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Sergio Leone

Mit seinen epischen Kinoklassikern wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Es war einmal in Amerika“ schafft er Meisterwerke – Sergio Leone macht als einer der großen Filmregisseure des europäischen Nachkriegskinos den „Spaghetti-Western“ populär und gilt zahlreichen Nachfolgern als großes Vorbild

Sergio Leone wird am 3. Januar 1929 als Sohn des Filmpioniers Vincenzo Leone und der Schauspielerin Edvige Valcarenghi in Rom geboren – seine Jugend wird durch den italienischen Faschismus, die Besetzung Roms und die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre geprägt. Früh kommt er mit der amerikanischen Populärkultur in Berührung, er begeistert sich für Hollywood-Filme und als sein Vater 1939 wieder damit beginnt Filme zu drehen, ist er mit dabei und deswegen von Kindesbeinen an mit der Kameraarbeit vertraut.

Als junger Mann arbeitet Sergio Leone als Statist, Regieassistent und schreibt Drehbücher. 1948 ist er an der Entstehung von Vittorio de Sicas Filmklassiker „Fahrraddiebe“ beteiligt und 1950 fungiert er bei den großen amerikanischen Monumentalfilmen „Quo Vadis“ und „Ben Hur“ als Regisseur – stark vom amerikanischen Kino beeinflusst interessiert er sich vor allem an epischen und abendfüllenden Filmen.

In dreißig Jahren – von 1954 bis 1984 – dreht Sergio Leone mehr als ein dutzend Filme, von denen einige als Meilensteine der Kinogeschichte gelten. Zu seinem Oeuvre gehören unter anderem „Hanno rubato un tram“ (1954), „Helen Of Troy“ („Die schöne Helena“, 1955), „Gli ultimi giorni di Pompei“ („Die letzten Tage von Pompeji“, 1959) mit Christine Kaufmann und „Il colosso di Rodi“ („Der Koloss von Rhodos“, 1961) – italienische Produktionen, die man heute etwas abschätzig als „Sandalenfilme“ bezeichnet.

1964 begründet Sergio Leone mit „Per un pugno di dollari“ („Für eine Handvoll Dollar“) das Filmgenre des „Italo-Western“ in seiner heute bekannten Form – für die Hauptrolle darin engagiert er den bis dahin unbekannten US-amerikanischen TV-Darsteller Clint Eastwood, der ihm seine Weltkarriere verdankt. Zunächst von den Kritikern verrissen oder ignoriert, avanciert der Film bald zum Kassenknüller und Clint Eastwoods lässiger Auftritt im roten Poncho geht in die Kinogeschichte ein.

1965 folgt „Per qualche dollaro in più“ („Für eine Handvoll Dollar mehr“) und 1966 „Il buono, il brutto, il cattivo“ („Zwei glorreiche Halunken“) mit Eli Wallach und Clint Eastwood – der Film wird zu einem großen Kassenerfolg, avanciert schon bald zum beliebten Kultfilm und gilt unter Kritikern als bester Western aller Zeiten. Der finanzielle Erfolg dieser „Spaghetti-Western“ löst gegen Ende der sechziger Jahre eine wahre Italowestern-Welle aus, die diverse Streifen unterschiedlichster Qualität hervor bringt und sich fast ausnahmslos an den Werken von Sergio Leone orientieren. Mit den Klamauk-Western mit Bud Spencer und Terence Hill – welche das Genre erfolgreich parodieren – endet Anfang der siebziger Jahre die Zeit des Italo-Westerns.

Mit „C’era una volta il West“ („Spiel mir das Lied vom Tod“) leitet Sergio Leone dann 1968 seine „Amerika-Trilogie“ ein und erreicht gleichzeitig seinen Karriere-Höhepunkt – er arbeitet das erste Mal in Hollywood und der eindrucksvolle und opernhafte Film mit Charles Bronson, Claudia Cardinale und Henry Fonda in den Hauptrollen entwickelt sich im Laufe der Zeit zum Kultfilm. Der italienische Filmkomponist Ennio Morricone – den Sergio Leone bereits aus Kindertagen kennt – schreibt für „Spiel mir das Lied vom Tod“ einen der wohl bekanntesten Soundtracks der Kinogeschichte und legt durch ihn mit mehr als fünfhundert Soundtracks eine mehr als eindrucksvolle Karriere hin.

Nach „Giù la testa“ („Todesmelodie“, 1971) mit Rod Steiger kommt 1984 Sergio Leones letzter Film in die Kinos – „Once Upon A Time In America“ mit Robert DeNiro, James Woods und Elizabeth McGovern in den Hauptrollen findet mit seiner komplexen Erzählstruktur im Kino kein Publikum, wird erfolglos umgeschnitten und gekürzt und erlangt erst in den letzten Jahren Kultstatus und gilt heute als Klassiker.

Sergio Leone stirbt am 30. April 1989 im Alter von sechzig Jahren an einem Herzinfarkt – zeitlebens übergewichtig erleidet er bereits zuvor mehrere Infarkte. Er hinterlässt seine Frau und drei Kinder. Sein begonnener Film über die Belagerung Leningrads bleibt unvollendet.

Zahlreiche nachfolgende Filmregisseure – darunter Quentin Tarantino und Clint Eastwood – bezeichnen Sergio Leone als ihr großes Vorbild.

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