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Harry Rowohlt

Der Hamburger mit dem unverwechselbaren Aussehen ist ein Original, schlagfertig, humorvoll und sehr belesen – Harry Rowohlt ist Übersetzer, Kolumnist und Unterhalter und begeistert die Deutschen mehr als vierzig Jahre lang mit Anekdoten, Büchern, Vortragsabenden und Ausflügen ins Schauspielfach

Harry Rowohlt wird am 27. März 1945 in Hamburg als Harry Rupp geboren – er ist der Sohn der Schauspielerin Maria Pierenkämper und des Verlegers Ernst Rowohlt. Zur Zeit seiner Geburt ist seine Mutter noch mit dem Maler Max Rupp verheiratet, erst 1957 heiratet sie den über zwanzig Jahre älteren Ernst Rowohlt. Harry Rowohlt legt am Hamburger Walddörfer-Gymnasium sein Abitur ab und absolviert danach beim Suhrkamp-Verlag in Frankfurt am Main eine Ausbildung zum Verlagsbuchhändler, danach leistet er ein Volontariat bei von seinem Halbbruder Heinrich Maria Ledig-Rowohlt geleiteten Rowohlt-Verlag und bei der New Yorker Grove Press.

Zurück in Deutschland arbeitet Harry Rowohlt als Werbetexter in einer Werbeagentur und als Übersetzer aus dem Englischen. Seine wohl bekannteste Übersetzung – das von A.S. Neill bis dahin als sehr schwer zu übersetzend geltende Buch „The Last Man Alive“ („Die grüne Wolke“) – wird im Deutschland der siebziger Jahre zum Bestseller. Insgesamt übersetzt Harry Rowohlt mehr als hundert Bücher und Theaterstücke aus dem Englischen – darunter auch Welterfolge wie „Die Asche meiner Mutter“ von Frank McCourt. Bis 1998 schreibt er für die Wochenzeitung „Die Zeit“ die Kolumne „Pooh’s Corner“.

Nach dem Tod des Vaters 1960 erbt Harry Rowohlt die Hälfte des Verlages, 1982 verkaufen die Rowohlt-Brüder den Verlag an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Landesweite Bekanntheit erlangt Harry Rowohlt durch die Rolle des Obdachlosen „Harry“ in der deutschen Dauerserie „Lindenstraße“.

Bekannt ist Harry Rowohlt für seine ausschweifenden Solo-Bühnenabende – in diesen Lesungen, die oft mehrere Stunden dauern können und die er gerne „Schausaufen mit Betonung“ nennt, unterhält er sich mit dem Publikum und unterbricht mit Kommentaren zu den Texten, Bemerkungen, Anekdoten und autobiografischen Erzählungen.

Harry Rowohlt erhält zahlreiche Auszeichnungen – darunter den Brüder Grimm-Preis, den Kurd-Laßwitz-Preis, den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk als Übersetzer, eine „Goldene Schallplatte“ für die von ihm gesprochene CD „Pu der Bär“. 1996 wird er zum „Ambassador Of Irish Whiskey“ ernannt.

Seit 2013 ist Harry Rowohlt Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Harry Rowohlt – der zuletzt mit seiner Frau im Hamburger Stadtteil Eppendorf lebt – stirbt am 15. Juni 2015 mit siebzig Jahren an den Folgen eines Krebsleidens.

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