in jungen Jahren zahlreiche Super-8-Kurzfilme. Nach Beendigung der High-School nimmt er Schauspielunterricht und jobbt zunächst als Laufbursche im “Group Repertory Theatre” in Los Angeles. Am New Yorker Broadway gibt er dann sein Schauspiel-Debüt im Stück “Heartland”.
1981 feiert Sean Penn im Drama “Taps” (“Die Kadetten von Bunker Hill”) neben dem noch unbekannten Tom Cruise sein Leinwanddebüt, schon sein nächster Film “Fast Times At Ridgemont High” (“Ich glaub’, ich steh’ im Wald”, 1981) neben Jennifer Jason Leigh macht Sean Penn zum Star. Danach folgen Filme wie “Bad Boys” (“Bad Boys – Klein und gefährlich”, 1983), “The Falcon And The Snowman” (“Der Falke und der Schneemann”, 1985) und das zu Recht verissene Machwerk “Shanghai Surprise” (1986) an der Seite seiner damaligen Ehefrau, der Pop-Ikone Madonna.
Seinen internationalen Durchbruch hat Sean Penn dann mit Dennis Hoppers sozialkritischem Polizeifilm “Colors – Farben der Gewalt” (1988) sowie in “Carlito’s Way” (1993) neben Al Pacino. Für seine Darstellung in dem Gangster-Streifen erhält Sean Penn seine erste “Golden-Globe”-Nominierung. 1995 kann man den Schauspieler dann im hochgelobten “Dead Man Walking” (“Dead Man Walking – Sein letzter Gang”) neben Susan Sarandon in einer eindringlichen Rolle als zum Tode verurteilten Massenmörder sehen. Für die Rolle wird Sean Penn für einen “Oscar” nominiert. Man kann ihn im Kriegs-Epos “The Thin Red Line” (“Der schmale Grat”, 1998) neben Adrien Brody, in “Being John Malkovich” (1999) und in Woody Allens Komödie “Sweet And Lowdown” (1999) neben Uma Thurman sehen – wofür er erneut mit einer “Oscar”-Nominierung geehrt wird.
Auch als Regisseur macht sich Sean Penn einen Namen – 2000 verfilmt er den Dürrenmatt-Roman “Das Versprechen” (“The Pledge”) mit Jack Nicholson. 2001 wird er für das Behindertendrama “I am Sam” (“Ich bin Sam”) von Nick Cassavetes jeweils für einen “Academy Award” nominiert. 2004 wird Sean Penn für seine herausragende Leistung in “Mystic River” mit dem “Oscar” in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller” bedacht. 2005 kann man ihn zusammen mit Nicole Kidman in Sydney Pollacks “Die Dolmetscherin” (2005) sehen und 2008 bekleidet er das Amt des Jurypräsidenten bei den “Filmfestspielen von Cannes”. 2009 erhält Sean Penn für sein Porträt des homosexuellen Stadtrates von San Francisco Harvey Milk in Gus Van Sants Filmbiografie “Milk” seinen zweiten “Oscar” als “Bester Hauptdarsteller”.
Sean Penn gilt als einer der größten und aktivsten Kritiker des US-Präsidenten George W. Bush – während dessen Amtszeit nimmt der Schauspieler an zahlreichen Demonstrationen und Protestveranstaltungen teil und wendet sich in einem offenen Brief gegen den Irak-Krieg. Bekannt ist Sean Penn auch für sein humanitäres Engagement – nach dem Hurrikan “Katrina” in New Orleans hilft er bei der Bergung von Überlebenden und nach dem verheerenden Erdbeben von Haiti 2010 gründet er die Hilfsorganisation “J/P Haitian Relief Organization”. Auch ist er Mitglied und Unterstützer der Meeresschutzorganisation “Sea Shepherd”, welche sich gegen die Wal-, Hai-, Robbenjagd einsetzt.
Von 1985 bis 1989 ist Sean Penn mit der Pop-Sängerin Madonna verheiratet und von 1996 bis 2009 mit der Schauspielerin Robin Wright – aus der Ehe gehen die Kinder Hopper Jack und Dylan Frances hervor. Sean Penn lebt in San Francisco.
Zitat: “Wir werden in eine Welt hineingeboren, in der sich niemand die Zeit nimmt, der zu werden, der er ist – und all diese Menschen, die nicht sie selbst sind, verletzen die wenigen Menschen, die sich diese Zeit nehmen.”