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Yul Brynner

Nicht nur wegen seines abenteuerlichen Werdegangs gehört der markante Glatzkopf mit der exotischen Ausstrahlung heute zu den großen Hollywoodlegenden – als kraftvoll-derber Held spielt Yul Brynner in Kinoklassikern wie „Der König und ich“, „Die glorreichen Sieben“ und „Die Zehn Gebote“ und wird in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts als beliebtester Schauspieler Hollywoods gefeiert

Yul Brynner wird am 11. Juli 1920 als Juli Borissowitsch Briner im ostsibirischen Wladiwostok geboren – er ist der Sohn des schweizerisch-mongolischen Erfinders und Schweizer Konsuls in Russland Boris Julievich Brynner und der russischen Arzttochter Marussia Blagowidowa. Anderen Quellen zufolge wird er am 7. Juli 1915 als „Taidje Khan“ auf der damals japanischen Insel Sachalin als Sohn eines Schweizers mongolischer Abstammung und einer rumänischen Zigeunerin geboren.

Nachdem der Vater die Familie verlässt, zieht die Mutter mit Yul Brynner nach China. 1934 wandern beide nach Paris aus, wo Yul Brynner die exklusive Internats-Schule Moncelle besucht, die er jedoch schon bald verlassen muss. Anschließend schlägt sich Yul Brynner als Zirkusartist und Mitglied eines Zigeunerorchesters durch und studiert in Paris an der Theaterschule Pioteff Schauspiel und Regie.

1940 geht Yul Brynner mit einem Wandertheater in die USA – wegen seiner guten Französischkenntnisse arbeitet er dort während des Zweiten Weltkriegs für das „United States Office Of War Information“ als Ansager und Kommentator für das besetzte Frankreich.

1945 debütiert Yul Brynner am New Yorker Broadway und als Filmschauspieler im Streifen „Port Of New York“ – der Film floppt. In jenen Jahren rasiert sich Yul Brynner eine Glatze, die später zu seinem Markenzeichen wird. Auch betätigt er sich bei den TV-Serien „Studio One“ (1948), „Life with Snarky“ (1950), „Sure As Fate“ (1950) und „Danger“ (1950) als Regisseur.

1956 feiert Yul Brynner in „The King And I“ („Der König und ich“) neben Deborah Kerr und Rita Moreno seinen internationalen Durchbruch – für die Hauptrolle wird Yul Brynner mit einem „Oscar“ ausgezeichnet. Danach folgen Rollen in Filmen wie „The Ten Commandments“ („Die zehn Gebote“, 1956) neben Charlton Heston und Anne Baxter, „Anastasia“ (1956) mit Ingrid Bergman, „The Brothers Karamazov“ („Die Brüder Karamasow“, 1958) neben Maria Schell, „The Buccaneer“ („König der Freibeuter“, 1958) neben Charles Boyer, „The Sound And The Fury“ („Fluch des Südens“, 1959) mit Joanne Woodward, „Solomon & Sheba“ („Salomon und die Königin von Saba“, 1959) neben Gina Lollobrigida und George Sanders, „The Magnificent Seven“ („Die glorreichen Sieben“, 1960) an der Seite von Steve McQueen, Charles Bronson, Horst Buchholz und Eli Wallach, „Goodbye Again“ („Lieben Sie Brahms?“, 1961) neben Ingrid Bergman, Anthony Perkins und Yves Montand, „Taras Bulba“ (1962) neben Tony Curtis und Christine Kaufmann, „Morituri“ (1965) mit Marlon Brando und Trevor Howard, „Cast A Giant Shadow“ („Der Schatten des Giganten“, 1962) an der Seite von Kirk Douglas, John Wayne und Senta Berger, „The Poppy Is Also A Flower“ („Mohn ist auch eine Blume“, 1966) mit Trevor Howard und Rita Hayworth, „Triple Cross“ („Spion zwischen zwei Fronten“, 1966) neben Christopher Plummer und Romy Schneider und „Villa Rides“ („Pancho Villa reitet“, 1968) mit Robert Mitchum

Ab den siebziger Jahren beginnt der Erfolg von Yul Brynner nachzulassen – in jener Zeit setzt der Schauspieler seine Popularität verstärkt für soziale Zwecke ein. Unter anderem engagiert er sich für die UNESCO, beteiligt sich am Hilfsprogramm „Food For Peace“ und unterstützt „Terre des Hommes“. Yul Brynner ist Ehrenpräsident der „International Romani-Union“ – in den siebziger Jahren spielt er eine aktive Rolle bei den Bestrebungen der Roma, sich zusammenzuschließen und internationale Anerkennung zu finden. Kurz vor seinem Tod initiiert er die „Yul-Brynner-Foundation“ – eine Stiftung zur Bekämpfung des Rauchens.

Letzte Filmauftritte hat Yul Brynner unter anderem in „La luz del fin del mundo“ („Das Licht am Ende der Welt“, 1971), in „Catlow“ („Catlow – Leben ums Verrecken“, 1971) mit Daliah Lavi, in „Fuzz“ („Auf leisen Sohlen kommt der Tod“, 1972) neben Burt Reynolds, in „The Ultimate Warrior“ („New York antwortet nicht mehr“, 1975) mit Max von Sydow und in „Futureworld“ („Futureworld – Das Land von Übermorgen“, 1976) neben Peter Fonda.

Ende der siebziger Jahre feiert Yul Brynner mit dem Musical „The King And I“ ein glanzvolles Broadway-Comeback – das Stück bleibt bis 1984 auf dem Spielplan. Nach einer erfolgreichen Tournee des Stückes gibt Yul Brynner nach über viertausend Aufführungen 1985 eine glanzvolle Abschiedsvorstellung.

Yul Brynner ist viermal verheiratet und hat drei Kinder sowie zwei Adoptivkinder. Von 1944 bis 1960 ist er mit der Schauspielerin Virginia Gilmore verheiratet, aus der Ehe geht Sohn Yul „Rock“ Brynner jr. hervor. Danach ist er von 1960 bis 1967 mit dem chilenischen Model Doris Kleiner verheiratet – zusammen haben sie Tochter Victoria Brynner. Von 1971 bis 1981 ist er mit Jacqueline de Croisset verheiratet – das Paar adoptiert mit Mia Brynner und Melody Brynner zwei Kinder aus Vietnam. Seine letzte Ehe geht Yul Brunner 1983 mit der Tänzerin Kathy Lee ein, die Ehe hält bis zu seinem Tod.

Yul Brynner ist der Patenonkel der französischen Schauspielerin Charlotte Gainsbourg und der Schriftstellerin Nathalie Rheims.

Yul Brynner stirbt am 10. Oktober 1985 im Alter von siebzig Jahren in New York an den Folgen eines Krebsleidens – er wird auf dem russisch-orthodoxen Friedhof von Saint-Michel-de-Bois-Aubry im französischen Département Indre-et-Loire beigesetzt.

Yul Brynner hat zeitlebens das Bürgerrecht der Gemeinde Möriken-Wildegg im schweizerischen Kanton Aargau – 2014 benennt die Gemeinde einen Platz nach ihm.

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