Wolfgang Schäuble

Wolfgang Schäuble ([ˈvɔlfɡaŋ ˈʃɔʏblə] geboren am 18. September 1942) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Politiker der CDU, dessen politische Laufbahn sich über mehr als vier Jahrzehnte erstreckt. Er ist einer der erfahrensten und dienstältesten Politiker der deutschen Geschichte und seit 2017 Bundestagspräsident.

1942 in Freiburg im Breisgau geboren,[1] studierte Schäuble sowohl an der Universität Freiburg als auch an der Universität Hamburg und begann 1978 seine juristische Laufbahn am Landgericht Offenburg. Seine politische Karriere begann 1969 als Mitglied der Jungen Union, der Jugendabteilung der CDU; 1972 wurde Schäuble durch den Gewinn eines Wahlsitzes in den Bundestag gewählt, wo er ab 2017 bis heute tätig ist. Schäubles Ministerlaufbahn begann 1984, als er von Bundeskanzler Helmut Kohl zum Minister für besondere Angelegenheiten ernannt wurde. In einer Umbildung 1989 wurde Schäuble zum Innenminister ernannt, wo er im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland die Verhandlungen zur Wiedervereinigung leitete[2][3]. Während seiner Amtszeit als Innenminister war Schäuble einer der beliebtesten Politiker in Deutschland und wurde regelmäßig als möglicher zukünftiger Bundeskanzler genannt[4], obwohl er gelegentlich von Bürgerrechtlern wegen seiner Ordnungspolitik kritisiert wurde[5].

Nach der Niederlage der CDU/CSU bei der Bundestagswahl 1998 folgte Schäuble seinem Mentor Helmut Kohl als Vorsitzender der CDU, eine Position, die er weniger als zwei Jahre innehatte, bevor er nach dem Parteifinanzierungsskandal von 1999 sein Amt niederlegte[6]. Im Jahr 2005 wurde Schäuble erneut Innenminister im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel, im Jahr 2009 Finanzministerin[1], ein Amt, in dem er fast acht Jahre blieb. In dieser Eigenschaft als „zweitstärkste Person Deutschlands“ nach Merkel[7] hat er während der Eurozonenkrise[8] eine harte Linie gegenüber südeuropäischen Ländern eingeschlagen und Forderungen des Internationalen Währungsfonds abgelehnt, Griechenland mehr Zeit zum Defizitabbau zu geben[9]. Als Befürworter der Sparpolitik erlaubte Schäubles Haushalt 2014 erstmals seit 1969 keine Neuverschuldung mehr[10][11], die im Wahlkampf der CDU allgemein als Black Zero bekannt ist.

Am 27. September 2017 gab die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag die Ernennung Schäubles zum Bundestagspräsidenten bekannt[12] Er wurde am 24. Oktober 2017 in dieses Amt gewählt.

Schäuble wurde in Freiburg im Breisgau als Sohn eines Steuerberaters geboren. Er ist der mittlere Bruder von drei Personen. Nach dem Abitur 1961 studierte Schäuble Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Freiburg und der Universität Hamburg, die er 1966 bzw. 1970 mit dem Ersten und Zweiten Juristischen Staatsexamen abschloss.

1971 promovierte Schäuble mit der Dissertation „Die berufsrechtliche Situation des Wirtschaftsprüfers in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften“.

Schäuble trat in die Finanzverwaltung des Landes Baden-Württemberg ein und wurde schließlich Oberverwalter im Finanzamt Freiburg. Anschließend war er von 1978 bis 1984 als Rechtsanwalt am Landgericht Offenburg zugelassen.

Schäubles politische Karriere begann 1961 mit dem Beitritt zur Jungen Union, der Jugendabteilung der CDU. Während seines Studiums war er Vorsitzender des Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Hamburg und Freiburg. 1965 wurde Schäuble auch Mitglied der CDU. Von 1969 bis 1972 war er Bezirksvorsitzender der Jungen Union in Südbaden. Von 1976 bis 1984 war er Vorsitzender des CDU-Bundesausschusses für Sport.

Schäuble ist seit 1972 Mitglied des Bundestages. Von 1981 bis 1984 war er Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU und wurde im November 1991 deren Vorsitzender. Schäuble gab diese Position im Jahr 2000 als weitere Folge des Finanzierungsskandals auf. Zwischen Oktober 2002 und 2005 war Schäuble stellvertretender Fraktionsvorsitzender unter der Leitung von Angela Merkel.

 

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