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Ingeborg Hallstein

Mit ihrer bis in höchste Höhen reichenden Stimme zählt sie zu den großen Sopranen des vergangenen Jahrhunderts – große Popularität erlangt Ingeborg Hallstein in den siebziger Jahren durch Auftritte in deutschen TV-Shows, in denen sie Kostproben ihres reichhaltigen Repertoires an Opern- und Musicalrollen zum Besten gibt

Ingeborg Hallstein wird am 23. Mai 1936 in München als Tochter der Sopranistin und Gesangpädagogin Elisabeth Hallstein und eines Malers geboren. Sie geht nicht gern zur Schule, begeistert sich jedoch für das Singen – mit sechzehn Jahren beginnt sie bei ihrer Mutter Gesang zu studieren. 1955 nimmt sie in München an der Staatlichen Musikhochschule an einer Aufnahmeprüfung teil, fällt jedoch wegen ihrer damals noch „zu kleinen Stimme“ durch – davon  lässt sie sich nicht entmutigen und nimmt weiterhin Gesang- und Schauspielunterricht.

1958 hat Ingeborg Hallstein mit neunzehn Jahren in Passau als Musette in Puccinis „La Bohème“ ihr Bühnendebüt –  1958 bekommt sie ein Engagement am Theater Basel, 1959 holt man sie ans Münchner Gärtnerplatztheater und 1961 wird sie ständiges Mitglied der Bayerischen Staatsoper, wo sie bis 1973 zum festen Ensemble gehört.

Zahlreiche Gastspiele und Konzertreisen führen Ingeborg Hallstein unter anderem zu den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen, zum Holland Festival, zur Berliner Festwoche, zu den Münchner Festspielen und an die Covent Garden Opera in London. Mit Auftritten an der Deutschen Oper Berlin, der Hamburgischen Staatsoper, der Stuttgarter Oper, der Wiener Staatsoper, dem Teatro La Fenice in Venedig, dem Teatro Colón in Buenos Aires, dem Londoner Royal Opera House und dem  Theater an der Wien steht Ingeborg Hallstein im Laufe ihres Lebens auf den großen Opernbühnen der Welt.

Zu den berühmtesten von Ingeborg Hallstein auf der Bühne gesungenen Opernpartien gehören die Königin der Nacht („Die Zauberflöte“), Konstanze („Die Entführung aus dem Serail“), Gilda („Rigoletto“), Violetta („La traviata“), Sophie („Der Rosenkavalier“), Susanna („Le nozze di Figaro“), Zerbinetta („Ariadne auf Naxos“), Aminta („Die schweigsame Frau“), Olympia („Les Contes d’Hoffmann“), Ninetta („Die Liebe zu den drei Orangen“), Fiorilla („Il turco in Italia“), Isabella („L’Italiana in Algeri“), Marzelline („Fidelio“), Despina („Così fan tutte“) und die Adele („Die Fledermaus“). Neben der Oper und Operette bildet das Kunstlied einen weiteren künstlerischen Schwerpunkt der Sängerin.

Große Bekanntheit bei der breiten Bevölkerung erlangt Ingeborg Hallstein durch zahlreiche Auftritte in Fernsehproduktionen von Operetten und Opern sowie in den großen Fernseh-Unterhaltungsshows wie der „Peter-Alexander-Show“, „Dalli Dalli“ und „Klimbim“, wo sie  komödiantisches Talent zeigt und Kostproben ihres reichhaltigen Repertoires gibt. Diese Kommerzialisierung und Anbiederung beim „einfachen Volk“ stößt bei Klassikfreunden auf wenig Verständnis.

Ingeborg Hallsteins klare und bis in höchste Höhen reichende Stimme ist durch zahlreiche Schallplattenaufnahmen  diverser Opern-, Operetten-, Musical- und Lied-Einspielungen gut dokumentiert.

Für ihr musikalisches Wirken wird Ingeborg Hallstein mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht – 1968 wird sie als bislang jüngste Sängerin zur „Bayerischen Kammersängerin“ ernannt,  1977 erhält sie das „Bundesverdienstkreuz“, 1981 wird sie Ehrenmitglied der „Robert-Stolz-Gesellschaft“ und des „Weltbundes zum Schutz des Lebens“ und 1999 wird ihr der „Bayerische Verdienstorden“ verliehen.

Von 1978 bis 2006 hat Ingeborg Hallstein an der Staatlichen Musikhochschule Würzburg eine Professur für Gesang. Auf Grund ihrer zunehmenden pädagogischen Arbeit zieht sie sich langsam von der Bühne zurück – sie gibt Privatunterricht, hält Meisterkurse im In- und Ausland und gilt als gefragte Jurorin bei Gesangwettbewerben.

Ingeborg Hallstein lebt heute zurückgezogen in München.

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