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Hugo Strasser

Die Klarinette ist sein Markenzeichen und mit seinem unnachahmlichen Big-Band-Sound beschallt er jahrelang die Ballsäle der Nation – als Deutschlands oberster Tanzkapellen-Meister verkauft Hugo Strasser Millionen von Platten und gehört heute zu den großen Swing-Legenden des Landes

Hugo Strasser wird am 7. April 1922 im Münchner Stadtteil Schwabing als fünftes von sechs Kindern in kleinbürgerliche Verhältnisse geboren – seine Eltern stammen aus der oberbayrischen Provinz, wo er auch aufwächst. Früh begeistert er sich für Musik, seinen ersten Auftritt hat er bereits mit sieben Jahren bei der „Deutschen Stunde in Bayern“ – dem Vorläufer des Bayerischen Rundfunks – und mit sechzehn Jahren besucht er nach einer abgebrochenen Lehre zum Schriftsetzer die Münchner „Akademie der Tonkunst“.

Im Zweiten Weltkrieg wird Hugo Strasser 1940 zur Wehrmacht eingezogen, muss aber keinen aktiven Wehrdienst leisten – stattdessen musiziert er für die Soldaten. Nach dem Ende des Krieges spielt er Jazzmusik in amerikanischen Clubs zahlreicher Städte der amerikanischen Besatzungszone und 1949 wirkt er als Altsaxophonist und Klarinettist im neu gegründeten „Max-Greger-Sextett“.

1955 gründet Hugo Strasser sein eigenes Tanzorchester, dass länger als fünfzig Jahre lang auf den unterschiedlichsten Ballveranstaltungen auftritt – unter anderem auf den Faschingsbällen im Deutschen Theater in München – und fast durchgehend mit denselben Musikern besetzt ist. Das Orchester besteht neben Hugo Strassers berühmter Klarinette aus fünf Saxophonen, drei Trompeten, drei Posaunen, Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug.

Bereits 1956 begleitet Hugo Strassers Orchester erste Tanzturniere, in den folgenden Jahren macht es sich dann mit professioneller Tanzmusik einen Namen und wird in Tanzturnierkreisen schon mal als bestes Tanzorchester der Welt bezeichnet.

Einem größeren Publikum ist Hugo Strasser aus dem Fernsehen bekannt – unter anderem aus den Samstagabend-Shows „Musik ist Trumpf“ mit Peter Frankenfeld und „Wir machen Musik“, „Sing mit mir – Tanz mit mir“ und „Mit Musik geht alles besser“ mit Lou van Bourg.

Der größte Erfolg von Hugo Strasser ist seine alljährliche „Tanzplatte des Jahres“, die er von 1966 bis 1996 produziert und die sich millionenfach verkauft.

Hugo Strasser ist auch als Komponist und Arrangeur erfolgreich – über fünfhundert Melodien stammen aus seiner Feder, darunter auch die Filmmusik für „Das Mädel aus dem Böhmerwald“ (1964). Als Kuriosum gilt sein Album „Was ich sagen wollte…“ (1989), auf dem er auch als Sänger zu hören ist.

Hugo Strasser erhält in seiner langen Karriere zahlreiche Auszeichnungen – unter anderem zwei „Goldene Schallplatten“, den „Deutschen Schallplattenpreis“ und den „Goldenen Tanzschuh“. Sechzig Jahre lang spielt er mit seinem Orchester im Deutschen Theater in München und an vielen anderen Orten in Deutschland auf Ballabenden.

Zu Anfang des neuen Jahrhunderts tourt Hugo Strasser zusammen mit Max Greger und Paul Kuhn als „Swing-Legende“ mit dem Programm „A Tribute To Glenn Miller“ durch Deutschland und 2009 gibt er zusammen mit Max Greger und Bill Ramsey in der Stuttgarter Liederhalle ein Konzert – Gaststars sind die Kessler-Zwillinge.

Hugo Strasser ist fast siebzig Jahre lang mit seiner Frau Ilse verheiratet – gemeinsam haben sie Sohn Thomas.

Hugo Strasser stirbt am 17. März 2016 mit vierundneunzig Jahren in seinem Haus im Münchner Stadtteil Trudering an den Folgen eines Krebsleidens.

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