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Klaus Schwarzkopf

Als „Mann der leisen Töne“ wirkt Klaus Schwarzkopf in mehr als zweihundertfünfzig TV-Produktionen mit und gehört damit zu den beliebtesten Fernsehgesichtern des vorigen Jahrhunderts – in der Rolle des Polizei-Komissars Finke setzt er sich durch die „Tatort“-Folge „Reifezeugnis“ ein Fernsehdenkmal

Klaus Schwarzkopf kommt am 18. Dezember 1922 im damals preußischen Neuruppin zur Welt – sein Vater stirbt kurz nach seiner Geburt und er wächst bei seiner Mutter auf. Weil er als Kind an einer Knochentuberkulose erkrankt, ist er jahrelang ans Bett gefesselt. Gegen den Willen seiner Mutter beschließt er, Schauspieler zu werden – noch während des Zweiten Weltkrieges nimmt er Schauspielunterricht in Berlin und 1947 gibt er sein Bühnendebüt am dortigen Schlosspark-Theater an der Seite von Hildegard Knef

Danach spielt Klaus Schwarzkopf auf Bühnen in Wiesbaden, Hannover und München, wo er schon bald zum Publikumsliebling avanciert und zum „Bayerischen Staatsschauspieler“ ernannt wird. In den siebziger Jahren spielt er auch am Hamburger Thalia-Theater und an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin – er tritt in den unterschiedlichsten Rollen auf, unter anderem in Goethes „Faust“, in Schillers „Kabale und Liebe“, in Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“, in Heinrich Bölls „Frauen vor Flusslandschaft“ und in Carl Zuckmayers „Der Hauptmann von Köpenick“.

Neben seiner Bühnenlaufbahn beginnt Klaus Schwarzkopf zu Beginn der sechziger Jahre seine TV-Karriere – 1964 gibt er im Fernsehfilm „Flug in Gefahr“ sein Kameradebüt. Es folgen Rollen in „Dr. med. Hiob Prätorius“ (1965) neben Heinz Rühmann und Liselotte Pulver, in „Herrliche Zeiten im Spessart“ (1967) mit Liselotte Pulver, Hubert von Meyerinck und Willy Millowitsch, in „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ (1968) neben Hannelore Hoger, in „Und Jimmy ging zum Regenbogen“ (1971) an der Seite von Horst Tappert, Horst Frank und Doris Kunstmann, in „Fluchtweg St. Pauli – Großalarm für die Davidwache“ (1971) neben Horst Frank, Christiane Krüger und Heinz Reincke, „Der Stoff aus dem die Träume sind“ (1972) mit Hannelore Elsner, in „Alle Menschen werden Brüder“(1973) neben Harald Leipniz, in „Einer von uns beiden“ (1974) an der Seite von Jürgen Prochnow, Elke Sommer und Otto Sander, im Mehrteiler „Die Buddenbrooks“ (1979) neben Carl Raddatz, Katharina Brauren und Ruth Leuwerik, in „Die Grünstein-Variante“ (1985), in „Die Stunde des Léon Bisquet“ (1986) und in „Abschiedsvorstellung“ (1986).

Große Bekanntheit erlangt Klaus Schwarzkopf durch Auftritte in deutschen Krimiserien wie „Der Kommissar“, „Derrick“, „Das Kriminalmuseum“ und „Der Alte“ – rundlich und kleingewachsen scheint er mit seinem unauffälligen Äußeren geradezu prädestiniert für Durchschnitts-Charaktere. Seine wohl beliebteste Rolle ist die des mürrischen Polizei-Kommissars Finke – große Popularität erlangt 1977 die „Tatort“-Folge „Reifezeugnis“ mit Judy Winter, Christian Quadflieg und der sechzehnjährigen Nastassja Kinski, die damit ihre internationale Karriere startet. Mit fünfundzwanzig Millionen Zuschauern erreicht diese Folge die zweithöchste Zuschauerzahl aller „Tatort“-Folgen. In den achtziger Jahren ist Klaus Schwarzkopf auch in beliebten Vorabendserien wie „Liebling Kreuzberg“ und „Praxis Bülowbogen“ zu sehen.

Neben seiner Arbeit für Theater, Film- und Fernsehen gilt Klaus Schwarzkopf auch als gefragter Synchronsprecher – unter anderem leiht er Peter Falk, Burt Lancaster, Mickey Rooney, Robert Mitchum, Bob Hope, Douglas Fairbanks, Tony Curtis und Peter Lorre seine markante Stimme.

Als „überzeugter Junggeselle“ lebt Klaus Schwarzkopf im Münchner Stadtteil Schwabing – Gerüchte über seine Homosexualität weist er stets von sich und auch seine langjährige Freundschaft zu dem Tänzer Hubertus Moeller hält er geheim. Erst nach seinem Tod berichteten die Zeitungen über sein Doppelleben.

Klaus Schwarzkopf stirbt am 21. Juni 1991 – während der Dreharbeiten zum TV-Mehrteiler „Der große Bellheim“, in dem er neben Mario Adorf eine Hauptrolle spielen soll – im Alter von neunundsechzig Jahren im Bochumer Sankt-Josefs-Hospital an den Folgen von Aids. Seine letzte Ruhestätte findet er im niederbayerischen Aidenbach.

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