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Mit seiner melodischen Stimme singt sich Vico Torriani in den fünfziger und sechziger Jahren in die Herzen seiner Fans – er trägt neben eingängigen Schlagern auch Chansons und Volkslieder aus seiner schweizerischen Heimat vor und zählt zu den populärsten Fernsehdarstellern der damaligen Zeit

Ludovico Oxens Torriani wird am 21. September 1920 als Sohn eines Reit- und Skilehrers in Genf geboren und wächst in St. Moritz auf. Er stammt aus einer Schweizer Familie italienischen Ursprungs. Nach dem Schulabschluß lernt er Konditor, Koch und Kellner und gibt bereits als Fünfzehnjähriger kleine Privatkonzerte – außerdem bringt er sich selber das Gitarre- und Akkordeonspiel bei. Er tritt zunächst in Nachtclubs auf – 1945 siegt er bei einem Talentwettbewerb in Zürich und tourt danach durch Europa bis er 1949 in der Schweiz seinen ersten Hit „Silberfäden“ hat. Mit „Addio, donna grazia“ kann der Sänger dann 1951 in Deutschland seinen ersten großen Erfolg verbuchen. Danach nimmt Vico Torriani diverse Schallplatten mit Schlagern in verschiedenen Sprachen auf wie „Siebenmal in der Woche“, „Schön und kaffeebraun“, „Ananas aus Caracas“, „In der Schweiz“ und „Kalkutta liegt am Ganges“. Ab 1952 tritt er zunächst in der Schweiz, später auch in Deutschland im Fernsehen auf und hat eigene Shows, wie etwa „Grüezi, Vico“, „Hotel Victoria“ und die „Vico-Torriani-Show“, in denen er mit den großen Stars der damaligen Zeit zu sehen ist.

Seine vielen Musical-Rollen bringen ihm die liebevoll-treffende Bezeichnung eines deutschen Mr. Musical ein – Vico Torriani ist zwar Schweizer, hat aber in Deutschland seine zahlreichsten und treuesten Anhänger. In den fünfziger Jahren ist er als Schauspieler in zahlreichen Musikfilmen zu sehen und tritt auch auf der Theaterbühne auf. In seinen Filmen „Ein Herz voll Musik“ (1955), „Santa Lucia“ (1956), „Siebenmal in der Woche“ (1957), „Der Fremdenführer von Lissabon“ (1957), „Der Stern von Santa Clara“ (1958) und „Robert und Bertram“ (1961) dreht es sich meist um Liebesleid, sanfter Komik, südlichen Schauplätzen und viel Musik. In zahlreichen Operetten- und Schlager-Inszenierungen kann man den quirligen Schweizer sehen, von 1967 bis 1970 moderiert er die populäre deutsche Fernsehsendung „Der goldene Schuss“. In Robert Lemkes legendärem Ratespiel „Was bin ich?“ ist Vico Torriani der allererste zu ratende Gaststar. 1958 tritt er in der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest an und 1966 singt er das Lied „So schön, so leicht, kann unser Leben sein“ für die „ARD-Fernsehlotterie“.

Auch in den siebziger Jahren ist Vico Torriani recht erfolgreich, er konzentriert sich nun auf die Interpretation von Volksliedern – sein größter Erfolg ist 1976 „La Pastorella“. Von 1978 bis 1983 führt er in Basel das Restaurant „Bonne Auberge“ am Spalenring als Wirt. Der Sänger verkauft im Laufe seiner Karriere dreizehn Millionen Platten mit über fünfhundert Titeln.

Vico Torriani stirbt am 26. Februar 1998 im Alter von siebenundsiebzig Jahren im Tessiner Agno an den Folgen eines Krebsleidens. Er hinterlässt seine Frau Evelyne Torriani-Güntert sowie Tochter Nicole und Sohn Reto. Seine Grabstelle befindet sich auf dem Hauptfriedhof in Lugano/Tessin.

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