Famous People » Sänger » Sylvester

Mit seiner markanten Falsettstimme gehört der androgyne Kalifornier zu den erfolgreichsten Music-Acts der ausgehenden siebziger Jahre – Sylvester wird für seine zeitlosen Dance-Klassiker „Do You Wanna Funk“ und „You Make Me Feel (Mighty Real)“ bis heute als eine der Legenden der Disco-Ära verehrt

Sylvester James kommt am 6. September 1947 in Los Angeles zur Welt – er ist der Enkelsohn der Jazzsängerin Julia Morgan und wächst als ältestes von sechs Geschwistern in einfachen Verhältnissen bei seiner Mutter Letha auf. Schon früh begeistert er sich für Gospelgesang, man wird auf seine Begabung aufmerksam und bald erreicht er in Südkalifornien als „Child Wonder Of Gospel“ regionale Bekanntheit.

Mit sechzehn Jahren verlässt Sylvester sein Elternhaus und lebt einige Jahre auf der Straße, dennoch gelingt es ihm, seinen High-School-Abschluss zu machen – auf dem Abschlussfoto sieht man ihn in einem Kleid mit Perlenkette. 1967 geht er nach San Francisco, wo er für die Musical-Production „Women Of The Blues“ engagiert wird.

Zu Beginn der siebziger Jahre steigt Sylvester bei der psychedelischen Drag-Gruppe „The Cockettes“ ein, nach dem Ausstieg dort macht er sich in der Gay-Community von San Francisco mit schrillen Bühnenshows und Nachtclub-Auftritten einen Namen. 1973 gründet er seine eigene Band „Sylvester & The Hot Band“, mit der er einige kleinere Hits hat.

1978 veröffentlicht Sylvester das Soloalbum „Step II“ und trifft mit den darin enthaltenen Titeln „You Make Me Feel (Mighty Real)“ und „Dance (Disco Heat)“ den Nerv der Zeit – die Songs stürmen die amerikanischen Billboard-Charts und er avanciert über Nacht zum Star der Disco-Welle. Als Backgroundsängerinnen unterstützen ihn Martha Wash und Izora Rhodes, die später als „The Weather Girls“ zu internationaler Berühmtheit gelangen.

Sylvesters Hit „You Make Me Feel (Mighty Real)“ avanciert im Laufe der Jahre zum Party-Klassiker, gilt als Hymne der Gay-Community und als inoffizieller Song der Wahl des ersten homosexuellen Stadtrates von San Francisco Harvey Milk.

Im Film „The Rose“ (1979) – der sich am Leben von Janis Joplin orientiert – spielt Sylvester an der Seite von Bette Midler eine Drag Queen. 1981 nimmt der Musikproduzent Patrick Cowley mit Sylvester den High-Energy-Titel „Do You Wanna Funk“ auf, der sich etliche Wochen in den Top-Positionen der internationalen Charts hält, 1983 folgt Sylvesters letzte Single „Don’t Stop“.

Sylvester wird mit fünf „Goldenen Schallplatten“ und einem „Grammy“ ausgezeichnet, zu seinen letzten Aufnahmen gehören die Backing-Vocals auf Aretha Franklins Album „Who’s Zooming Who?“ (1985).

Sylvester stirbt am 16. September 1988 im Alter von einundvierzig Jahren im kalifornischen Oakland an den Folgen von Aids. 2005 erfolgt seine posthume Aufnahme in die „Dance Music Hall Of Fame“.

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