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Chaka Khan

Mit eindrucksvoller Stimme und strahlender Präsenz stürmt die temperamentvolle Soul-Diva in den vergangenen drei Dekaden mit zeitlosen Klassikern wie „I’m Every Woman“, „Ain’t Nobody“ und „I Feel For You“ die internationalen Charts – Chaka Khan beeinflusst Künstlerinnen wie Whitney Houston, Mary J. Blige und Missy Elliott und gilt nach wie vor als eine der besten Sängerinnen der Gegenwart

Chaka Khan kommt als Yvette Marie Stevens am 23. März 1953 im Chicagoer Vorort Great Lakes zur Welt. Schon mit elf Jahren singt sie mit ihren Schulfreundinnen bei den „Crystalettes“ auf Privatparties. Als Sechzehnjährige wird sie an ihrer Schule zur Präsidentin der „Black Students Union“ gewählt, später engagiert sie sich für die Bewegung der „Black Panther“. Sie schließt sich der „Afro Art Theater Company“ an, um Mary Wells – den ersten großen weiblichen Motown-Star – auf ihrer Tournee zu begleiten. Erschüttert über die rassistischen Spannungen, die in jenen Jahren auf ihrem Höhepunkt sind, meldet sich die Sechzehnjährige freiwillig zum Sozialhilfeprogramm der „Black Panthers“.

Seit 1970 nennt sich Chaka Khan nach einem afrikanischen Krieger – „Chaka bedeutet Feuer, die Farbe rot, der Planet Mars. Ich bin Widder, und Mars ist mein Planet, ich bin eine Kämpferin“, so die Sängerin. Im selben Jahr heiratet sie zum ersten Mal. Kurzfristig wirkt Chaka Khan in den Gruppen „Shades Of Black, Lock & Chain“ und „Lyfe & The Babysitters“ mit, die sich in der Clubszene an der Ostküste durchschlagen.

Die Seventies-Funk-Band „Rufus“ sucht Anfang der siebziger Jahre für ihre Formation eine geeignete Sängerin – bis dahin ist die Gruppe eine durchschnittliche aber handwerklich perfekte Funkband. Mit Chaka Khan schafft sie 1973 den Aufstieg zur US-Funkrock-Sensation und Chaka Kahn erringt internationale Bekanntheit. Der erste Hit der Gruppe – „Tell Me Something Good“ – wird 1974 ein weltweiter Erfolg. Weitere Hits wie „Sweet Thing“, „Do You Love What You Feel?“, „Everlasting Love“ sowie der Klassiker „Ain’t Nobody“ folgen.

Für ihr Solo-Debüt „Chaka“ von 1978 – das sich auf Anhieb über eine halbe Million Mal verkauft und den von „Ashford & Simpson“ komponierten Dance-Hit „I’m Every Woman“ enthält – wird Chaka Khan weltweit gefeiert.

Chaka Khans größter Hit von 1984 „I Feel For You“ stammt von PrinceStevie Wonder steuert ein Mundharmonika-Solo bei und Mel Melle rappt ihren Namen. Der immense Erfolg des gleichnamigen Albums öffnet ihr die Zusammenarbeit mit David Bowie, Steve Winwood und Robert Palmer. Für ihr 1992 veröffentlichtes Album „The Woman I Am“ erhält sie im darauffolgenden Jahr einen „Grammy“. Wegen Steuerschulden verlässt die Sängerin die USA und lebt drei Jahre lang in Deutschland und London. Danach wird es stiller um Chaka Khan, sie gastiert mehrfach im New Yorker Jazzlokal „Blue Note“ und nimmt an internationalen Festivals in Montreux, Nizza, Den Haag, Los Angeles und bei einem Memorial-Konzert für Ella Fitzgerald im Universal Amphitheater in Kalifornien teil. Außerdem ist sie mit Soul-Revuen in den USA und Japan auf Tournee. Quincy Jones bucht sie für sein Album „Q’s Jook Joint“ (1995) und Whitney Houston für ihren Soundtrack „Waiting To Exhale“ (1995).

„I’ll Be Good For You“ – ein Duett mit Ray Charles unter Leitung von Quincy Jones – erreicht zu Beginn der neunziger Jahre die US-Charts. Im Jahr darauf singt Chaka Khan bei der alljährlichen „Rock’n’Roll Hall Of Fame-Gala“ mit John Fogerty „Proud Mary“. 2002 hat Chaka Khan einen Gastauftritt im Song „All Good“ der Hip-Hop-Band „De La Soul“.

Nach längerer Pause ohne neues Material veröffentlicht Chaka Khan 2007 ihr Album „Funk This“, welches von Jimmy Jam und Terry Lewis produziert wird. Damit erreicht sie in den USA die höchsten Chart-Platzierungen seit ihrem Debüt von 1978. Auf dem Album befinden sich neue und gecoverte Songs – darunter auch „Pack’d My Bags“ von Rufus und „Sign ‚O‘ The Times“ von Prince – sowie Kollaborationen mit Mary J. Blige und Michael McDonald.

Chaka Khan erhält im Laufe ihrer Karriere zehn „Grammys“. Die politisch engagierte Sängerin neigt privat nach wie vor zu radikalen schwarzen Erweckungs-Predigern wie Louis Farrakhan und empfindet ihr Künstlerleben zwischen Ekstase und Ernüchterung, als sei sie „in einer Limousine zur Hölle und zurück gefahren. Die Limousine ist eine Metapher für meine Sicht des Business. Die Limo zieht Leute an, die alle behaupten, sie könnten mir nützlich sein. Dabei weiß ich in meinem Herzen, dass ich diese Art von Dienstleistungen nicht brauche“.

2004 erhält Chaka Khan den Ehrendoktortitel des Berklee College Of Music.

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