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Herbert Grönemeyer

Mit bodenständigen Hits wie „Männer“, „Flugzeuge im Bauch“ und „Mensch“ ist Herbert Grönemeyer der populärste und kommerziell erfolgreichste deutschsprachige Popmusiker aller Zeiten – sein Album „Mensch“ gilt als meist verkauftes Album der deutschen Musikgeschichte, die Konzerte des Rheinländers mit der Reibeisen-Stimme und dem Hang zu stilisiertem Selbstmitleid sind regelmäßig ausverkauft

Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer kommt am 12. April 1956 im niedersächsischen Göttingen zur Welt – als er ein Jahr alt ist ziehen seine Eltern mit ihm und seinen älteren Brüdern Dietrich und Wilhelm nach Bochum, wo er in behüteten Verhältnissen aufwächst. Seine Erziehung beschreibt er rückblickend folgendermaßen: „Ich bin zwischen Liebe, musischer Zuneigung und ziemlicher Strenge groß geworden“. Bereits mit acht Jahren erhält er Klavierunterricht, er besucht in Bochum ein humanistisches Gymnasium und engagiert sich dort im Schulchor. Auf der Schule lernt er den späteren Schauspieler Claude-Oliver Rudolph kennen, mit dem er beim Bochumer Schauspielhaus als Pianist sein erstes Geld verdient. Nach seinem Abitur beginnt er ein Studium der Musik- und Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum, bricht dieses jedoch nach fünf Semestern wieder ab.

Am Bochumer Schauspielhaus kommt Herbert Grönemeyer erstmals als Darsteller in Kontakt mit dem Theaterleben, er wirkt dort als Korrepetitor und fertigt erste Kompositionen, auch kann man ihn auf der Bühne sehen. Obwohl Herbert Grönemeyer nie eine Schauspielschule besucht, erhält er schon bald erste Filmangebote – so kann man ihn unter anderem in „Die Geisel“ (1977), in „Von Tag zu Tag“ (1978), in „Uns reicht das nicht“ (1978) und in „Zuhaus unter Fremden“ (1979) sehen.

Bundesweite Bekanntheit erlangt Herbert Grönemeyer durch seine Mitwirkung im Kriegsdrama „Das Boot“ (1981) neben Jürgen Prochnow. 1985 spielt er an der Seite von Julie Christie, Burt Lancaster und Bruno Ganz im Film „Väter und Söhne“.

Zuletzt spielt Herbert Grönemeyer im Biopic des „Joy Division“-Sängers Ian Curtis „Control“ (2007) und im Spionage-Thriller „A Most Wanted Man“ (2014) neben Philip Seymour Hoffman, Daniel Brühl und Willem Dafoe

1979 erscheint die erste Platte von Herbert Grönemeyer in Zusammenarbeit mit der Jazzrock-Gruppe „Ocean Orchestra“, sein erstes nur mäßig erfolgreiches Solo-Album „Grönemeyer“ (1979) erhält die „Goldene Zitrone“ für das hässlichste Cover des Jahres. Auch seine nächsten Alben „Zwo“ (1980), „Total egal“ (1982) und „Gemischte Gefühle“ (1983) verkaufen sich nur mäßig. Erst mit dem fulminanten Album „4630 Bochum“ (1984) kann Herbert Grönemeyer seinen ersten kommerziellen Erfolg feiern – Titel daraus wie „Bochum“, „Flugzeuge im Bauch“, „Männer“, „Alkohol“, „Mambo“ und „Amerika“ gehen in die deutsche Popgeschichte ein und werden bis heute diverse Male gecovert. Mit über 2,5 Millionen verkauften Exemplaren nimmt „4630 Bochum“ unter den meistverkauften Alben in Deutschland den dritten Platz ein.

Seit „4630 Bochum“ erreichen alle Studioalben von Herbert Grönemeyer den ersten Platz der deutschen Musik-Charts. Nach „Sprünge“ (1986), „Ö“ (1988), „Luxus“ (1991), „Chaos“ (1993) und „Bleibt alles anders“ (1998) erscheint 2002 „Mensch“ – das bisher erfolgreichste Album des Sängers verkauft sich knapp vier Millionen Mal und ist damit das meistverkaufte Album in der deutschen Musikgeschichte. Die Single „Mensch“ belegt auf Anhieb den ersten Platz der deutschen Charts – für Herbert Grönemeyer ist es der erste Nummer-Eins-Hit seiner Karriere. Mit über dreizehn Millionen verkauften Alben gilt Herbert Grönemeyer als erfolgreichster Musiker im deutschsprachigen Raum.

2006 veröffentlicht Herbert Grönemeyer die offizielle WM-Hymne zur Fußball-Weltmeisterschaft „Zeit, dass sich was dreht“ – mit dem Lied erreicht er zum zweiten Mal den ersten Platz der deutschen Charts. 2007 erscheint das erfolgreiche Album „12“ und 2010 singt Herbert Grönemeyer bei der Eröffnungsfeier der „Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr“ seine für dieses Ereignis geschriebene Ruhrgebietshymne „Komm zur Ruhr“. 2011 veröffentlicht der Sänger das Album „Schiffsverkehr“ und 2012 das in englischer Sprache aufgenommene „I Walk“.

Herbert Grönemeyer ist bekannt für seine zahlreichen sozialen Projekte – 1985 initiiert er mit diversen anderen deutschen Popstars das Projekt „Band für Afrika“ – die Single „Nackt im Wind“ erreicht 1985 den dritten Platz der deutschen Hitparade. Seit 2005 ist Herbert Grönemeyer mit dem Dachverband der entwicklungspolitischen Nichtregierungs-Organisationen (VENRO) Träger der Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“, im selben Jahr tritt er in Berlin mit anderen Künstlern beim globalen „Live-8-Konzert“ auf.

Legendär sind die Live-Auftritte von Herbert Grönemeyer – weit über drei Millionen Zuschauer zieht er im Laufe seiner Karriere zu seinen Konzerten, im Wiener Praterstadion und in Berlin-Ahrensfelde gibt er die zwei größten Konzerte, die je ein deutscher Rockmusiker spielt.

Für seine Leistungen wird Herbert Grönemeyer mit diversen Auszeichnungen geehrt – er erhält dreimal den „Echo“ als „Bester nationaler Künstler“ und 1999 den „Millennium Award“ der „Goldenen Kamera“.

2014 feiert Herbert Grönemeyer mit dem Album „Dauernd jetzt“ und der ausgekoppelten Single „Morgen“ ein langerwartetes Comeback.

1993 heiratet Herbert Grönemeyer die Schauspielerin Anna Henkel – gemeinsam haben sie zwei Kinder. Anna Henkel stirbt 1998 an den Folgen eines Krebsleidens. Seit 1998 lebt Herbert Grönemeyer in London.

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