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Susanne Lothar

Mit ihrer Aufsehen erregenden Darstellung der “Lulu” in Frank Wedekinds gleichnamigen Stück löst sie in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen Theater-Skandal aus – von Publikum und Kritikern oft als “Extremschauspielerin” bezeichnet, gehört Susanne Lothar zu den großartigsten Bühnen- und Leinwanddarstellerinnen des Landes und begeistert Theaterfreunde und Kinobesucher in zahlreichen Produktionen

Susanne Lothar kommt am 15. November 1960 als einzige Tochter des Schauspielerehepaares Hanns Lothar und Ingrid Andree in Hamburg zu Welt. In ihrer Heimatstadt studiert sie an der “Hochschule für Musik und Theater” Schauspielerei und ist seitdem hauptsächlich im Theater tätig. So gehört sie viele Jahre lang zum Ensemble des “Deutschen Schauspielhauses” in Hamburg, wo sie unter anderem in der Inszenierung von Frank Wedekinds “Lulu” in der Titelrolle zu sehen ist. Weitere Engagements hat sie in Köln, Wien, Stuttgart, Berlin und Salzburg.

Am “Burgtheater” in Wien kann man sie 2000 in “Dreimal Leben”, am “Schauspielhaus Zürich” 2001 in “Auf dem Land” und 2003 als Blanche du Bois in “Endstation Sehnsucht” sehen. 2006 spielt sie an der “Schaubühne Berlin” die Klytämnestra in “Elektra”. Ihr Leinwanddebüt gibt Susanne Lothar 1983 im Beziehungsdrama “Eisenhans” – wofür sie mit dem “Bundesfilmpreis” ausgezeichnet. Bis in die neunziger Jahre ist sie nur gelegentlich in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Erst mit ihren hoch gelobten Rollen im Drama “Engelchen” (1996) und Michael Hanekes Psychodrama “Funny Games” (1997) scheint Susanne Lothars Interesse am Film geweckt zu werden – seither ist sie neben ihren Bühnenauftritten immer wieder in ambitionierten Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter in “Bonhoeffer – die letzte Stufe” (2000) an der Seite von Ulrich Tukur, in “Dreimal Leben” (2001), in “Die Klavierspielerin” (2001) neben Isabelle Huppert, in “Der Stellvertreter” (2004) mit Mathieu Kassovitz, in Hans W. Geißendörfers “Schneeland” (2004), in der preisgekrönte Gesellschaftsstudie “Import/Export” (2007), in der Komödie “Fleisch ist mein Gemüse” (2008) sowie im “Oscar”-gekrönten “Der Vorleser” (2008) an der Seite von Kate Winslet, Bruno Ganz und Ralph Fiennes. Zuletzt kann man Susanne Lothar im preisgekrönten Film “Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte” (2009) neben Ulrich Tukur und Burghart Klaußner sehen.

Für ihre Theater- und Filmarbeit wird Susanne Lothar etliche Male ausgezeichnet, 1987 erhält sie den renommierten “O.E. Hasse-Preis”, ein Jahr später wird sie von der Fachzeitschrift “Theater heute” zur “Schauspielerin des Jahres” gekürt, außerdem ehrt man sie mit dem “Körber-Preis”, der Wiener “Kainz Medaille”, dem “Boy-Gobert-Preis”, dem “Gong” und mehrere Male mit dem “Deutschen Filmpreis”.

Bis zu seinem Tod ist Susanne Lothar mit dem Theater- und Filmschauspieler Ulrich Mühe verheiratet und hat mit ihm zwei Kinder. Die Schauspielerin lebt in Hamburg und Berlin.

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