Famous People » Schauspieler » Shelley Winters

In unzähligen Bühnenstücken und Spielfilmen verkörpert sie heiter-hintergründige Charaktere genau so überzeugend wie ernsthafte und tragische Figuren – häufig liederlich und schlampig, dabei sensibel und unter der rauen und oft ordinären Schale höchst verletzlich, gilt Shelley Winters als eine der größten Charakterdarstellerinnen des vergangenen Jahrhunderts

Shelley Winters wird am 18. August 1920 in East St. Louis im US-Bundesstaat Illinois als Shirley Schrift geboren – die Tochter des Unternehmers Jonas Schrift und der Sängerin Rose Schrift stammt aus einer österreichisch-jüdischen Immigrantenfamilie. Sie wächst im New Yorker Stadtteil Brooklyn auf und besucht dort die Thomas-Jefferson High School. Danach nimmt sie an der New Theatre School Schauspielunterricht, den sie sich als Fotomodell finanziert, tritt bei Sommertheatern auf und feiert Broadway-Erfolge in „The Night Before Christmas“ (1941) und „Rosalinda“ (1942).

Ihr Leinwanddebüt hat Shelley Winters 1943 in einer kleinen Rolle in „What A Woman!“ („Eine Frau hat Erfolg“). Danach folgen Filme wie „A Double Life“ („Ein Doppelleben“, 1947), „Red River“ (1948) neben John Wayne und Montgomery Clift, „Cry Of The City“ („Schrei der Großstadt“, 1948), „Winchester ’73“ (1950) neben James Stewart, „A Place In The Sun“ („Ein Platz an der Sonne“, 1951) an der Seite von Montgomery Clift und Elizabeth Taylor, „Phone Call From A Stranger“ („Ein Fremder ruft an“, 1952) mit Bette Davis, „Executive Suite“ („Die Intriganten“, 1954) neben William Holden und Barbara Stanwyck, „The Big Knife“ („Hollywood-Story“, 1955) neben Jack Palance und „The Night Of The Hunter“ („Die Nacht des Jägers“, 1955) mit Robert Mitchum.

Erst in reiferen Jahren gelingt Shelley Winters der Sprung zur gefragten Charakterschauspielerin – für ihre Darstellung der Auguste Van Pels im Drama „The Diary Of Anne Frank“ („Das Tagebuch der Anne Frank“, 1959) erhält sie ihren ersten „Oscar“, den sie später dem „Anne-Frank-Haus“ in Amsterdam spendet.

In den folgenden Jahren ist Shelley Winters hauptsächlich in Rollen von ordinären Matronen oder dominanten Müttern zu sehen – wie in Stanley Kubricks „Lolita“ (1962), in „The Balcony“ („Der Balkon“, 1963), in „Wives and Lovers“ („Ach Liebling… nicht hier!“, 1963) neben Janet Leigh, in „A House Is Not A Home“ („Madame P. und ihre Mädchen“, 1964) mit Robert Taylor, in „A Patch Of Blue“ („Träumende Lippen“, 1965), in „Harper“ („Ein Fall für Harper“, 1966) an der Seite von Lauren Bacall und Paul Newman, in „Alfie“ („Der Verführer läßt schön grüßen“, 1966) neben Michael Caine, in „The Scalphunters“ („Mit eisernen Fäusten“, 1968) mit Burt Lancaster, in „Bloody Mama“ (1970) neben Robert DeNiro, in „The Poseidon Adventure“ („Die Höllenfahrt der Poseidon“, 1972) an der Seite von Gene Hackman und Ernest Borgnine, in „That Lucky Touch“ („Bleib mir ja vom Leib“, 1975) mit Roger Moore, in Roman Polanskis „Le locataire“ („Der Mieter“, 1976) mit Isabelle Adjani, in „King Of The Gypsies“ („König der Zigeuner“, 1978) neben Susan Sarandon, in „The French Atlantic Affair“ („Victor Charlie ruft Lima Sierra“, 1979) an der Seite von Telly Savalas und Horst Buchholz, in „Looping“ (1981), in „S.O.B.“ („S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler“, 1981) neben Julie Andrews, William Holden, Marisa Berenson und Larry Hagman und in „Stepping Out“ (1991) mit Liza Minnelli. Ein letztes Mal steht Shelley Winters in „The Portrait Of A Lady“ (1996) mit Nicole Kidman und John Malkovich und in „Gideon“ (1999) neben Charlton Heston und vor der Filmkamera.

Shelley Winters ist viermal verheiratet – von 1943 bis 1946 mit dem Verkäufer Mack Paul Mayer, von 1952 bis 1954 mit dem italienischen Schauspieler Vittorio Gassman – aus der Verbindung stammt Tochter Vittoria-Gina – und von 1957 bis 1960 mit dem Schauspieler Anthony Franciosa. Kurz vor ihrem Tod ehelicht sie ihren langjährigen Lebensgefährten Gerry DeFord.

Shelley Winters stirbt am 14. Januar 2006 im Alter von fünfundachtzig Jahren in Beverly Hills an Herzversagen. Sie wird auf dem Hillside Memorial Park im kalifornischen Culver City beigesetzt.

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