In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist sie in Frankreich ein Teenager-Idol – Sylvie Vartan stürmt als erster Top-Star der “Ye-Ye”-Ära die Hitparaden ihres Heimatlandes. Nach dem Abklingen der Beat-Welle wechselt sie mehrmals Image und Genre – ob Pop, Folk, Disco, Cabaret oder Musical – die Sängerin schlüpft in die unterschiedlichsten Rollen und begeistert bis heute ihre große Fangemeinde
Sylvie Vartan kommt als Sylvia Vartanian am 15. August 1944 im bulgarischen Iskretz zur Welt. Die Tochter bulgarisch-armenischer Eltern kommt mit ihrer Familie als Kind nach Paris und tritt schon bald als Sängerin in der Band ihres älteren Bruders auf. Nachdem sie von einem Schallplattenproduzenten entdeckt wird, nimmt sie mit siebzehn Jahren ihre erste Platte auf – “Panne d’essence”. Ihren ersten großen Erfolg in den französischen Charts hat sie dann 1961 mit “Quand le film est triste”, in den folgenden Jahren reiht sich Hit an Hit, wie “Est-ce que tu le sais?”, “Tous mes copains”, “Dansons”, “En écoutant la pluie”, “I’m Watching You”, “Si je chante”, “La la la”, “La plus belle pour aller danser”, “Sha-la-la”, “L’homme en noir”, “Dans tes bras”, “Cette lettre-là”, “Quand revient la nuit”, “Mister John B”, “Ballade pour un sourire”, “Par amour, par pitié”, “Un peu de tendresse, Moi”, “L’oiseau, Baby Capone”, “Irrésistiblement”, “On a toutes besoin d’un homme”, “Face au soleil” und “Apprends-moi”. Viele ihrer Songs sind Cover-Versionen anglo-amerikanischer Hits. Binnen kürzester Zeit avanciert Sylvie Vartan zum Top-Star in Frankreich, sie tritt mit den “Beatles” und Trini Lopez im ausverkauften “Olympia” auf und geht mit Gilbert Bécaud auf eine gemeinsame Tournee.
1965 heiratet Sylvie Vartan die französische Rockn’Roll-Legende Johnny Hallyday. Die beiden sind für einige Jahre das Traumpaar der französischen Musiklandschaft. 1980 wird die Ehe geschieden, aus ihr stammt der gemeinsame Sohn David.
Die Sängerin versucht etliche Male vergeblich den deutschen Plattenmarkt zu erobern – daher bleibt sie trotz hoher Popularität in Frankreich im Vergleich zu Mireille Mathieu, Édith Piaf oder France Gall hierzulande fast unbekannt. Auch ihre englischsprachigen Platten, die ihr in den angelsächsischen Ländern zum Durchbruch verhelfen sollen, erfüllen die Erwartungen nicht – 1984 hat Sylvie Vartan mit “Love Again” im Duett mit John Denver ihren einzigen Hit in den USA. Dagegen ist die Sängerin in Italien recht erfolgreich – in den sechziger und siebziger Jahren platziert sie dort zahlreiche Titel in den Hitparaden und moderiert eine eigene Show im italienischen Fernsehen.
Nebenher widmet sich Sylvie Vartan der Schauspielerei und bringt in unregelmäßigen Abständen neue Alben heraus. Das Studioalbum von 2004 heißt “Sylvie Vartan”, 2005 erscheint as Live-Album “Live au Palais des Congrès” und 2007 veröffentlicht die Sängerin das Album “Nouvelle Vague”.