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Tom Jones

Er ist ein Künstler mit Weltrang, von der britischen Königin Elizabeth II. in den Ritterstand erhoben und mit Hits wie „Delilah“, „So Unusual“ und „Thunderball“ seit über vierzig Jahren gut im Geschäft – Tom Jones hat keine Berührungsängste sich von den angesagten Musikproduzenten der Zeit neue Songs produzieren zu lassen, die „der Tiger“ – wie ihn seine Fans bezeichnen – dann mit großer Stimme in erotisierende Ranschmeißer verwandelt

Thomas Jones Woodward wird am 7. Juni 1940 im walisischen Treforest bei Cardiff geboren. Schon mit elf Jahren lernt er dort seine zukünftige Ehefrau Melinda Trenchard kennen, beide sind bis heute miteinander verheiratet. Die Schule beendet er mit fünfzehn Jahren, nachdem er wegen einer Tuberkulose-Erkrankung zwei Jahre im Bett liegen muss. Im Kirchenchor macht Tom Jones dann erste musikalische Erfahrungen, er arbeitet auf dem Bau, verkauft Staubsauger und ist in Fabriken als Hilfsarbeiter tätig um seine Familie durchzubringen – inzwischen ist ein Sohn zur Welt gekommen.

Als junger Mann singt Tom Jons in in verschiedenen lokalen Clubs unter dem Künstlernamen „Tommy Scott“, die Begleitband dazu heißen „The Senators“. Beim Publikum kommt die Musik gut an und Tom Jones und seine Band entwickeln sich zu einer regionalen Größe. Doch der ehrgeizige Sänger mit der prägnanten Stimme will mehr und nimmt einige Stücke im Studio auf, welche erst Jahre später zur Veröffentlichung gelangen. Mit „The Senators“ entwickelt sich die musikalische Laufbahn nicht recht weiter, so entschließt sich Tom Jones zum Start einer Solo-Karriere und begibt sich auf eine erste Tournee.

1964 kommt es in einem Londoner Club zu einer entscheidenden Begegnung: Der Musik-Manager Gordon Mills wird auf den jungen Waliser aufmerksam, nimmt ihn unter Vertrag und verpasst ihm seinen bis heute gültigen Künstlernamen. Die erste veröffentlichte Single „Chills And Fever“ wird noch ein Flop, doch schon die zweite Single „It’s Not Unusal“ stürmt in Großbritannien die Hitparaden und macht den Sänger mit einem Schlag weit über die Grenzen seiner Heimat bekannt. 1965 singt Tom Jones den Titelsong zu den Filmen „What’s New, Pussycat?“ („Was gibt’s Neues, Pussy“) und dem James-Bond-Film „Thunderball“ („Feuerball“). Auch in Deutschland ist der Sänger sehr erfolgreich und erreicht 1968 mit „Delilah“ und „Help Yourself“ zweimal den ersten Platz der deutschen Hitlisten.

1967 singt Tom Jones im Londoner Palladium vor der Queen und der königlichen Familie, was Prinzgemahl Philip dazu hinreißen lässt: „der Kerl singe nicht, sondern gröle, als gurgele er regelmäßig mit Kieselsteinen“.

Tom Jones ist Gast in unzähligen TV- und Radioshows und tourt 1965 sowie 1968 erfolgreich durch die USA. Die britische „This Is Tom Jones“-Show von 1969 wird für zwanzig Millionen Dollar ans amerikanische Fernsehen verkauft. Ein besonderes Verhältnis pflegt der Sänger zu seinen vielen weiblichen Fans – er spielt erfolgreich mit seiner virilen Ausstrahlung und entwickelt sich zum männlichen Sex-Symbol der sechziger Jahre. Die Konzerte von Tom Jones sind ausverkauft, Horden von kreischenden jungen Frauen entfachen eine Hysterie um den Sänger, wie es sonst nur die „Beatles“ und Elvis Presley schaffen.

Gegen Ende der siebziger Jahre wird es ruhiger um Tom Jones, der sich 1977 in den USA niederlässt. Er tritt nun vermehrt in Las Vegas in Clubshows auf und genießt seinen Reichtum. In jener Zeit spezialisiert er sich auf Country-Pop, der ihm einige Hits einbringt.

1987 taucht er mit dem Song „A Boy From Nowhere“ erneut in der englischen Hitparade auf und hat 1988 zusammen mit den Electronic-Avantgardisten „The Art Of Noise“ und der Prince-Cover-Version „Kiss“ endlich wieder einen Hit. 1991 singt Tom Jones im Duett mit Van Morrison „Carrying A Torch“. Dieser Erfolg beflügelt den Sänger, sein angestaubtes Las-Vegas-Image abzulegen und neue musikalische Wege zu beschreiten.

1994 moderiert Tom Jones die erste Verleihung der MTV Europe Music Awards aus Berlin. Im gleichen Jahr bringt er sein Album „The Lead And How To Swing It“ in den Handel und geht danach auf große Europatour. 1996 übernimmt er eine Gastrolle in Tim Burtons Außerirdischen-Parodie „Mars Attacks!“.

Im 1998 erscheinenden Album „Reload“ zeigt sich dann die persönliche Klasse von Tom Jones als durchaus vereinbar mit dem Geschmack von heute. In Duetten mit den unterschiedlichsten Künstlern überzeugt der Sänger – das Album strotzt nur vor herausragenden Tracks, etwa das Talking Heads-Cover „Burning Down The House“ mit Nina Persson und „Baby, It’s Cold Outside“ mit Chris Matthews. Die Mousse T.-Kollaboration „Sex Bomb“ wird ein riesiger Chart-Erfolg und ist bis heute ein absoluter Club-Kracher. „Ich bin der Meister aller Gesangsstile – außer Elvis vielleicht war keiner so vielseitig“ sagt der Sänger.

2000 erhält Tom Jones den „Brit-Award“ als bester britischer Künstler und 2005 schlägt ihn Queen Elizabeth II. zum „Knight Of The British Empire“ – durch seine Nobilitierung heißt er jetzt Sir Thomas.

2008 veröffentlicht Tom Jones sein 25. Studioalbum „24 Hours“, 2010 erscheint das Album „Praise & Blame“.

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