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Roger Vadim

Er bringt Glanz und Glamour ins verstaubte französische Nachkriegskino und schafft mit Filmen wie „Barbarella“ und „…und immer lockt das Weib“ zeitlose Kultstreifen – Roger Vadim sorgt mit seinen Filmen für Skandale und seinen Frauen für Aufsehen und gilt heute als große Legende des französischen Films

Roger Vadim wird als Roger Vladimir Plemiannikov am 26. Januar 1928 in Paris geboren. Sein Vater Igor Nikolaevich Plemiannikov ist ein russischer Offizier, der als französischer Diplomat in der Türkei und Ägypten dient – wo Roger Vadim seine frühe Kindheit verbringt – seine Mutter Marie-Antoinette Ardilouse ist eine französische Schauspielerin aus der Provence. Er wächst in gutbürgerlichen Verhältnissen heran – als er neun Jahre alt ist, stirbt sein Vater und seine Mutter kehrt mit der Familie nach Frankreich zurück, um in den Alpen in einem Hotel zu arbeiten.

Nach dem Abschluss der Schule studiert Roger Vadim von 1944 bis 1947 am Pariser Institut d’études politiques de Paris Journalismus und arbeitet nebenher als Bildjournalist für das Magazin Paris-Match. Mit neunzehn Jahren lernt er durch Vermittlung des Schriftstellers André Gide den Regisseur Marc Allégret kennen, der ihn als Assistenten und Nebendarsteller einsetzt.

1952 lernt Roger Vadim Brigitte Bardot kennen, die er 1952 – kurz nach ihrer Volljährigkeit – heiratet. Weltweite Bekanntheit erlangen dann beide durch den Film „Et Dieu … créa la femme“ („Und immer lockt das Weib“, 1956).

Roger Vadim dreht Filme wie „Sait-on jamais…“ („Spuren in die Vergangenheit“, 1958), „Les Bijoutiers du clair de lune“ („In ihren Augen ist immer Nacht“, 1958), „Les Liaisons dangereuses“ („Gefährliche Liebschaften“, 1959) mit Jeanne Moreau, Gérard Philipe und Jean-Louis Trintignant, „…et mourir de plaisir“ („…und vor Lust zu sterben“, 1960), „La Bride sur le cou“ („In Freiheit dressiert“, 1961), „Les Sept péchés capitaux“ („Die sieben Todsünden“, 1962), „Le Repos du guerrier“ („Das Ruhekissen“, 1962), „Le vice et la vertu“ („Laster und Tugend“, 1963) mit Annie Girardot und Catherine Deneuve, „Château en Suède“ („Ein Schloß in Schweden“, 1963) und „Le Ronde“ („Der Reigen“, 1964).

Für Aufsehen sorgt Roger Vadim 1967 mit seiner Comic-Adaptation „Barbarella“ – nicht zuletzt wegen der Hauptdarstellerin Jane Fonda, die durch ihre Rolle darin zu einem der weiblichen Sexsymbole der sechziger Jahre wird, erwirbt der Film im Laufe der Zeit Kultstatus.

Weitere Filme von Roger Vadim sind „Pretty Maids All In A Row“ („Eine nach der Anderen“, 1971) mit Rock Hudson, Angie Dickinson und Telly Savalas, „Don Juan 73“ (1973), „La Jeune fille assassinée“ („Ein wildes Leben“, 1974), „Une femme fidèle“ („Die getreue Frau“, 1976), „Surprise Party“ (1983), „And God Created Woman“ („Adams kesse Rippe“, 1988) mit Rebecca De Mornay und „Amour fou“ („Eine verrückte Liebe“, 1993).

Roger Vadim ist fünfmal verheiratet und hat vier Kinder – von 1952 bis 1957 mit Brigitte Bardot und von 1958 bis 1960 mit der dänischen Schauspielerin Annette Strøyberg – aus der Ehe geht Tochter Nathalie hervor. Von 1965 bis 1973 ist er mit Jane Fonda verheiratet, mit der er Tochter Vanessa hat und von 1975 bis 1977 mit Catherine Schneider – gemeinsam haben sie Sohn Vania. Von 1990 bis zu seinem Tod ist Roger Vadim mit der französischen Schauspielerin Marie-Christine Barrault verheiratet. Aus der von 1962 bis 1964 dauernden Beziehung mit Catherine Deneuve hat er Sohn Vadim.

Roger Vadim stirbt am 11. Februar 2000 mit zweiundsiebzig Jahren an den Folgen eines Krebsleidens in Paris. Er wird im südfranzösischen Saint-Tropez beigesetzt.

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