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Er ist der Vater von Donald Duck und Micky Maus und eine der prägendsten Persönlichkeiten des zwanzigsten Jahrhunderts, sein Name ist Synonym für die zauberhafte Welt der Kindheit – als Pionier der modernen Freizeitindustrie prägt Walt Disney wie kaum ein anderer die westliche Unterhaltungskultur, seine Filme locken Millionen Besucher in die Kinos und seine Themenparks beeindrucken die Menschen rund um den Globus

Walt Disney

Walt Disney 1954, Foto: By NASA [Public domain], via Wikimedia Commons

Walter Elias „Walt“ Disney kommt am 5. Dezember 1901 in Chicago im US-Bundesstaat Illinois als eines von fünf Kindern des Bauunternehmers Elias Disney und dessen Frau Flora Call zur Welt – sein Vater ist Kanadier irischer Herkunft, die deutsch-amerikanische Mutter stammt aus Ohio. Er wächst zusammen mit einer Schwester und drei Brüdern in behüteteten Verhältnissen auf einer Farm in Missouri auf und gilt als lebhaftes und fantasievolles Kind – anstatt sich auf dem elterlichen Hof nützlich zu machen, entdeckt er sein Talent zum Zeichnen von Tieren. Ab 1916 besucht er Kurse an der Kunstakademie in Chicago.

Nachdem Walt Disney im Ersten Weltkrieg Ambulanzfahrer bei der US-Armee in Frankreich ist, beginnt er zurück in den USA Werbefilme zu zeichnen. Zusammen mit seinem Bruder produziert er eine Reihe von Kurzfilmen – schon damals mischt er darin Trickfilm mit realen Schauspielern. 1923 geht Walt Disney nach Los Angeles und produziert dort seinen ersten Micky Maus-Film, 1928 feiert dann in New York der legendäre Trickfilm „Steamboat Willie“ Premiere und ab 1930 erscheint die berühmte Maus auch als Comicstrip in Zeitungen.

1932 veröffentlicht Walt Disney den Trickfilm „Flowers And Trees“ („Von Blumen und Bäumen“) – den ersten Technicolor-Film mit natürlicher wirkenden Farben – und 1934 hat Donald Duck seinen ersten Auftritt. Wenig später folgen weitere populäre Disney-Figuren wie „Goofy“, „Pluto“, „Dagobert Duck“ und die „Drei kleinen Schweinchen“.

Mit der Zeichentrick-Verfilmung von „Snow White And The Seven Dwarfs“ („Schneewittchen und die sieben Zwerge“) gelingt Walt Disney 1937 ein Meisterwerk – 1939 wird er dafür von der kalifornischen Filmakademie mit einem „Ehrenoscar“ honoriert. Danach folgen weitere abendfüllende Filme wie „Pinocchio“ (1940), „Fantasia“ (1940), „Dumbo“ (1941), „Bambi“ (1942), „Cinderella“ (1950), „Alice in Wonderland“ („Alice im Wunderland“, 1951), „Peter Pan“ (1952), „Lady And The Tramp“ („Susi und Strolch“, 1955), „Sleeping Beauty“ („Dornröschen“, 1959), „The Jungle Book“ („Das Dschungelbuch“, 1967), „Aristocats“ (1970) und „Robin Hood“ (1973), die heute allesamt als Klassiker gelten.

Der erst in den vergangenen Jahren wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückte Trickfilm „Fantasia“ (1940) ist ein Novum, da er den ersten Zeichentrickfilm darstellt, der Werke von berühmten Komponisten mit animationstechnischen Szenen verbindet. Er gilt als erster Kinofilm, der mit einem Soundtrack in Stereo versehen ist – 1942 erhält Walt Disney für „Fantasia“ einen „Ehrenoscar“.

1948 erscheint mit „Seal Island“ Walt Disneys erster Dokumentarfilm – der Regisseur wird dafür mit einem „Oscar“ ausgezeichnet. 1953 kommt „The Living Desert“ („Die Wüste lebt“) heraus – dieser Farbfilm zeigt eindrucksvoll die Sichtweise, mit der Walt Disney die Tiere beobachtet. In den folgenden Jahren erscheinen weitere Spielfilme wie „Treasure Island“ („Die Schatzinsel“, 1950), „True Life Adventures“ („Abenteuer im Reiche der Natur“, 1953), „Wunder der Prärie“ („The Vanishing Prairie“, 1954), „20.000 Leagues Under The Sea“ („20.000 Meilen unter dem Meer“, 1954) mit Peter Lorre und Kirk Douglas und „The African Lion“ („Geheimnisse der Steppe“, 1955). Mit dem Märchenfilm „Mary Poppins“ – mit Julie Andrews in der Hauptrolle – entsteht 1964 die letzte große Kinoproduktion zu Walt Disneys Lebzeiten, die mit fünf „Oscars“ ausgezeichnet wird.

Walt Disney gilt auch als Fernsehpionier – er ist einer der ersten Hollywood-Produzenten, der das damals neue Medium für sich zu nutzen weiß. Mit diversen Fernsehshows avanciert er als „Märchenonkel der Nation“ zum landesweit beliebten Fernsehmoderator.

1955 eröffnet Walt Disney unweit von Los Angeles im kalifornischen Anaheim seinen ersten Vergnügungspark „Disneyland“ – 1964 entsteht der zweite und noch größere Park in Orlando im US-Bundesstaat Florida. Mittlerweile gibt es auch in Frankreich, in Hongkong und in Japan ein „Disneyland“. Im Laufe der Jahre entwickelt sich die „Walt-Disney-Company“ zu einem der größten Unterhaltungskonzerne der Welt.

Zeitlebens sieht sich Walt Disney als Patriot und Antikommunist, ihm wird eine enge Verbindung zum „FBI“ vorgeworfen. Auch wird ihm nachgesagt, in der McCarthy-Ära Informationen über kommunistisch aktive Mitarbeiter seines Konzerns an den amerikanischen Geheimdienst geliefert zu haben. Politisch ist Walt Disney Anhänger der „Republikanischen Partei“.

Mit weit mehr als achthundert verschiedenen Preisen und Auszeichnungen – die er zu Lebzeiten und posthum erhält – ist Walt Disney eine der am häufigsten ausgezeichneten Persönlichkeiten in der Geschichte der Menschheit. Unter anderem erhält er siebenunddreißig „Oscar“-Nominierungen, diverse „Grammys“, „Emmys“ sowie unzählige weitere Filmpreise. 1935 wird ihm für die Erschaffung der Micky Maus die „Medaille des Völkerbunds“ verliehen, auf dem „Hollywood Walk Of Fame“ erhält er zwei Sterne.

1925 heiratet Walt Disney Lilian Marie Bound. Aus der Ehe gehen zwei Töchter hervor – Diane Marie und Sharon Mae.

Walt Disney stirbt am 15. Dezember 1966 an den Folgen einer Krebserkrankung – er ruht auf dem Forest Lawn Memorial Park im kalifornischen Glendal.

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