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Der charismatische Franzose verkörpert mit seinem melodisch-melancholischen Gesang die Welt des Chansons wie kaum ein anderer – Yves Montand singt sich in den vierziger und fünfziger Jahren in die Herzen der Franzosen und spielt in internationalen Filmproduktionen an der Seite zahlreicher Hollywood-Stars

Yves Montand kommt als als Ivo Livi am 13. Oktober 1921 im italienischen Monsummano Terme/Toscana zur Welt. Vor den Faschisten flieht seine Familie in den zwanziger Jahren von Italien nach Frankreich und lässt sich in Marseille nieder. Während der Weltwirtschaftskrise geht der Vater zu Beginn der dreißiger Jahre bankrott – Yves Montand muss die Schule verlassen und arbeitet als Laufbursche, Hafenarbeiter, Anstreicher und im Friseursalon seiner Schwester. Ab seinem siebzehnten Lebensjahr tritt er erstmals in den Hafenkneipen, auf Vorortbühnen und Kabaretts der französischen Hafenstadt auf und macht sich dort einen Namen als Chansonsänger.

1944 geht Yves Montand nach Paris und tritt im Club „ABC“ am Boulevard Poissonière auf, 1945 erhält er seine erste eigene Show im Théâtre de l’étoile. Schon bald zählt Yves Montand – der Maurice Chevalier und Fred Astaire zum Vorbild hat und mit der ebenfalls italienischstämmigen Édith Piaf eine Affäre eingeht, von ihr gefördert wird und in ihren Shows auftritt – zu den populärsten Sängern Nachkriegsfrankreichs, mit seinen Chansons trifft er das Pariser Lebensgefühl der fünfziger und sechziger Jahre. Zu seinen großen Hits zählen „Les Feuilles mortes“, „Les grands Boulevards“, „La vie en rose“, „Bella ciao“, „Bicyclette“, „Trois petites notes de musiqu“, „Sous les ponts de paris“ und „C’est ci bon“.

1946 kann man Yves Montand das erste Mal im Spielfilm „Étoile sans lumière“ („Chanson der Liebe“) auf der Kino-Leinwand sehen. Danach folgen Filme wie „Les portes de la nuit“ („Die Pforten der Nacht“, 1946), „Le Salaire de la peur“ („Lohn der Angst“, 1953), „Les héros sont fatigués“ („Die Helden sind müde“, 1955) neben Curd Jürgens und Gert Fröbe, „Les sorcières de Salem“ („Hexenjagd“, 1957) mit Michel Piccoli und „Let’s Make Love“ („Machen wir’s in Liebe“, 1960) an der Seite von Marilyn Monroe. Über die Amerikanerin sagt Yves Montand in einem Interview: „Sie war eine dicke Bäuerin mit Chanel Nr. 5 – der Traum eines jeden Burschen.“

1951 heiratet Yves Montand die französische Schauspielerin Simone Signoret – die Ehe hält bis zum Tod der Schauspielerin 1985.

Nach einigen weiteren Hollywood-Filmen wie „Goodbye Again“ („Lieben Sie Brahms?“, 1961) neben Ingrid Bergmann und Anthony Perkins, „My Geisha“ („Meine Geisha“, 1962) mit Shirley MacLaine, „Grand Prix“ (1966) mit James Garner und „On A Clear Day You Can See Forever“ („Einst kommt der Tag…“, 1970) neben Barbra Streisand geht Yves Montand zurück nach Europa und wirkt bis in die neunziger Jahre hinein in diversen Spielfilmen mit – hervorzuheben sind „Le Cercle rouge“ („Vier im roten Kreis“, 1970) mit Alain Delon, „César et Rosalie“ („César und Rosalie“, 1972) neben Romy Schneider, „Vincent, François, Paul… et les autres“ („Vincent, François, Paul und die anderen“, 1974) an der Seite von Gérard Depardieu und Stéphane Audran, „I comme Icare“ („I wie Ikarus“, 1979), „Le choix des armes“ („Wahl der Waffen“, 1981) neben Catherine Deneuve, „Jean de Florette“ („Jean Florette“, 1986) mit Daniel Auteuil und „Manon des sources“ („Manons Rache“, 1986) neben Emmanuelle Béart. Ein letztes Mal steht Yves Montand 1992 für „L’île aux pachydermes“ („IP5 – Insel der Dickhäuter“) vor der Kamera – 1992 erscheint der Film postum in den Kinos.

Yves Montand macht sich auch als politischer Aktivist einen Namen – 1950 gehört er zu den Unterzeichnern des Appells von Stockholm gegen die Atombombe. Zeitlebens sympathisiert er mit der Kommunistischen Partei Frankreichs (KPF) und versteht sich bis zum Einmarsch der Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten in Prag als Kommunist. Auch in seinen späteren Filmen schlägt er häufig sozialkritische Töne an, mehrfach spricht er sich gegen das Franco-Regime in Spanien aus. Als in den fünfziger Jahren in den USA die McCarthy-Verfolgung ihren Höhepunkt erreicht, spielt Yves Montand mit seiner Frau Simone Signoret auf der Bühne und im Film Arthur Millers Stück „Hexenjagd“ – beide machen sich damit jenseits des Atlantiks so viele Feinde, daß man ihnen erst 1959 wieder ein Einreisevisum gewährt.

Yves Montand stirbt am 9. November 1991 in Paris an den Folgen eines Herzinfarktes. Er wird auf dem Pariser Prominenten-Friedhof Père Lachaise beigesetzt.

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