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Jan Delay

Der Hamburger mit der näselnden Quäk-Stimme mischt seit gut zehn Jahren die behäbige deutsche Musiklandschaft gehörig auf – Jan Delay wird für sein Crossover aus Rap, Funk und Rock, für seine coole Lässigkeit und für sein soziales Engagement quer durch die Generationen geliebt

Jan Delay wird am 20. Februar 1976 im Hamburger Stadtteil Eppendorf als Jan Phillip Eißfeldt geboren – er wächst in gutbürgerlichen Verhältnissen auf und besucht das Hamburger Helene-Lange-Gymnasium, wo er 1995 das Abitur ablegt. Zu seinen musikalischen Vorbildern gehören Prince, die „Blues Brothers“, Nina Hagen, Madonna, Rio Reiser und Udo Lindenberg. Das Pseudonym „Jan Delay“ entsteht durch eine Anspielung auf die in den neunziger Jahren kurzzeitig erfolgreiche Rapperin Young Deenay.

Seine musikalische Laufbahn startet Jan Delay bereits als Schüler als Mitglied der Band „Absolute Beginners“, die mit dem Album „Bambule“ 1998 großen Erfolg hat. Größere Bekanntheit erlangt er 2000 mit der Coverversion von Nenas „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“, die auf dem Album „Pop 2000“ erscheint, von Kritikern als bislang beste Coverversion eines Nena-Songs bezeichnet wird und Platin-Status erreicht.

2001 veröffentlicht Jan Delay sein von Reggae-Einflüssen geprägtes erstes Soloalbum „Searching For The Jan Soul Rebels“ und 2006 hat er dann mit dem funkigen Album „Mercedes-Dance“ seinen landesweiten Durchbruch. Das Album katapultiert sich in kürzester Zeit auf den ersten Platz der deutschen Charts und steht im starken Kontrast zu seinem Debütalbum – er selber sagt: „Reggae ist tot, jetzt ist Funk dran“.

2007 nimmt Jan Delay am von Stefan Raab initiierten „Bundesvision Song Contest“ teil und erreicht mit dem Song „Feuer“ für Hamburg den zweiten Platz.

2009 bringt Jan Delay sein drittes Studioalbum „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ heraus, das sich dank seiner großen Fangemeinde hervorragend verkauft und ebenfalls den ersten Platz der deutschen Charts erreicht.

2010 veröffentlicht Jan Delay das Live-Album „Wir Kinder vom Bahnhof Soul Live“, 2011 tritt er beim Finale des „Eurovision Song Contest“ mit dem Song „Disko No. 1“ auf, 2014 präsentiert er bei der „Echo“-Verleihung den Song „St. Pauli“ und veröffentlicht das Album „Hammer & Michel“, das sich am Rock‘ Roll orientiert.

2014 kommt es zu einem Skandal, als Jan Delay den Volksmusiksänger Heino als Nazi bezeichnet – dieser singt auf seinem Album „Mit freundlichen Grüßen“ auch eine Coverversion von Jan Delays „Liebeslied“. Nachdem Heino Anzeige wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gegen den Rapper erstattet, rudert Jan Delay zurück und entschuldigt sich.

Jan Delay – der sich politisch links einordnet und sich selbst als antikapitalistisch bezeichnet – prangert immer wieder die Macht der Konzerne an, er verurteilt den im Alltag verborgenen Rassismus und bekundet Sympathie für Straftaten des Schwarzen Blocks bei Demonstrationen. Er unterstützt die „Oxfam“-Kampagne „Mit Essen spielt man nicht!“ gegen Nahrungsmittelspekulation sowie die Aktion „Lebenslang tolerant“ des Fußballvereins Werder Bremen. Auch engagiert er sich für eine Radioquote für deutschsprachige Popmusik.

Jan Delay lebt in Hamburg.

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