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Er ist der begnadete Großmeister der surrealen Melancholie und wird für seine humorvoll-morbiden Filmwerke rund um den Globus von einer treuen Anhängerschaft verehrt – Tim Burton zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den einflussreichsten und stilbildendsten Regisseuren Hollywoods

Timothy William Burton kommt am 25. August 1958 im kalifornischen Burbank zur Welt. Schon als Kind hat er zeichnerisches Talent und ein großes Faible für Horrorfilme – mit vierzehn Jahren dreht er seinen ersten Kurzfilm. Ende der siebziger Jahre erhält er ein Stipendium am California Institute Of The Arts – nach dreijährigem Studium der Trickfilmkunst arbeitet er als Animator für Walt Disney, in dessen Auftrag er 1982 mit „Vincent“ seinen ersten Kurzfilm dreht.

Die eigenwilligen und düsteren Ideen von Tim Burton finden bei den Verantwortlichen in Hollywood zunächst wenig Anklang – erst mit dem Kurzfilm „Frankenweenie“ kann er auf sich aufmerksam machen. 1985 erscheint sein erster abendfüllender Film „Pee-wee’s Big Adventure“ („Pee-Wee’s irre Abenteuer“) und 1988 feiert er mit „Beetlejuice“ seinen internationalen Durchbruch.

Danach dreht Tim Burton Filme wie „Batman“ (1989) mit Jack Nicholson und Kim Basinger, „Edward Scissorhands“ („Edward mit den Scherenhänden“, 1990) mit Johnny Depp, Winona Ryder und Dianne Wiest, „Batman Returns“ („Batmans Rückkehr“, 1992) mit Michael Keaton, Danny DeVito und Christopher Walken, „Ed Wood“ (1994) mit Johnny Depp, Martin Landau und Sarah Jessica Parker, „Mars Attacks!“ (1996) mit Jack Nicholson, Glenn Close und Annette Bening, „Sleepy Hollow“ (1999) mit Johnny Depp und Christina Ricci, „Planet Of The Apes“ („Planet der Affen“, 2001) mit Mark Wahlberg und Helena Bonham Carter, „Big Fish“ (2003) mit Ewan McGregor und Jessica Lange, „Charlie And The Chocolate Factory“ („Charlie und die Schokoladenfabrik“, 2005) mit Johnny Depp, „Tim Burton’s Corpse Bride“ („Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche“, 2005), „Sweeney Todd: The Demon Barber Of Fleet Street“ („Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“, 2007) mit Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Sacha Baron Cohen, „Alice in Wonderland“ („Alice im Wunderland“, 2010), „Dark Shadows“ (2012) mit Johnny Depp und Michelle Pfeiffer.

Die typischen Markenzeichen von Tim Burton sind vielschichtige Handlungen mit komisch-morbiden bis bizarren Figuren, die häufig der Comicwelt entnommen oder im Horrorgenre angesiedelt sind. Seine Filme faszinieren sowohl durch düstere und unheimliche Szenarien als auch durch grellbunte Elemente – ein häufig wiederkehrendes Motiv ist die Welt zwischen Leben und Tod. Gerne spielt der Regisseur mit surrealen Sujets und detailverliebten Bühnenbildern, auch gelingt ihm mit „Ed Wood“ das Kunststück, einen Schwarzweißfilm erfolgreich in den Kinos zu platzieren. In seiner Filmmusik sticht sein Faible für Songs der sechziger und siebziger Jahre hervor – er gilt als Fan von Tom Jones, der auch eine Nebenrolle in „Mars Attacks“ spielt.

Ähnlich wie in den Filmen von Woody Allen, Wes Anderson, Paul Thomas Anderson und Pedro Almodóvar tauchen auch in den Werken von Tim Burton regelmäßig dieselben Schauspieler auf – zu seiner „Film-Family“ gehören unter anderem Helena Bonham Carter, Johnny Depp, Danny Devito, Martin Landau, Christopher Lee, Winona Ryder, Lisa Marie und Sarah-Jessica Parker.

2007 wird Tim Burton bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem „Goldenen Löwen“ für sein Lebenswerk geehrt. 2009 widmet ihm das New Yorker Museum Of Modern Art (MoMA) eine Werkschau und im selben Jahr erscheint das Buch „The Art Of Tim Burton“ mit Illustrationen des Regisseurs. 2010 leitet Tim Burton die Wettbewerbsjury der 63. Filmfestspiele von Cannes.

Zuletzt zeigt sich Tim Burton unter anderem für „Frankenweenie“ (2012), für „Big Eyes“ (2014) mit Christoph Waltz und Amy Adams und für „Miss Peregrine’s Home For Peculiar Children“ („Die Insel der besonderen Kinder“, 2016) mit Allison Janney, Terence Stamp und Judi Dench verantwortlich.

Von 1989 bis 1991 ist Tim Burton mit der Malerin Lena Gieseke verheiratet, danach hat er eine längere Beziehung mit der Schauspielerin Lisa Marie, die auch in einigen seiner Filme mitwirkt. Von 2001 bis 2014 ist er mit der britischen Schauspielerin Helena Bonham Carter liiert – gemeinsam haben sie zwei Kinder.

Tim Burton lebt in London.

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