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Als eine der wenigen deutschsprachigen Schauspielerinnen kann sie eine internationale Karriere vorweisen – Senta Berger dreht mit zahlreichen Hollywood-Größen und wird in Deutschland für etliche Charakterrollen in Fernsehfilmen und TV-Serien mit den bedeutendsten Filmpreisen ausgezeichnet

Senta Berger kommt am 13. Mai 1941 als Tochter des Komponisten Josef Berger in Wien zur Welt, wo sie aufwächst und die Schule besucht – in der Familie wird sie musikalisch schon früh gefördert, im Alter von knapp zehn Jahren erhält sie Unterricht in Ballett und Ausdruckstanz.

1957 wird Senta Berger von Star-Regisseur Willy Forst für ihre erste kleinere Filmrolle engagiert – in zehn Tagen Drehzeit neben Stars wie Adrian Hoven, Erika Remberg und dem großen Wiener Charakterdarsteller Hans Moser darf sie zwei Worte sprechen – „Sie kommt!“. Ihr Auftritt in Willi Forsts „Die unentschuldigte Stunde“ hat Folgen – sie beendet die Schule um am Max-Reinhardt-Seminar in Wien Schauspielunterricht zu nehmen. In den Ferien vor Studienbeginn dreht sie noch eine kleine Rolle in „Die Lindenwirtin vom Donaustrand“. Das Max-Reinhardt-Seminar muß Senta Berger verlassen, nachdem sie eine Rolle in „The Journey“ neben Yul Brynner annimmt. 1958 wird die Schauspielerin das jüngste Mitglied am „Theater in der Josefstadt“. Es folgen Arbeiten mit den Regisseuren Otto Schenk, Hans Hollmann und Leonard Steckel.

Ihren Durchbruch schafft Senta Berger in der Verfilmung des Romans von Johannes Mario Simmel „Es muss nicht immer Kaviar sein“, in dem sie an der Seite von O. W. Fischer und Eva Bartok spielt- seit dieser Zeit gehört sie zu den meistbeschäftigten deutschsprachigen Schauspielerinnen. Zu internationalem Ruhm kommt sie 1962 mit der Walt Disney-Produktion „Liebe im 3/4 Takt“ und dem Klassiker „Das Testament des Dr. Mabuse“ an der Seite von Gert Fröbe.

1962 geht Senta Berger nach Hollywood und dreht mit Charlton Heston, Sir Alec Guinness, Frank Sinatra, Dean Martin, Richard Harris, George Hamilton, Kirk Douglas und John Wayne – unter anderem „Major Dundee“ (1964) und „Marquis de Sade“ (1968). 1969 kehrt sie nach Europa zurück – die in dieser Zeit in Deutschland mehr als brachliegende Filmlandschaft hat für die begabte Schauspielerin nicht viel anzubieten, daher ist Senta Berger in den siebziger Jahren vor allem in mittelmäßigen Produktionen unterschiedlicher Genres zu sehen. An der Seite von Lex Barker spielt sie in „Frauenarzt Dr. Sibelius“, mit Nino Manfredi dreht sie die Komödie „Unser Boss ist eine Dame“, auch wirkt sie in der Trash-Klamotte „Quando le donne avevano la coda“ („Als die Frauen noch Schwänze hatten“, 1970), in „Roma Bene – Liebe und Sex in Rom“ (1971) und in „Toll trieben es die alten Germanen“ (1972) mit.

1963 lernt Senta Berger den Sohn des Schauspielers und Regisseurs Paul Verhoeven – Michael Verhoeven – kennen, 1966 heiraten beide in München, gemeinsam haben sie die Söhne Simon Vincent und Luca Paul. 1968 spielt Senta Berger im Kriminalfilm „Babeck“ mit, in welchem sie das Lied „Vergiß mich, wenn du kannst“ singt. Ab den achtziger Jahren produziert Senta Berger mit der mit ihrem Ehemann gegründeten Firma anspruchsvolle deutsche Kinofilme wie „Die Weiße Rose“ (1982), „Das schreckliche Mädchen“ (1989) und „Mutters Courage“ (1995).

Bei den „Salzburger Festspielen“ agiert Senta Berger von 1974 bis 1982 an der Seite von Curd Jürgens und Maximilian Schell als Buhlschaft im „Jedermann“. Auch tritt sie am Wiener Burgtheater, am Thalia-Theater in Hamburg und am Schillertheater in Berlin auf.

Große Popularität gewinnt Senta Berger Mitte der achtziger Jahre durch die TV-Kultserie „Kir Royal“ an der Seite von Franz Xaver Kroetz, Dieter Hildebrand, Billie Zöckler und Ruth Maria Kubitschek. Weitere Fernsehserien mit ihr sind „Die schnelle Gerdi“ und „Lilli Lottofee“. Seit 2002 spielt Senta Berger die Polizeirätin Dr. Eva-Maria Prohacek in der Fernseh-Reihe „Unter Verdacht“, wofür sie 2003 mit dem „Adolf-Grimme-Preis“ ausgezeichnet wird. Einen weiteren „Adolf-Grimme-Preis“ erhält Senta Berger 2009 mit ihrer Darstellung einer aufrechten Vorstandssachbearbeiterin im hochgelobten Fernsehfilm „Frau Böhm sagt nein“.

Zuletzt sieht man Senta Berger unter anderem in „Satte Farben vor Schwarz“ (2010) neben Bruno Ganz, in „Zettl“ (2012) an der Seite von Ulrich Tukur, Dieter Hildebrandt, Dagmar Manzel und Götz George und in „Ruhm“ (2012) neben Heino Ferch.

Im Laufe ihrer Karriere wird Senta Berger mit unzähligen Preisen geehrt – sie erhält drei „Bambis“, einen „Golden Globe“, ein „Filmband in Silber“, einen „Deutschen Darstellerpreis“, eine „Goldene Romy“ und eine „Platin-Romy“ sowie den „Karl-Valentin-Preis“, das „Bundesverdienstkreuz erster Klasse“ und den „Bayerischen Verdienstorden“.

Senta Berger lebt in Grünwald bei München und in Berlin.

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