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Karl Moik

Während der charmante Österreicher von den einen als Schutzpatron des volkstümlichen Liedgutes verehrt wird, wird er von den anderen als Hohepriester der Schunkel-Seeligkeit verlacht – mit seinem legendären „Musikantenstadl“ erreicht Karl Moik Millionen von Zuschauern und gehört jahrelang zu den beliebtesten TV-Moderatoren im deutschsprachigen Raum

Karl Moik wird am 19. Juni 1938 im österreichischen Linz geboren, er wächst bei seiner Mutter in Hallein bei Salzburg auf – seinen Vater lernt er erst im Alter von fünf Jahren kennen. Nach dem Abschluss der Schule macht er eine Ausbildung zum Werkzeugmacher – diesen Beruf übt er eine zeitlang aus, danach arbeitet er als Vertreter von Elektrogeräten.

Früh entdeckt Karl Moik sein Talent, andere zu unterhalten – er widmet er sich dem Klavier- und dem Akkordeonspiel und absolviert zu Beginn der siebziger Jahre am Salzburger Mozarteum eine Sprechausbildung. Erste kleinere Auftritte hat er mit dem Jazz-Duo „Jolly Austrians“, auch versucht er sich als Interpret volkstümlicher Lieder.

Von 1981 bis 2005 moderiert Karl Moik die beliebte und erfolgreiche Musiksendung „Musikantenstadl“ – durch die mehrmals im Jahr aufgezeichneten TV-Show wird der Österreicher einem Millionenpublikum bekannt. In der Sendung treten diverse Stars der Volksmusik auf, für manche ist sie das Sprungbrett zur großen Karriere. Der „Musikantenstadt“ gastiert mehrfach im Ausland – in Südafrika, Moskau, Peking, Abu Dhabi und Australien – und geht im deutschsprachigen Raum auf Tournee. Besondere Beliebtheit erfreut er sich in der ehemaligen DDR – der „Musikantenstadl“ ist die erste West-Show, die aus der DDR übertragen wird. 2006 übernimmt der Schlagersänger Andy Borg die Moderation der Sendung.

Für einen kleinen Skandal sorgt Karl Moik 2006, als er in einem Zeitungs-Interview Parallelen zwischen sich und Stalin feststellt: „Stalin war in der Schule auch nicht der Beste. Und er hat sich mit harter Arbeit durch viele Intrigen durchkämpfen müssen“. Auch seine im „Musikantenstadl“ getätigte Bezeichnung von Italienern als „Spaghettifresser“ stößt nicht überall auf Begeisterung.

Neben dem „Musikantenstadl“ moderiert Karl Moik auch andere TV-Formate – darunter die österreichische Vorentscheidung zum Grand Prix der Volksmusik und das Reisemagazin „Rund um die Welt“ fürs österreichische Fernsehen.

Karl Moik macht sich auch als Sänger einen Namen – mit „Ja heute woll’n wir feiern“, „Jeden Tag, da brauch i di a bisserl mer“, „Das Zipferl vom Glück“, „Es dreht sich alles nur um’s Geld“ und „Servus, pfüat Gott und Auf Wiedersehn“ kann man ihn im „Musikantenstadl“ sehen. Zuletzt tritt Karl Moik hin und wieder als Schauspieler in Erscheinung – unter anderem spielt er in der Krimi-Reihe „Tatort“, in der Komödie „Das Musikhotel am Wolfgangsee“ und in der Filmreihe „Die schönsten Liebesfilme aller Zeiten“.

Im Laufe seiner Karriere wird Karl Moik mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt – darunter die „Krone der Volksmusik“, eine „Golden Kamera“ und ein „Bambi“. Ihm wird das „Österreichische Bundesverdienstkreuz“ und das „Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Linz“ verliehen, 2004 ernennt ihn sein Heimatland zum „Professor“ ehrenhalber. 1997 erscheint Karl Moiks Autobiographie „Ich habe nichts geschenkt bekommen“.

Karl Moik ist von 1964 bis zu seinem Tod mit seiner Frau Edith verheiratet – gemeinsam haben sie zwei Kinder.

2014 erleidet Karl Moik einen Herzinfarkt, von dem er sich nicht mehr ganz erholt. Er stirbt am 26. März 2015 mit sechsundsiebzig Jahren in einem Salzburger Krankenhaus.

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