Wolfgang Niedecken

Als bodenständiger „Godfather des Kölsch-Rock“ etabliert er die Kölner Mundart in der deutschen Musikszene und als Kopf der Band „BAP“ feiert er Millionenerfolge – Wolfgang Niedecken gehört zu den einflussreichsten Rockmusikern des Landes und wird für sein soziales Engagement vielfach ausgezeichnet

Wolfgang Niedecken kommt am 30. März 1951 in Köln zur Welt. Er ist der Sohn des aus Unkel am Rhein stammenden Winzersohns und Kaufmanns Josef Niedecken und dessen Frau Hubertine – aus der ersten Ehe seines Vaters hat er einen zwanzig Jahre älteren Halbbruder.

Von 1962 bis 1970 besucht Wolfang Niedecken ein katholisches Internat in Rheinbach – seine Erfahrungen aus jener Zeit schildert er 1990 in seiner Autobiografie – sowie das dortige Städtische Gymnasium, das er ohne Abitur verlässt. Früh musikbegeistert spielt er ab 1966 in der Schülerband „The Convikts“, danach bei „The Troop“ und bis 1971 als Sänger bei der Gruppe „Goin‘ Sad“, mit der er auch seine erste Schallplatte einspielt.

Ab 1970 studiert Wolfgang Niedecken in Köln Malerei und Kunstgeschichte – das Studium schließt er 1974 mit Examen ab. Bis heute gestaltet er als bildender Künstler die meisten „BAP“-Plattencover selbst und präsentiert seine Werke in diversen Ausstellungen.

1977 tritt Wolfgang Niedecken in Köln das erste Mal mit der Band „BAP“ auf und ist auch als Solist mit Gitarre und Mundharmonika unterwegs – wegen seiner nachdenklichen stets im Kölner Dialekt vorgetragenen Songs wird er bald „Kölscher Dylan“ genannt – neben Bruce Springsteen und den „Rolling Stones“ ist Bob Dylan bis heute sein großes Vorbild.

Den musikalischen Durchbruch hat „BAP“ 1979 mit dem Album „Wolfgang Niedecken’s BAP rockt andere kölsche Leeder“ – im Zuge der „Neuen Deutschen Welle“ feiert die Band mit „Verdamp lang her“ und „Kristallnaach“ 1983 zwei große Erfolge in den deutschen Charts. 1987 singt Wolfgang Niedecken mit dem Kölner Urgestein Trude Herr deren Abschiedslied „Niemals geht man so ganz“ und im selben Jahr bringt er mit „Schlagzeiten“ sein erstes Soloalbum heraus – drei weitere Soloalben folgen.

Mit der Zeit avanciert „BAP“ weit über den Kölner Raum hinaus zur erfolgreichsten Rockgruppe Deutschlands – fast alle Alben erreichen Goldstatus und nach wie vor gelingt es der Band die großen Konzertarenen des Landes zu füllen. Von ihrer riesigen Fangemeinde wegen ihrer Glaubwürdigkeit und Bodenständigkeit geliebt, wird die Musik von „BAP“ von Kritikern auch schon mal als „Rummelplatzrock“ bezeichnet. Heute gehört Wolfgang Niedecken neben Herbert Grönemeier, Marius Müller-Westernhagen, Peter Maffay und Udo Lindenberg zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Rockmusikern des Landes.

2011 erleidet Wolfgang Niedecken einen Schlaganfall, von dem er sich nur mühsam erholt – dies verarbeitet er 2013 in seinem autobiographischen Buch „Die Geschichte einer Rückkehr“. Im selben Jahr veröffentlicht er mit „Zosamme alt“ sein bislang letztes Soloalbum , das er seiner Frau widmet. 2014 erscheint das „BAP“-Album „Das Märchen vom gezogenen Stecker“ und 2016 das Album „Lebenslänglich“ – zum vierzigjährigen Jubiläum geht die Band 2016 auf eine ausgedehnte Tournee.

Wie kaum ein anderer deutscher Musiker zeigt Wolfgang Niedecken großes politisches und gesellschaftliches Engagement – unter anderem ist er 1992 einer der Initiatoren des Kölner Konzerts „Arsch huh, Zäng ussenander“ gegen Rassismus und Fremdenhass. 1998 wird er mit dem „Bundesverdienstkreuz“ und 2011 mit dem „Bundesverdienstorden 1. Klasse“ ausgezeichnet und für sein musikalisches Schaffen erhält er unter anderem den „Frankfurter Musikpreis“, einen „Echo“ für sein Lebenswerk sowie den „Deutschen Musikautorenpreis“ für den Bereich Text Pop/Rock.

Wolfgang Niedecken ist zweimal verheiratet – aus der Ehe mit seiner ersten Frau Carmen hat er zwei Söhne und aus der zweiten Ehe mit seiner Frau Tina hat er zwei Töchter. Er lebt in der Kölner Südstadt.

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