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Charles Trenet

Seine heiteren und melancholischen Chansons gelten heute als französisches Kulturgut – Charles Trenet gehört zu den populärsten Chansoniers der französisch sprechenden Welt und macht sich mit dem Evergreen „La Mer“ unsterblich

Charles Trenet wird am 18. Mai 1913 in Narbonne im französischen Département Aude als Sohn des Notars Lucien Trenet und dessen Frau Marie-Louise Caussat geboren – als er sieben Jahre alt ist trennen sich seine Eltern und er kommt ins Internat nach Béziers. Nach dem Besuch des Gymnasiums geht er nach Paris, wo er in den Filmstudios in Joinville-le-Pont arbeitet, an der Académie des Arts Décoratives studiert, die Künstlerkreise im Montparnasse um Jean Cocteau und Max Jacob frequentiert und erste Chansontexte veröffentlicht.

Ende der dreißiger Jahre lernt Charles Trenet den Schweizer Musiker Johnny Hess kennen, mit dem er das Duo „Charles & Johnny“ gründet, das mit Chansons wie „Vous Qui Passez Sans Me Voir“ kleinere Erfolge feiert. Als er zum Kriegsdienst einberufen wird, trennt sich das Duo und Charles Trennt tritt nach der Niederlage Frankreichs und der Besetzung durch deutsche Truppen sowohl in Frankreich vor den Besatzern als auch in Deutschland vor französischen Kriegsgefangenen auf – was ihm später zum Vorwurf gemacht wird. Nach Kriegsende und der Befreiung Frankreichs wird gegen ihn eine Untersuchung wegen Kollaboration durchgeführt, die ohne Verurteilung mit einer Rüge endet.

In den dreißiger und vierziger Jahren komponiert Charles Trenet Chansons wie „Douce France“, „Que reste-t-il de nos amours?“, „L’âme des poêtes“ und „La Mer“ – letzteres entwickelt sich als „Beyond The Sea“ in der anglo-amerikanischen Welt zum Welthit und wird unter anderem von Bobby Darin, Robbie Williams, Jeff Lynne, Bing Crosby, Rod Stewart, Barry Manilow, Johnny Mathis, Benny Goodman und George Benson erfolgreich gecovert.

Zeit seines Lebens verbirgt Charles Trennt seine Homosexualität. 1963 wird er mit dem Vorwurf homosexueller Handlungen an Minderjährigen festgenommen, in zweiter Instanz jedoch freigesprochen. Wohl auch deswegen bleibt ihm die erhoffte Aufnahme in die renommierte „Académie française“ verwehrt.

Charles Trenet tritt bis ins hohe Alter auf, seine Chansons sind bis heute nicht nur in Frankreich ungemein populär und gehören dort zum kulturellen Allgemeingut.

Charles Trenet stirbt am 19. Februar 2001 mit siebenundachtzig Jahren in Créteil – seine Urne wird neben seiner Mutter in Narbonne beigesetzt.

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